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Vorsorge-Tipps20. März 2026·4 Min. Lesezeit

Notvorrat anlegen: Die aktualisierte BBK-Checkliste 2026

Das BBK hat seine Empfehlungen für den Notvorrat 2026 aktualisiert. Was hat sich geändert? Und wie legen Sie einen sinnvollen Vorrat für Ihre Familie an?

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Redaktion Krisenfall

Krisenfall.eu Redaktion

Was hat das BBK 2026 geändert?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat seine Empfehlungen für den privaten Notvorrat im Frühjahr 2026 aktualisiert. Die wichtigsten Änderungen:

  1. Wasserempfehlung erhöht: Von 1,5 auf 2 Liter pro Person und Tag (+ Hygienewasser)
  2. Medikamenten-Reserve: Neu empfohlen — 4-wöchiger Vorrat an Dauermedikamenten
  3. Kommunikation: Batteriebetriebenes Radio explizit in die Grundliste aufgenommen
  4. Bargeld: Erstmals explizit Bargeld als Teil der Notfallvorsorge erwähnt

Die Grundstruktur bleibt: 10 Tage als Mindest-Zeitraum für den privaten Haushalt.

Die vollständige BBK-Checkliste 2026 für 4 Personen

Wasser (Priorität 1)

Wasser ist die kritischste Ressource — ohne Trinkwasser überleben Menschen nur wenige Tage.

MengeZweck
56 LiterTrinken & Kochen (2 L × 4 Personen × 7 Tage Grundmenge)
20–40 LiterHygiene (Hände waschen, Zahnpflege)
Gesamt: ~80–100 LiterEmpfehlung für 4 Personen, 10 Tage

Lagerung: 1,5-L-PET-Flaschen (Mineralwasser), dunkler und kühler Ort, Haltbarkeit beachten (meist 1–2 Jahre nach Abfüllung, danach neu kaufen).

Tipp: Wasserfilter (z. B. Sawyer Squeeze, ~30 €) + Wasseraufbereitungstabletten als Backup.

Lebensmittel (Priorität 2)

Das BBK empfiehlt primär Lebensmittel, die Sie im Alltag ohnehin essen — "eat what you store, store what you eat."

Grundvorrat für 4 Personen / 10 Tage:

KategorieMengeBeispiele
Getreide/Pasta4–6 kgReis, Nudeln, Haferflocken
Hülsenfrüchte2–3 kgLinsen, Kichererbsen, Bohnen (Dose)
Konserven (herzhaft)20–30 DosenTomaten, Gemüse, Fisch, Fleisch
Fette/Öle1–2 LOlivenöl, Rapsöl
Milchprodukte (H-Milch)8–10 LHaltbare Milch, Kondensmilch
Süßes/Energie1–2 kgZucker, Schokolade, Müsli
Kaffee/Teenach BedarfH-Milch nicht vergessen

Wichtig: Auf Ernährungsbesonderheiten achten (Allergien, Babykost, Tiernahrung).

Medikamente & Erste Hilfe (Priorität 3)

Basisausstattung Erste-Hilfe-Kasten:

  • Verbandsmaterial (Pflaster, Binden, sterile Kompressen)
  • Fieberthermometer
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol)
  • Desinfektionsmittel
  • Antihistaminika (Allergie)

Dauermedikamente (NEU 2026): Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine 4-wöchige Reserve-Verschreibung. Viele Krankenkassen unterstützen dies bei chronischen Erkrankungen (Schilddrüse, Bluthochdruck, Diabetes).

Energie & Licht (Priorität 4)

GegenstandZweckEmpfehlung
Kerzen + FeuerzeugNotbeleuchtung10+ Kerzen, langer Abbrand
LED-TaschenlampeMobile BeleuchtungMit Ersatzbatterien
CampingkocherKochen ohne StromGaskartusche für 2 Wochen
PowerstationGeräte laden300–500 Wh für Handy/Radio
Batterie-RadioInformationDAB+ oder UKW

Kommunikation & Information

  • Warn-App NINA installieren (kostenlos, Pushnachrichten des BBK)
  • Notfallkontakte auf Papier (nicht nur im Handy)
  • Dokumente kopieren und sicher aufbewahren: Ausweis, Versicherungen, Medikamentenliste

Bargeld (NEU 2026)

Das BBK empfiehlt jetzt explizit:

  • 100–200 € in kleinen Scheinen (5er, 10er, 20er)
  • Sicher und zugänglich aufbewahren
  • Hintergrund: Bezahlterminals versagen bei Stromausfall

Häufige Fehler beim Notvorrat

Fehler 1: Lebensmittel lagern, die man nicht mag

Sie werden im Notfall nicht plötzlich Sauerkraut aus der Dose essen, wenn Sie es sonst nicht mögen. Kaufen Sie, was Sie kennen und essen.

Fehler 2: Ablaufdaten ignorieren

Setzen Sie eine jährliche Erinnerung (z. B. 1. März) um Vorräte zu prüfen und ältere Produkte durch frische zu ersetzen.

Fehler 3: Alles auf einmal kaufen wollen

Das überfordert finanziell und logistisch. Kaufen Sie über 4–6 Wochen bei jedem Einkauf ein bisschen mehr als geplant.

Fehler 4: Nur an Lebensmittel denken

Vergessen Sie nicht: Wasser, Medikamente, Licht, Hygiene — das sind die vier gleichwertigen Säulen des Notvorrats.

Schritt-für-Schritt-Plan: In 6 Wochen zum kompletten Vorrat

Woche 1: Wasservorrat anlegen (2 Kästen à 6x1,5L kaufen) Woche 2: Grundnahrungsmittel (Reis, Pasta, Haferflocken) Woche 3: Konserven (Gemüse, Fisch, Tomaten) Woche 4: Erste Hilfe & Medikamente prüfen/auffüllen Woche 5: Energie & Licht (Kerzen, Taschenlampe, Campingkocher) Woche 6: Kommunikation (NINA App, Bargeld, Dokumente sichern)

Unser Tool: Der Notvorrat-Rechner berechnet genau die Mengen für Ihren Haushalt.

Fazit

Ein vollständiger Notvorrat ist keine Frage von Paranoia — sondern von Vernunft. Das BBK, DRK und THW empfehlen ihn seit Jahrzehnten, und die Ereignisse der letzten Jahre (Flutkatastrophen, Corona-Lieferengpässe, Energiekrisen) haben gezeigt: Wer vorbereitet ist, schläft ruhiger.

Der beste Zeitpunkt, anzufangen, war gestern. Der zweitbeste ist jetzt.


Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", aktualisierte Fassung März 2026

Kategorie:Vorsorge-Tipps

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