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Notvorrat anlegen 2026 — Die komplette BBK-Anleitung

Was lagern, wie viel Wasser, welche Lebensmittel, wie lange haltbar — und das Rotationsprinzip das Ihren Notvorrat immer frisch hält.

Was wir beim Aufbau unseres eigenen Vorrats gemerkt haben: Beim Notvorrat scheitert es selten am Budget, sondern an der Rotation — Konserven laufen ab, niemand merkt es. Deshalb geht es hier nicht nur um die Listen, sondern auch um ein System, das funktioniert.

Gut organisierter Notvorrat-Regal mit Konserven, Reissäcken und Wasserflaschen
Zuletzt aktualisiert: April 2026Autor: Redaktion krisenfall.euLesezeit: ca. 22 MinutenBBK-Empfehlung: 10 Tage

28. April 2025: In Spanien und Portugal fiel das Stromnetz grossflaechig aus. Millionen Menschen standen ohne Strom, ohne Wasserversorgung und ohne funktionierendes Bezahlsystem da. Supermärkte schlossen, Ampeln fielen aus, Mobilfunknetze brachen zusammen. Der Vorfall dauerte in manchen Regionen ueber 24 Stunden. Was in Suedeuropa passierte, kann auch in Deutschland passieren. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Das BBK (Bundesamt fuer Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) empfiehlt seit 2016 offiziell einen Notvorrat fuer mindestens 10 Tage. Die Begruendung ist pragmatisch: Bei einem groesseren Ereignis kann der Staat nicht jeden Haushalt sofort versorgen. Wer 10 Tage ueberbruecken kann, entlastet die Hilfssysteme und hilft letztlich allen. Am 13. Oktober 2025 veroeffentlichte das BBK den grundlegend ueberarbeiteten Ratgeber "Vorsorgen fuer Krisen und Katastrophen". Die neue Auflage ist kuerzer, praxisnaeher und behandelt erstmals auch Desinformation, Schutzverhalten bei Explosionen und psychische Bewaeltigung in Krisensituationen. Die 10-Tage-Empfehlung wurde nochmals bekraeftigt und um konkrete Handlungsanweisungen ergaenzt.

Trotzdem besitzen laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des BMEL nur rund 28 % der deutschen Haushalte einen Vorrat, der mindestens eine Woche reicht. Das bedeutet: Mehr als zwei Drittel aller Familien stehen bei einem mehrtaegigen Stromausfall oder einer Lieferunterbrechung ohne ausreichende Versorgung da. Die Ahrtal-Flut 2021, der Berliner Stromausfall in Köpenick, die COVID-19-Hamsterkaeufe 2020 und der Brandanschlag auf eine Berliner Kabelbruecke im Januar 2026, bei dem 45.000 Haushalte bis zu fuenf Tage ohne Strom waren, haben gezeigt, wie schnell Supermarkt-Regale leer sein koennen. Laut einer Correctiv-Recherche von Januar 2026 verfuegen nur 6 von 16 Bundeslaendern ueber detaillierte Notfallplaene fuer einen grossflaechigen Stromausfall.

Die gute Nachricht: Ein 10-Tage-Notvorrat ist kein Bunker-Projekt. Er kostet 80–150 Euro, braucht ungefaehr so viel Platz wie ein Schuhschrank und ist mit dem Rotationsprinzip nachhaltig, ohne Extra-Aufwand zu erzeugen. Sie kaufen ohnehin Lebensmittel ein. Mit dem richtigen System haben Sie immer einen Puffer, ohne etwas wegzuwerfen. In Schweden hat die Regierung die Empfehlung 2024 von 7 auf 14 Tage angehoben. Finnland empfiehlt ebenfalls mindestens 14 Tage. Deutschland liegt mit 10 Tagen im europaeischen Mittelfeld.

Dieser Guide zeigt Ihnen Schritt fuer Schritt, was Sie brauchen, wie Sie es kaufen, lagern und rotieren. Alle Angaben basieren auf den offiziellen BBK-Empfehlungen, den Vorratstabellen der Bundesanstalt fuer Landwirtschaft und Ernaehrung (BLE) unter ernaehrungsvorsorge.de, den Empfehlungen der Verbraucherzentrale Niedersachsen und praktischen Erfahrungen aus vergangenen Krisensituationen in Deutschland. Ob Sie gerade erst anfangen oder Ihren bestehenden Vorrat optimieren wollen: Nach diesem Artikel wissen Sie genau, was in Ihrem Regal stehen sollte.

1. Was ist ein Notvorrat und warum 10 Tage?

Ein Notvorrat ist eine Reserve an Lebensmitteln, Wasser und wichtigen Alltagsgütern, die es einem Haushalt ermöglicht, für eine bestimmte Zeit autark zu sein — ohne auf Supermarkt, Leitungswasser oder Strom angewiesen zu sein.

10 Tage

BBK-Empfehlung

Mindestdauer für vollständige Eigenversorgung

2 L

Wasser/Person/Tag

Minimum zum Trinken (+ 0,5L Hygiene)

2.000 kcal

Kalorienbedarf/Tag

Erwachsene, normale Aktivität

Warum 10 Tage? Das ist die Zeit, die Behörden und Hilfsorganisationen realistisch brauchen, um nach einem größeren Ereignis die Versorgung aller betroffenen Haushalte sicherzustellen. Vergangene Ereignisse zeigen:

  • Berlin-Köpenick 2026: 31 Stunden Blackout für 45.000 Haushalte
  • Münsterland 2005: 5 Tage Stromausfall nach Eisregen
  • Ahrtal-Hochwasser 2021: 2 Wochen Versorgungsunterbrechung für Teile des Gebiets
  • COVID-19 2020: Spontane Hamsterkäufe leerter Supermarkt-Regale

Wer empfiehlt den Notvorrat?

Die Empfehlung kommt nicht von privaten Prepper-Seiten, sondern von offiziellen Bundesbehörden. Das BBK veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Leitfäden, darunter die Broschüre "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", die kostenlos als PDF verfügbar ist. Die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) betreibt unter ernaehrungsvorsorge.de einen Vorratskalkulator, mit dem Sie Ihren persönlichen Bedarf für 1 bis 28 Tage berechnen können. Auch das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), das Bayerische Staatsministerium für Ernährung und die Verbraucherzentralen der Länder unterstützen die Empfehlung.

Seit der Zeitenwende 2022 und den geopolitischen Veränderungen in Europa hat das Thema Notvorrat eine neue Dringlichkeit bekommen. Das BBK hat sein Personal seit 2022 um rund 30 % aufgestockt und die Kommunikation zur Eigenvorsorge intensiviert. In Schweden und Finnland gibt es vergleichbare Empfehlungen — dort sogar für 7 bis 14 Tage, seit 2024 in Schweden auf 14 Tage angehoben.

Die BBK 10-Tage-Empfehlung im Detail

Das BBK hat die 10-Tage-Empfehlung nicht willkürlich gewählt. Sie basiert auf der Analyse vergangener Katastrophen in Deutschland und Europa. Bei der Ahrtal-Flut 2021 dauerte es in einigen Ortschaften 10 bis 14 Tage, bis die reguläre Lebensmittelversorgung wieder funktionierte. In Finnland und Schweden gelten seit 2024 sogar 14-Tage-Empfehlungen, weil die nordischen Zivilschutzbehörden hybride Bedrohungsszenarien (Cyberangriffe auf Stromnetze, geopolitische Spannungen) einkalkulieren.

Die 10 Tage setzen sich aus zwei Phasen zusammen: In den ersten 72 Stunden (3 Tage) konzentrieren sich Rettungskräfte auf lebensrettende Maßnahmen. Ab Tag 4 beginnt der Aufbau provisorischer Versorgungsstrukturen. Bis Tag 10 ist die Grundversorgung in den meisten Szenarien wiederhergestellt. Das BBK betont in seinem Ratgeber "Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" (Stand 2024, 5. Auflage): Wer sich selbst versorgen kann, gibt den Einsatzkräften Raum, sich um besonders schutzbedürftige Personen zu kümmern.

Ein oft übersehener Aspekt: Die 10 Tage beziehen sich nicht nur auf Lebensmittel und Wasser. Das BBK empfiehlt parallel dazu Vorräte an Hygieneprodukten (Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier für 10 Tage), Beleuchtung (Taschenlampen, Kerzen), Kommunikationsmittel (Kurbelradio, Powerbank) und Bargeld (mindestens 500 Euro in kleinen Scheinen, da Kartenzahlung bei Stromausfall nicht funktioniert). Unsere Krisenvorsorge-Checkliste deckt alle Kategorien ab.

Der Einstieg: 3 Tage als erster Schritt

Falls 10 Tage auf einen Schlag zu viel erscheinen: Das BBK empfiehlt ausdrücklich, mit einem 3-Tage-Vorrat zu starten und diesen schrittweise auf 10 Tage auszubauen. Ein 3-Tage-Vorrat für eine Person kostet etwa 25–40 Euro und passt problemlos in einen Küchenschrank. Das Wichtigste: Anfangen. Jeder Tag Vorrat ist besser als keiner.

Ein konkreter Fahrplan: In Woche 1 kaufen Sie Wasser (zwei 6er-Packs 1,5-Liter-Flaschen), eine Packung Nudeln, eine Packung Reis und vier Konserven Ihrer Wahl. Das reicht für 3 Tage. In den folgenden 3 Wochen erweitern Sie bei jedem Einkauf um ein paar Produkte. Nach 4 Wochen haben Sie 10 Tage abgedeckt, ohne jemals einen teuren Großeinkauf gemacht zu haben. Nutzen Sie unseren Notvorrat-Rechner, um Ihren individuellen Bedarf zu berechnen.

Das Rotationsprinzip macht es nachhaltig

Statt einen Vorrat einzukaufen und zu vergessen: Das Rotationsprinzip (First-In-First-Out) stellt sicher, dass Sie immer frische Produkte haben — und langfristig kein extra Geld ausgeben, weil der Vorrat Teil Ihres normalen Einkaufs wird. Mehr dazu in Abschnitt 8.

2. Die offizielle BBK-Vorratstabelle

Die BLE veröffentlicht unter ernaehrungsvorsorge.de eine Vorratstabelle, die exakt auflistet, welche Lebensmittelgruppen in welcher Menge pro Person für 10 Tage empfohlen werden. Die Tabelle basiert auf einem Tagesbedarf von rund 2.200 kcal für einen durchschnittlich aktiven Erwachsenen.

LebensmittelgruppeMenge pro Person (10 Tage)Beispiele
Getreide, Brot, Kartoffeln3,5 kgNudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Zwieback, Dosenbrot
Gemüse, Hülsenfrüchte4,0 kgBohnen, Erbsen, Mais, Rotkohl, Sauerkraut (alles Konserve)
Obst, Nüsse2,5 kgKompott, Trockenfrüchte, Obstkonserven, Nussmischungen
Milch, Milchprodukte2,6 kgH-Milch, Kondensmilch, Hartkäse, Milchpulver
Fisch, Fleisch, Eier1,5 kgThunfisch, Sardinen, Corned Beef, Leberwurst (Dose), Volleipulver
Fette, Öle0,4 kgSonnenblumenöl, Olivenöl, Butter (Dose)
Gesamt Lebensmittelca. 14,5 kgPro Person, 10 Tage
Wasser (Trinken + Kochen)20 Liter2 L/Tag, davon 0,5 L zum Kochen

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), ernaehrungsvorsorge.de/private-vorsorge/notvorrat/vorratstabelle. Diese Werte dienen als Richtwert. Passen Sie die Mengen an Ihre Haushaltsgröße, Ernährungsgewohnheiten und eventuelle Unverträglichkeiten an.

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Vegetarischer oder veganer Haushalt?

Ersetzen Sie die Kategorie Fisch/Fleisch/Eier (1,5 kg) durch zusätzliche Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen), Tofu in Konserven und Nüsse. Achten Sie besonders auf ausreichend Protein: 500 g Linsen liefern rund 130 g Eiweiß und sind 3–5 Jahre haltbar. Ergänzen Sie mit Vitamin-B12-Tabletten, falls Sie sich rein pflanzlich ernähren.

3. Bedarf berechnen — Wasser und Kalorien

Wasserrechner nach Haushaltsgröße

HaushaltLiter gesamt1,5L-Flaschen10L-KanisterKosten (ca.)
1 Person, 10 Tage25 Liter17 Flaschen3 Kanister613
2 Personen, 10 Tage50 Liter34 Flaschen5 Kanister1325
3 Personen, 10 Tage75 Liter50 Flaschen8 Kanister1938
4 Personen, 10 Tage100 Liter67 Flaschen10 Kanister2550

Kalorien-Bedarfsrechner

PersonTagesbedarf10 Tage gesamtHinweis
Erwachsener (m)2.200–2.500 kcal22.000–25.000 kcalWeniger bei reduzierter Aktivität
Erwachsener (w)1.800–2.000 kcal18.000–20.000 kcalGrundbedarf bei Ruhe
Kind (6–12 J.)1.600–2.000 kcal16.000–20.000 kcalJe nach Aktivität
Senior (65+)1.600–1.900 kcal16.000–19.000 kcalLeichte Reduktion

Warum 2.200 kcal? Der Hintergrund

Die BLE legt ihren Berechnungen einen durchschnittlich aktiven erwachsenen Mann zugrunde. In einer echten Krisensituation sinkt Ihr Energiebedarf oft, weil Sie sich weniger bewegen (kein Pendeln, weniger Sport). Gleichzeitig steigt der Bedarf bei körperlicher Arbeit (Aufräumen nach Unwetter, Holz hacken, Wasser tragen). 2.200 kcal sind ein guter Mittelwert. Wer auf Nummer sicher gehen will, kalkuliert mit 2.500 kcal pro Erwachsenem.

Beachten Sie auch die psychologische Komponente: In Stresssituationen essen viele Menschen mehr oder anders als gewohnt. Süßigkeiten, Schokolade und Kekse gehören deshalb ebenfalls in den Vorrat. Sie liefern schnelle Energie und heben die Stimmung. Das BBK empfiehlt ausdrücklich, auch "Genussmittel" wie Kaffee, Tee und Schokolade zu bevorraten.

Kalorienberechnung pro Person: So rechnen Sie richtig

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) gibt Referenzwerte für die Energiezufuhr an, die je nach Alter, Geschlecht und Aktivitätsniveau variieren. Für die Notvorratplanung ist der sogenannte PAL-Wert (Physical Activity Level) entscheidend. In einer Krisensituation ohne Pendeln und Sport liegt der PAL bei 1,2 bis 1,4 (sitzend bis leicht aktiv). Bei körperlicher Arbeit wie Aufräumen nach Hochwasser steigt er auf 1,6 bis 1,8.

Konkret bedeutet das: Ein 35-jähriger Mann mit 80 kg Körpergewicht hat einen Grundumsatz von ca. 1.800 kcal. Multipliziert mit PAL 1,4 ergibt das 2.520 kcal Gesamtbedarf. Eine 30-jährige Frau mit 65 kg kommt auf ca. 1.400 kcal Grundumsatz, mit PAL 1,4 auf 1.960 kcal. Für die Planung empfiehlt sich ein Mittelwert von 2.200 kcal pro Person und Tag. Das deckt die meisten Szenarien ab, ohne dass Sie mit Taschenrechner vor dem Regal stehen müssen.

Eine praxisnahe Faustregel: 500 g Trockenwaren (Nudeln, Reis, Haferflocken) liefern rund 1.750 kcal. Zwei Konserven (je 400 g) bringen weitere 300 bis 600 kcal. Dazu 30 g Öl (270 kcal) und eine Handvoll Nüsse (150 kcal). Das ergibt bereits 2.470 kcal, ohne dass die Rechnung kompliziert wird. Wer Kinder oder Senioren im Haushalt hat, kalkuliert etwas niedriger. Wer körperlich arbeiten muss, gibt 300 kcal pro Tag drauf. Unser Notvorrat-Rechner nimmt Ihnen die Rechenarbeit ab.

Makronährstoff-Verteilung im Notvorrat

Kalorien allein reichen nicht. Die DGE empfiehlt eine Verteilung von 50-55 % Kohlenhydraten, 30 % Fett und 15-20 % Protein. Im Notvorrat lässt sich das gut abbilden: Reis, Nudeln und Haferflocken liefern Kohlenhydrate. Speiseöl, Nüsse und fetter Fisch (Thunfisch in Öl, Sardinen) decken den Fettbedarf. Hülsenfrüchte, Konservenfleisch und Milchprodukte sorgen für Protein.

Besonders Protein verdient Aufmerksamkeit: Pro Tag benötigt ein Erwachsener laut DGE 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Bei 75 kg sind das 60 g. Eine Dose Thunfisch (ca. 150 g Abtropfgewicht) liefert bereits 36 g Protein. 500 g trockene Linsen enthalten insgesamt 130 g Protein und kosten im Supermarkt rund 1,50 Euro. Proteinmangel ist im 10-Tage-Zeitraum bei ausgewogenem Vorrat kein realistisches Risiko. Bei längerer Versorgungsunterbrechung gewinnen Hülsenfrüchte und Konservenfleisch an Bedeutung.

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Beispielrechnung: 2-Personen-Haushalt, 10 Tage

Wasser: 2 × 25 Liter = 50 Liter (inkl. Kochen und Hygiene)

Kalorien: 2.000 kcal/Tag × 2 Personen × 10 Tage = 40.000 kcal

Lebensmittel (Richtwert): ca. 8–10 kg Trockenwaren + 15–20 Dosen

Gesamtgewicht Lebensmittel: ca. 29 kg (2 × 14,5 kg lt. BBK-Tabelle)

Gesamtkosten (einmalig): ca. 80–130 Euro (Lebensmittel) + 20–40 Euro (Wasser/Kanister)

Platz: ca. 1 Regalfach (80 × 40 × 60 cm) + Wasserkanister

Nutzen Sie den kostenlosen Vorratskalkulator der BLE für eine individuelle Berechnung nach Haushaltsgröße und gewünschter Vorratsdauer. Er berücksichtigt unterschiedliche Altersgruppen und gibt konkrete Einkaufslisten aus.

4. Wasservorrat: Der wichtigste Teil

Wasser ist die kritischste Ressource. Ohne Nahrung überlebt ein gesunder Erwachsener 3–4 Wochen. Ohne Wasser: 3–5 Tage. Wasserwerke brauchen Strom für Pumpen und Überwachung — beides kann bei Blackout oder Extremereignissen ausfallen.

Welche Behälter eignen sich?

PET-Flaschen (Flaschenwasser)

Günstig, sofort verfügbar, bereits keimfrei

Viel Plastik, eckig zu lagern

Gut für Einsteiger

HDPE-Kanister (10–20L)

Robust, wiederbefüllbar, platzsparend stapelbar

Einmalige Anschaffung (3–8 € pro Stück)

Beste Langzeit-Lösung

Starre Kunststoff-Fässer (60–120L)

Sehr viel Volumen auf wenig Bodenfläche

Schwer zu bewegen, teuer

Nur wenn Platz vorhanden

Lagerungsregeln für Trinkwasser

Kühl und dunkel (10–20°C)

Direktes Sonnenlicht fördert Algenwachstum in PET. Keller oder Abstellraum ideal.

Nicht neben Chemikalien

PET-Flaschen nehmen Gerüche auf. Mindestens 50cm Abstand zu Reinigungsmitteln, Farbe, Benzin.

Jährlich wechseln

Nicht weil das Wasser schlecht wird — sondern weil Behälter Weichmacher abgeben können. Kanister ausspülen, neu befüllen.

Leitungswasser ist möglich

Enthält Chlor als natürliches Konservierungsmittel. In saubere HDPE-Kanister füllen — hält 6–12 Monate.

Was passiert bei einem Blackout mit der Wasserversorgung?

Wasserwerke arbeiten mit Hochdruckpumpen, die Strom brauchen. Bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren zwar die meisten Wasserwerke über Notstromaggregate weiter, aber nur für eine begrenzte Zeit (typisch: 24–72 Stunden Dieselvorrat). Danach kann der Druck in den Leitungen sinken. In Hochhäusern (ab dem 4. Stock) fällt das Wasser oft zuerst aus, weil die Druckerhöhungsanlagen keinen Strom mehr haben.

Auch nach einer Wiederherstellung der Versorgung kann es zu Verunreinigungen kommen. Das Gesundheitsamt gibt dann eine Abkochanordnung heraus. Abgekochtes Wasser (1 Minute sprudelnd kochen) beseitigt Bakterien und Viren, aber keine chemischen Verunreinigungen. Deshalb ist der eigene Wasservorrat Ihre wichtigste Absicherung.

Wasseraufbereitung für Fortgeschrittene

Falls Ihr Wasservorrat aufgebraucht ist und die Versorgung noch nicht wiederhergestellt: Regenwasser, Bachwasser oder Teichwasser kann mit diesen Methoden trinkbar gemacht werden:

  • Abkochen (1 Min. sprudelnd): Tötet Bakterien, Viren und Parasiten. Einfachste Methode.
  • Wasserfilter (Sawyer, Katadyn, LifeStraw): Entfernt Bakterien und Protozoen. Nicht alle filtern Viren.
  • Wasserentkeimungstabletten (Micropur, Katadyn Certisil): 30 Min. Einwirkzeit. Klein, leicht, günstig.
  • UV-Behandlung (SteriPEN): Tötet alle Mikroorganismen. Braucht Batterien oder USB-Ladung.
  • Destillation: Verdampfen und Kondensat auffangen. Entfernt auch Chemikalien. Braucht viel Energie.

Wasserfilter als Backup

Ein portabler Wasserfilter (Sawyer Squeeze, LifeStraw, Katadyn) ermöglicht es, Wasser aus Bächen, Seen oder dem Gartenteich trinkbar zu machen. Kein Ersatz für den Vorrat — aber ein wichtiges Backup wenn der Vorrat aufgebraucht ist. Mehr dazu: Wasserfilter im Vergleich.

Unsere Empfehlungen: Wasservorrat

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5. Lebensmittel-Tabelle: Was und wie viel?

Die folgende Tabelle basiert auf BBK-Empfehlungen und gibt Ihnen einen konkreten Einkaufsplan für einen 10-Tage-Notvorrat. Mengen sind pro Personangegeben, außer wenn anders vermerkt.

Getreide & Stärke

Empfehlung je Person für 10 Tage: 2–3 kg

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
Reis (weiß)500g/Person/Woche2–5 Jahre360Sehr kalorienreich, vielseitig
Nudeln (Hartweizen)500g/Person/Woche3–5 Jahre350Schnell zubereitet, sättigend
Haferflocken (zart)500g/Person1–2 Jahre370Auch kalt mit Wasser essbar
Knäckebrot500g/Person1–2 Jahre340Brot-Ersatz, sehr haltbar
Grieß (Hartweizen)500g/Person2–3 Jahre350Schnell, mit Wasser zubereitet

Proteine & Hülsenfrüchte

Empfehlung je Person für 10 Tage: 6–10 Dosen

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
Thunfisch in Öl (Dose)8 Dosen/Person3–5 Jahre200Sofort essbar, Omega-3
Bohnen (rote, Dose)6 Dosen/Person3–5 Jahre90Eiweiß + Ballaststoffe
Linsen (trocken)500g/Person3–5 Jahre340Kochen in 15–20 Min
Kichererbsen (Dose)4 Dosen/Person3–5 Jahre120Vielseitig (Hummus, Curry)
Konserviertes Fleisch (Dose)4–6 Dosen/Person2–5 Jahre200Corned Beef, Leberwurst, Erbswurst

Gemüse & Obst

Empfehlung je Person für 10 Tage: 8–12 Dosen

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
Tomaten (Dose, gehackt)6 Dosen/Person2–5 Jahre25Basis für Saucen, Suppen
Gemüsemischung (Dose)6 Dosen/Person2–5 Jahre50Abwechslung, Vitamine
Mais (Dose)4 Dosen/Person2–5 Jahre85Sofort essbar
Trockenfrüchte500g/Person1–3 Jahre300Snack, Energie, Vitamine
Dörrobst / Dörrgemüse200g/Person1–2 Jahre250Sehr leicht, kalorienreich

Fette, Öle & Süßes

Empfehlung je Person für 10 Tage: Grundmenge

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
Sonnenblumenöl (Flasche)1 L/Person1–2 Jahre900Kochen, Kalorien
Olivenöl (Flasche)0,5 L/Person2 Jahre900Auch ohne Kochen nutzbar
Nüsse gemischt500g/Person1 Jahr600Sehr kalorienreich, sättigend
Honig500g/HaushaltUnbegrenzt310Süßungsmittel, antimikrobiell
Zucker (weißer)500g/HaushaltUnbegrenzt400Haltbarmachen, Energie

Milch & Milchprodukte

Empfehlung je Person für 10 Tage: 5–8 Liter

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
H-Milch (3,5 %)6 Liter/Person8–12 Monate65Ungeöffnet ungekühlt haltbar
Kondensmilch (ungezuckert)4 Dosen/Person1–2 Jahre135Für Kaffee, Tee, Kochen
Milchpulver (Vollmilch)500g/Person6–24 Monate490Sehr kalorienreich

Gewürze & Sonstiges

Empfehlung je Person für 10 Tage: Haushaltsmenge

ProduktMengeHaltbarkeitkcal/100gHinweis
Salz (Meersalz)500g/HaushaltUnbegrenztWürzen, Haltbarmachen
Instant-Kaffee/-Tee1 Packung/Person2–5 JahrePsychologisch wichtig
Brühwürfel/Gemüsebrühe1 Packung/Haushalt2–3 Jahre100Sofort-Suppe
Essig (Apfel-/Weinessig)0,5 L/HaushaltUnbegrenzt20Haltbarmachen, Reinigen

Wichtige Regel: Nur kaufen, was Ihnen schmeckt

Der häufigste Fehler beim Notvorrat: Produkte kaufen, die als "gesund" oder "sinnvoll" gelten, aber im Alltag nie gegessen werden. Im Stress greift man zu dem, was man kennt und was schmeckt. Ersetzen Sie Produkte, die Sie nie essen, durch Lieblingskonserven oder -snacks.

6. Richtig lagern — Ort, Temperatur, Behälter

Temperatur: 15–18°C ideal

Keller oder kühler Abstellraum ideal. Über 25°C beschleunigt Qualitätsverlust. Über 30°C können manche Konserven quellen. Frost schadet den meisten Produkten nicht — aber der Qualität bei Dosen.

Feuchtigkeit: Trocken

Feuchtigkeit fördert Schimmel, Korrosion an Dosen und Insektenbefall. Bei feuchtem Keller: Regale nutzen (Boden feucht), Silica-Gel-Säckchen in Behälter.

Dunkel: Kein direktes Licht

UV-Licht beschleunigt den Abbau von Vitaminen. Trockenprodukte in undurchsichtigen Behältern lagern. PET-Flaschen dunkel lagern (verhindert Algenwachstum).

Ordnung: First-In-First-Out

Ältestes vorne, Neues hinten. Haltbarkeitsdaten sichtbar. Regelmäßige Kontrolle (2× jährlich bei Zeitumstellung). Abgelaufenes sofort ersetzen.

Schädlingsschutz: Lebensmittelmotten und Kornkäfer

Trockene Lebensmittel wie Mehl, Reis, Haferflocken und Grieß sind anfällig für Lebensmittelmotten und Kornkäfer. Die Larven können sich durch dünne Plastikverpackungen fressen. Schützen Sie Ihren Vorrat mit diesen Maßnahmen:

  • Trockenwaren sofort nach dem Kauf in luftdichte Behälter umfüllen (Glas, Metall oder dickes Kunststoff)
  • Lorbeerblätter zwischen die Behälter legen. Der Geruch wirkt als natürliches Abschreckungsmittel.
  • Regelmäßig (alle 2–3 Monate) Vorräte auf Gespinste, kleine Löcher oder Larven prüfen
  • Bei Befall: Betroffene Produkte sofort entsorgen, Regal gründlich reinigen, alle Behälter prüfen
  • Neue Trockenprodukte vor dem Einlagern 48 Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Das tötet eventuell mitgebrachte Eier ab.

Platz-Lösungen für kleine Wohnungen

Viele Menschen in deutschen Städten leben auf 40–60 Quadratmetern. Trotzdem passt ein 10-Tage-Notvorrat in jede Wohnung. Die Lebensmittel nehmen ca. 0,3–0,5 Kubikmeter ein, das Wasser (bei Kanistern) etwa 0,1 Kubikmeter. Zusammen weniger als ein kleiner Kleiderschrank.

Unter dem Bett: Flache Rollboxen mit Konserven und Trockenware (unsichtbar, kühl, dunkel)
Im Schrank hinter normalen Vorräten: Konserven-Reihe als 'unsichtbaren' Notvorrat integrieren
Treppenhaus-Abstellraum (wenn vorhanden): 10-Liter-Kanister stapeln sich gut
Kellerabteil: Ideal für Wasserkanister (kühl, dunkel, Gewicht kein Problem)
Dediziertes Notfall-Regal: Ein einfaches Ikea-Regal komplett für Notvorrat reservieren
Hinter dem Sofa: Konserven-Kartons als 'Beistelltisch' nutzen (mit Decke abgedeckt)
Obere Schrankfächer: Leichte Trockenware (Nudeln, Haferflocken) ganz oben im Küchenschrank

7. Haltbarkeit von Notvorrat-Lebensmitteln

Die Haltbarkeit entscheidet, wie oft Sie Ihren Vorrat rotieren müssen. Grundregel: Je trockener und kühler ein Produkt gelagert wird, desto länger hält es. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist bei den meisten Produkten eine Qualitätsangabe, keine Sicherheitsgrenze. Die Verbraucherzentrale bestätigt: Ungeöffnete, unbeschädigte Produkte sind oft weit über das MHD hinaus sicher essbar.

LebensmittelHaltbarkeit (verschlossen)Nach ÖffnungLager-Hinweis
Weißer ReisBis 30 Jahre (vakuumiert)6–12 Monate (trocken)Luftdicht, trocken. Brauner Reis nur 6–12 Monate (Fettgehalt).
Hartweizen-Nudeln3–5 Jahre6 MonateOriginale Verpackung reicht. Keine Eiernudeln (kürzer haltbar).
Haferflocken1–2 Jahre4–6 WochenIn luftdichtem Behälter. Fettgehalt begrenzt Haltbarkeit.
Konserven (Gemüse)2–5 JahreSofort umfüllen, 2–3 TageAufgewölbt, verbeult oder rostig = entsorgen.
Konserven (Fleisch/Fisch)3–5 JahreSofort verbrauchenThunfisch in Öl hält länger als in Wasser.
Hülsenfrüchte (trocken)3–5 Jahre (bis 10 Jahre)6–12 MonateWerden härter mit der Zeit, kochen dann länger.
H-Milch8–12 Monate3–5 Tage (gekühlt)Ohne Kühlung nach Öffnung: sofort verbrauchen.
HonigPraktisch unbegrenztUnbegrenztKristallisation ist normal, kein Qualitätsverlust.
ZuckerUnbegrenztUnbegrenztTrocken lagern. Klumpenbildung ist kein Problem.
SalzUnbegrenztUnbegrenztJodsalz verliert nach 5 Jahren Jodgehalt.
Speiseöl1–2 Jahre3–6 MonateDunkel lagern. Ranziges Öl riecht und schmeckt deutlich.
Knäckebrot1–2 Jahre4–8 WochenFeuchtigkeit ist der Feind. Luftdicht verschließen.
Milchpulver6–24 Monate4–6 WochenVakuumverpackt deutlich länger (bis 5 Jahre).
Trockenfrüchte1–3 Jahre1–2 MonateSchwefelhaltige Varianten halten länger.
Instant-Kaffee2–5 Jahre2–3 MonateFeuchtigkeit zerstört das Pulver schnell.

MHD vs. Verbrauchsdatum: Der Unterschied

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)bedeutet: "Mindestens haltbar bis". Es ist eine Garantie des Herstellers für volle Qualität (Geschmack, Farbe, Konsistenz). Nach dem MHD ist das Produkt nicht automatisch schlecht. Prüfen Sie: Aussehen, Geruch, Geschmack. Sieht normal aus, riecht normal, schmeckt normal? Dann ist es essbar.

Das Verbrauchsdatum("zu verbrauchen bis") steht auf leicht verderblichen Produkten wie Hackfleisch oder frischem Fisch. Hier ist das Datum eine echte Sicherheitsgrenze. Diese Produkte gehören nicht in den Notvorrat.

Praxistipp: Konserven nach MHD

Studien der US-Armee und der Universität Brigham Young zeigen: Konserven ohne sichtbare Beschädigung (kein Rost, keine Wölbung, kein Leck) sind oft 5–10 Jahre nach dem MHD noch sicher essbar. Die Nährstoffqualität sinkt langsam, aber Sicherheitsrisiken entstehen erst bei beschädigten Behältern. Trotzdem gilt für Ihren Notvorrat: Rotieren Sie regelmäßig, damit Sie im Ernstfall die beste Qualität haben.

8. Das Rotationsprinzip erklärt

Das Rotationsprinzip ist der Schlüssel, warum ein gut geführter Notvorrat langfristig fast nichts extra kostet und immer frisch ist.

So funktioniert es (3 einfache Regeln)

1

Immer doppelten Vorrat führen

Kaufen Sie normalerweise 2 Dosen Thunfisch? Dann kaufen Sie 4. Eine Packung Nudeln? Dann zwei. So entsteht ein Puffer ohne extra Geld.

2

Neues hinten, Altes vorne (FIFO)

Beim Einkaufen: Neue Produkte immer hinten ins Regal. Im Alltag nehmen Sie vorne (die ältesten Produkte). So rotiert der Vorrat automatisch.

3

2× jährlich prüfen (Zeitumstellung)

Bei jedem Zeitumstellen: Notvorrat checken. Was läuft in 3 Monaten ab? Sofort in den normalen Verbrauch nehmen und ersetzen.

Kostenbeispiel: Was kostet Rotation wirklich?

Nehmen Sie einen 2-Personen-Haushalt. Der initiale Aufbau des Notvorrats kostet einmalig ca. 80–130 Euro für Lebensmittel und 20–40 Euro für Wasser. Danach kaufen Sie bei jedem regulären Einkauf einfach eine Packung Nudeln, eine Dose Bohnen oder ein Paket H-Milch mehr als üblich. Diese Mehrkäufe belaufen sich auf etwa 5–10 Euro pro Woche und werden im Alltag verbraucht, weil Sie vorne immer das älteste Produkt entnehmen.

Langfristig fallen also keine Mehrkosten an. Sie verschieben lediglich den Zeitpunkt des Verbrauchs: Was Sie heute extra kaufen, essen Sie in 2–4 Wochen. Nichts wird weggeworfen, nichts verfällt. Der einzige echte Kostenpunkt: die einmalige Anschaffung von Wasserkanistern und eventuell einem Campingkocher.

Digitale Hilfsmittel für die Rotation

Wer es systematisch mag, kann eine einfache Tabelle (Google Sheets, Notion, Excel) anlegen mit den Spalten: Produkt, Menge, MHD, Lagerort. Alternativ genügt ein Marker-Stift: Schreiben Sie das Kaufdatum groß auf jede Dose und jedes Paket. So sehen Sie auf einen Blick, was zuerst verbraucht werden muss. Einige Apps wie der "Vorratskalkulator" der BLE helfen beim initialen Aufbau.

Der psychologische Vorteil

Mit dem Rotationsprinzip haben Sie keine Angst, dass der Vorrat "ausgeht" oder abläuft. Er ist Teil Ihres normalen Lebens, kein separates Projekt. Die meisten Menschen mit Rotationsprinzip berichten, dass der Notvorrat nach einigen Monaten zur Selbstverständlichkeit wird — ohne extra Aufwand. Wer sich umfassender vorbereiten will, findet in unserer Krisenvorsorge-Checkliste alle Kategorien auf einen Blick.

9. Kochen ohne Strom und Gasherd

Mindestens 50 % Ihres Notvorrats sollte sofort ohne Kochen essbar sein (Konserven, Knäckebrot, Nüsse, Riegel). Für warme Mahlzeiten brauchen Sie eine Alternative zum elektrischen Herd.

Campingkocher (Gas)

30–50 €

Einfach, kontrollierbar, indoor nutzbar (mit Belüftung), Kartuschen lange haltbar

Begrenzt Kartuschen (6 Kartuschen = ca. 3 Wochen), nicht bei Sturm outdoor

Erste Wahl

Sicher indoor bei gutem Fenster — KEIN CO-Risiko bei Gaskocher

Sterno / Brennpaste

10–15 €

Sehr günstig, sicher, wenig Rauch

Sehr langsam, nur für Erwärmen/Kochen kleiner Mengen

Gut als Ergänzung

Sicher indoor

Holzfeuer (Outdoor)

0–20 € (Feuerkorb)

Unbegrenzt Brennstoff, hohe Leistung

Nur outdoor, Genehmigung nötig (Balkon-Feuer verboten!), Rauch

Nur wenn Garten vorhanden

NIEMALS indoor

Benzin-/Gasgrill

bereits vorhanden

Hohe Leistung

CO-GEFAHR bei Nutzung indoor oder auf geschlossenem Balkon

Nur im Freien

NIEMALS geschlossene Räume — tötet lautlos

Wie viel Gas brauchen Sie?

Eine Standard-Gaskartusche (230 g Butan/Propan-Gemisch) liefert ca. 60–90 Minuten Kochzeit bei voller Leistung. Für eine einfache Mahlzeit (Wasser kochen + 15 Min. kochen) verbrauchen Sie ca. 20–30 Minuten Gaszeit. Bei einer warmen Mahlzeit pro Tag reicht eine Kartusche also 3–4 Tage. Für einen 10-Tage-Notvorrat benötigen Sie mindestens 3 Kartuschen. Empfehlung: 6 Kartuschen bevorraten, dann haben Sie Reserve für 3–4 Wochen.

Spartipp: Nutzen Sie die "Kochkiste"-Methode. Bringen Sie Reis oder Nudeln kurz zum Kochen, nehmen Sie den Topf vom Feuer und wickeln Sie ihn in Decken oder ein Handtuch. Die Restwärme gart die Lebensmittel fertig. Das spart bis zu 50 % Gas. Alternativ eignet sich eine Powerstation für den Betrieb kleiner elektrischer Kochplatten.

Rezepte die ohne viel Energie funktionieren

Notfall-Nudeln

15 Min.

Nudeln (vorgekocht), Thunfisch-Dose, Tomaten-Dose, Salz

Reistopf

20 Min.

Reis, Gemüse-Dose, Brühwürfel, Öl

Linsensoup

20 Min.

Rote Linsen, Brühwürfel, Tomaten-Dose, Gewürze

Haferbrei (kalt)

kein Kochen

Haferflocken, H-Milch, Trockenfrüchte, Honig

Bohnen-Wrap

kein Kochen

Bohnen-Dose, Knäckebrot, Öl, Salz

Konserven-Eintopf

10 Min.

Erbswurst/Konservenfleisch, Gemüse-Dose, Wasser

Unsere Empfehlungen: Notvorrat-Ausrüstung

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10. Besondere Bedürfnisse: Kinder, Senioren, Haustiere

Kinder im Haushalt

  • Säuglinge: Ausreichend Säuglingsnahrung für 10 Tage (Pulver + abgekochtes oder Flaschenwasser)
  • Kleinkinder: Bekannte Lieblingslebensmittel im Vorrat (Stress + unbekannte Nahrung = schlechte Kombination)
  • Besondere Windel-Reserve
  • Bücher, Spiele, Aktivitäten ohne Strom (Psychologie!)
  • ! Kinder reagieren auf Eltern-Stress — ruhig bleiben

Senioren & Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

  • Dauermedikamente: 4-Wochen-Reserve (Arzt um Notfallrezept bitten)
  • Diabetiker: Insulinkühlung beachten (Powerstation für Kühlschrank wichtig)
  • Hörgeräte: Ersatzbatterien oder Ladegerät + Powerstation
  • Mobilitätseinschränkungen: Rollstuhl-Akku oder Gehhilfe sicherstellen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Vorrat entsprechend anpassen

Haustiere

  • Trockenfutter für 10 Tage (einfach lagerbar)
  • Wasser: Hunde/Katzen brauchen ca. 60–80ml/kg Körpergewicht/Tag
  • Medikamente (Herzwurm, Epilepsie etc.) in Reserve
  • Transportbox für Evakuierungsfall
  • Katzenstreu: 2 Wochen Vorrat (ca. 10–15 kg)
  • Kopie der Impfpässe und Chipnummer notieren

Allergien und Unverträglichkeiten

  • Zöliakie: Glutenfreie Nudeln, Reis und Maiswaffeln statt Knäckebrot bevorraten
  • Laktoseintoleranz: Pflanzenmilch (Hafer, Soja) in Tetrapack statt H-Milch
  • Nussallergie: Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne als Alternative für Kalorien und Fett
  • Sojaallergie: Auf versteckte Soja-Anteile in Konserven achten (Zutatenliste prüfen)
  • ! Im Notfall stehen allergenfreie Spezialprodukte möglicherweise nicht zur Verfügung. Bevorraten Sie mehr als üblich.

Schwangere und Stillende

  • Erhöhter Kalorienbedarf: 2.200–2.500 kcal/Tag (Stillende bis 2.700 kcal)
  • Folsäure, Eisen, Jod: Nahrungsergänzungsmittel-Reserve für 4 Wochen
  • Ausreichend Wasser: 2,5–3 Liter pro Tag (Stillende brauchen mehr)
  • Mutterpass und Arztunterlagen griffbereit halten

11. Hausapotheke & Medikamente

Eine vollständige Notfallhausapotheke ist genauso wichtig wie der Lebensmittelvorrat. Im Krisenfall können Apotheken überlastet oder nicht erreichbar sein.

Verbandmaterial & Wundversorgung

  • Wundpflaster (verschiedene Größen)
  • Mullbinden (5cm und 10cm)
  • Sterile Kompressen
  • Dreieckstuch
  • Pflaster-Verband (elastisch)
  • Wunddesinfektionsmittel (Octenisept)
  • Einmalhandschuhe (10 Paar)
  • Schere + Pinzette

Medikamente & Hilfsmittel

  • Ibuprofen 400mg (Schmerz/Entzündung)
  • Paracetamol 500mg (Fieber/Schmerz)
  • Kohletabletten (Durchfall, Vergiftung)
  • Elektrolytpulver (Durchfall, Erbrechen)
  • Antihistaminika (Allergie)
  • Magnesium/Ibuprofen Wärme (Muskelschmerzen)
  • Thermometer (kein Strom nötig)
  • Rettungsdecke (silber/gold, 2 Stück)
!

Dauermedikamente: Jetzt handeln

Wer auf Dauermedikamente angewiesen ist (Herzmedikamente, Blutdruckmittel, Schilddrüsenhormone, Antidepressiva, Insulin), sollte einen 4-Wochen-Vorrat anlegen. Spreche mit Ihrem Arzt — viele stellen auf Nachfrage ein Rezept für einen Drei-Monats-Vorrat aus. Dieser ist kostengünstiger als Einzelpackungen und gibt wichtigen Puffer in Krisen.

12. Die 7 häufigsten Fehler beim Notvorrat

Nach Gesprächen mit BBK-Experten und der Auswertung von Erfahrungsberichten aus dem Ahrtal 2021 und dem Berliner Stromausfall kristallisieren sich sieben typische Fehler heraus, die Sie vermeiden sollten.

1. Alles auf einmal kaufen und dann vergessen

Vorrat schrittweise aufbauen (3 Tage, dann 7, dann 10) und das Rotationsprinzip nutzen. Sonst stehen Sie nach 2 Jahren vor einem Schrank voller abgelaufener Konserven.

2. Produkte kaufen, die niemand im Haushalt mag

Der häufigste Fehler. Erbswurst für jemanden, der keine Erbsen mag, wird im Ernstfall nicht gegessen. Kaufen Sie nur, was Sie ohnehin essen. Stress und Krise sind der falsche Moment für kulinarische Experimente.

3. Nur an Essen denken, Wasser vergessen

Wasser ist kritischer als Nahrung. 2 Liter pro Person pro Tag, 10 Tage, 2 Personen = 40 Liter minimum. Planen Sie immer zuerst das Wasser, dann das Essen.

4. Keine Kochmöglichkeit ohne Strom einplanen

Ein Campingkocher mit 6 Kartuschen kostet 50–70 Euro und löst das Problem für Wochen. Ohne Kochmöglichkeit sind rohe Nudeln und trockener Reis nutzlos.

5. Medikamente nicht bevorraten

Wer auf Dauermedikamente angewiesen ist und nur bis zum nächsten Rezept reicht, hat ein ernstes Problem bei einer mehrtägigen Versorgungsunterbrechung. 4-Wochen-Reserve anlegen.

6. Den Vorrat nicht regelmäßig prüfen

Feste Termine setzen: Bei jeder Zeitumstellung (März und Oktober) den Vorrat durchgehen. Was läuft bald ab? Was fehlt? 20 Minuten, zweimal im Jahr.

7. Teure Spezialnahrung statt normaler Lebensmittel kaufen

Gefriergetrocknete Notfallnahrung (5–15 Euro pro Portion) lohnt sich nur bei extremem Platzmangel. Handelsübliche Konserven und Trockenprodukte sind günstiger, schmackhafter und genauso haltbar.

Der einfachste Einstieg

Kaufen Sie beim nächsten Supermarkt-Besuch einfach von jedem haltbaren Produkt (Nudeln, Reis, Konserven, H-Milch) die doppelte Menge. Stellen Sie die extra Packungen in einen separaten Bereich. Fertig: Sie haben einen 3-Tage-Notvorrat. In den folgenden Wochen bauen Sie schrittweise auf 10 Tage aus. Kein Stress, kein Sondereinkauf nötig. Unsere Blackout-Vorbereitung zeigt Ihnen, was Sie neben dem Essen noch brauchen.

13. Fertige Notfallpakete vs. Selbst zusammenstellen

Online-Shops verkaufen fertig gepackte Notvorrat-Pakete fuer 80 bis ueber 500 Euro. Klingt bequem. Doch die Verbraucherzentrale Sachsen hat im Februar 2025 einen umfassenden Marktcheck veroeffentlicht, der 14 solcher Online-Angebote unter die Lupe nimmt. Das Ergebnis faellt deutlich aus.

Was der Marktcheck zeigt

!Kaloriendefizit: Die meisten Pakete decken weder den Energie- noch den Naehrstoffbedarf eines Erwachsenen. Besonders vegetarische und vegane Optionen fallen durch.
!Ueberteuert: Vergleichbare Produkte aus dem Supermarkt kosten oft nur die Haelfte. Ein 10-Tage-Paket fuer 200 Euro laesst sich im Discounter fuer 80 bis 100 Euro selbst zusammenstellen.
!Geschmack: Gefriergetrocknete Mahlzeiten schmecken anders als gewohnte Lebensmittel. Im Stress greifen Menschen zu dem, was sie kennen. Ein Vorrat, der nicht schmeckt, bleibt im Regal.
!Kochgeraete ungeeignet: Viele als Notfallkocher beworbene Geraete eignen sich nicht fuer Innenraeume. Manche erfordern Erfahrung im Umgang und sind fuer Einsteiger gefaehrlich.
!Keine Individualisierung: Allergien, Unvertraeglichkeiten, Kinder, Haustiere oder besondere Ernaehrungsbeduerfnisse bleiben unberuecksichtigt.

Wann lohnt sich ein fertiges Paket trotzdem?

Fuer Personen, die sich nicht mit dem Thema beschaeftigen wollen oder koennen (z. B. als Geschenk fuer aeltere Angehoerige), kann ein qualitativ hochwertiges Fertigpaket ein Einstieg sein. Achten Sie dann auf: Mindestens 2.000 kcal pro Tag und Person, Angabe aller Inhaltsstoffe und Allergene, realistische Haltbarkeitsdaten (nicht ueber 10 Jahre, da Vitamingehalt stark sinkt) und positive, unabhaengige Bewertungen.

Fuer alle anderen gilt die klare Empfehlung der Verbraucherzentrale: Selbst zusammenstellen, in den Alltag integrieren, regelmaessig rotieren. Das spart Geld, schmeckt besser und laesst sich an Ihre Beduerfnisse anpassen. Ein individuell zusammengestellter Vorrat aus dem Supermarkt ist dem Fertigpaket in fast allen Punkten ueberlegen.

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Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

Der vollstaendige Marktcheck "Wie gut sind Notfallvorraete aus dem Internet?" wurde im Februar 2025 veroeffentlicht und ist auf verbraucherzentrale-sachsen.de kostenlos abrufbar. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Vorrat aus Supermarktprodukten selbst zusammenzustellen und als "lebendigen Vorrat" in den Alltag zu integrieren.

14. Der 4-Wochen-Einkaufsplan zum Aufbau

Einen Notvorrat fuer 10 Tage muessen Sie nicht an einem Tag kaufen. Das BBK empfiehlt ausdruecklich den schrittweisen Aufbau. Der folgende Plan verteilt die Anschaffung auf vier normale Supermarkt-Einkauefe. Pro Woche fallen 25 bis 40 Euro Mehrkosten an. Nach einem Monat steht Ihr kompletter Vorrat.

Woche 1: Wasser und Basis-Kohlenhydrate

  • 1. 2 Kaesten Mineralwasser (je 6 x 1,5 L) = 18 Liter
  • 2. 2 kg Nudeln (Hartweizen, 4 Packungen a 500 g)
  • 3. 2 kg Reis (weiss, Langkorn)
  • 4. 1 kg Haferflocken (2 Packungen a 500 g)
  • 5. 1 Packung Knäckebrot

Geschaetzte Kosten: ca. 15 bis 25 Euro. Sie haben jetzt 3 Tage abgedeckt.

Woche 2: Protein und Konserven

  • 1. 6 Dosen Thunfisch in Oel (je 185 g)
  • 2. 4 Dosen rote Bohnen oder Kichererbsen
  • 3. 500 g trockene Linsen (rote oder braune)
  • 4. 4 Dosen Gemuese (Mais, Erbsen, Moehren)
  • 5. 4 Dosen gehackte Tomaten
  • 6. 1 weiterer Kasten Wasser (9 Liter)

Geschaetzte Kosten: ca. 20 bis 30 Euro. Jetzt reicht der Vorrat fuer 5 bis 6 Tage.

Woche 3: Milchprodukte, Fette, Ergaenzungen

  • 1. 6 Liter H-Milch (3,5 %, Tetrapack)
  • 2. 1 Liter Sonnenblumenoel oder Olivenoel
  • 3. 500 g Nussmischung (ungesalzen)
  • 4. 500 g Honig
  • 5. 500 g Trockenobst (Rosinen, Aprikosen, Datteln)
  • 6. 4 Dosen Kondensmilch
  • 7. 1 weiterer Kasten Wasser (9 Liter)

Geschaetzte Kosten: ca. 25 bis 35 Euro. Vorrat reicht jetzt fuer 8 Tage.

Woche 4: Auffuellen, Gewuerze, Genussmittel

  • 1. 4 Dosen Fleischkonserven (Corned Beef, Leberwurst, Erbswurst)
  • 2. 500 g Grieß oder zusaetzliche Nudeln
  • 3. 500 g Zucker, 500 g Salz
  • 4. 1 Packung Bruehwuerfel oder Instantbruehe
  • 5. Instant-Kaffee oder Teebeutel (200 g)
  • 6. 2 Tafeln Schokolade, 1 Packung Kekse
  • 7. Restliches Wasser bis 50 Liter Gesamtmenge (bei 2-Personen-Haushalt)

Geschaetzte Kosten: ca. 20 bis 30 Euro. Der 10-Tage-Vorrat ist komplett.

Gesamtkosten fuer 4 Wochen: 80 bis 130 Euro fuer einen 2-Personen-Haushalt. Das entspricht etwa 20 bis 33 Euro Mehrkosten pro Einkauf. Verteilt auf den Monat faellt das kaum ins Gewicht. Und ab Woche 5 greift das Rotationsprinzip: Sie kaufen nur noch nach, was Sie im Alltag verbraucht haben. Die Mehrkosten sinken auf null.

Wer den Vorrat noch gezielter berechnen will, nutzt den offiziellen Vorratskalkulator der BLE. Dort geben Sie Haushaltsgröße, Alter und gewuenschte Vorratsdauer ein und erhalten eine individuelle Einkaufsliste. Unser Notvorrat-Rechner bietet eine schnelle Uebersicht nach Personenzahl.

Sonderfall: Single-Haushalt

Als Alleinlebende Person halbieren sich die Mengen. Ein 10-Tage-Vorrat fuer eine Person passt problemlos in zwei Umzugskartons oder ein schmales Regalbrett. Der Wasservorrat (25 Liter) besteht aus zwei 6er-Packs 1,5-Liter-Flaschen plus einem 10-Liter-Kanister. Gesamtkosten: 40 bis 70 Euro. Das groesste Problem bei Singles ist die Rotation, weil der Einzelverbrauch niedriger liegt. Setzen Sie sich einen Kalender-Termin alle 3 Monate, um die aeltesten Konserven in den normalen Verbrauch zu uebernehmen. Mehr Tipps fuer kleine Haushalte finden Sie in unserem Guide Krisenvorsorge fuer Singles.

Sonderfall: Familie mit Kindern

Bei einer vierkoepfigen Familie steigt der Bedarf auf ca. 100 Liter Wasser und rund 58 kg Lebensmittel. Klingt viel, passt aber in einen mittelgrossen Kellerraum oder Abstellkammer. Planen Sie kindgerechte Lebensmittel ein: Fruchtmus in Quetschbeuteln (12 bis 18 Monate haltbar), Zwieback, Milchreis-Dosen und Kakao-Pulver. Kinder essen in Stresssituationen oft weniger. Vertraute Lieblingsessen im Vorrat senken den Stresslevel fuer die ganze Familie. Detaillierte Planung fuer Familien bietet unser Ratgeber Krisenvorsorge fuer Familien.

15. Psychologische Vorbereitung und Stressbewältigung

Der neue BBK-Ratgeber von Oktober 2025 behandelt erstmals auch die psychische Seite der Krisenvorsorge. Ein voller Vorratsschrank nuetzt wenig, wenn Panik die Handlungsfaehigkeit lahmlegt. Psychologen des BBK betonen: Wer sich vorbereitet hat, reagiert in echten Krisen ruhiger, rationaler und handlungsfaehiger. Allein das Wissen, 10 Tage autark zu sein, senkt das Stressniveau messbar.

Warum Vorbereitung gegen Panik hilft

Stress entsteht, wenn die wahrgenommene Bedrohung die eigenen Ressourcen uebersteigt. Ein gut gefuellter Notvorrat verschiebt diese Gleichung: Sie wissen, dass Essen und Wasser gesichert sind. Ihr Gehirn kann sich auf die naechsten Schritte konzentrieren, statt in den Ueberlebensmodus zu schalten. Studien der Universitaet Bonn zum Verhalten waehrend der Ahrtal-Flut 2021 zeigen: Haushalte mit vorhandener Notfallausstattung trafen schnellere und bessere Entscheidungen bei der Evakuierung.

Kinder in der Krise: Wie Sie Sicherheit vermitteln

Kinder spiegeln das Verhalten der Erwachsenen. Wenn Sie ruhig und organisiert handeln, bleiben auch die Kinder ruhiger. Der BBK-Ratgeber empfiehlt:

  • Erklaeren Sie kindgerecht, was passiert. Luegen oder verschweigen erhoehen die Angst.
  • Halten Sie Routinen aufrecht: Feste Essenszeiten, Schlafenszeiten, gemeinsame Aktivitaeten.
  • Bereiten Sie Beschaeftigungsmaterial ohne Strom vor: Brettspiele, Buecher, Malzeug, Kartenspiele.
  • Lassen Sie Kinder helfen: Taschenlampe halten, Wasser eingiessen, beim Kochen assistieren. Teilhabe reduziert Hilflosigkeit.
  • Koerperliche Naehe ist der staerkste Beruhiger. Kuscheln, vorlesen, zusammen in einem Raum schlafen.

Desinformation erkennen

In Krisensituationen verbreiten sich Geruechte und Falschinformationen rasend schnell, besonders ueber Messenger-Dienste und soziale Medien. Der BBK widmet diesem Thema in seiner Neuauflage 2025 ein eigenes Kapitel. Die wichtigsten Regeln:

Offizielle Quellen nutzen

BBK-Webseite, NINA-Warn-App, Landesregierung, lokale Behoerden. Nicht WhatsApp-Kettenbriefe.

Absender pruefen

Wer verbreitet die Information? Hat die Quelle ein Impressum? Ist es eine Behoerde, ein Medium mit Redaktion oder ein anonymer Account?

Emotionale Inhalte hinterfragen

Nachrichten, die starke Angst, Wut oder Empoerung ausloesen, sind oft manipulativ. Schritt zurueck, durchatmen, Fakten pruefen.

Nicht weiterleiten ohne Pruefung

Jedes Weiterleiten einer Falschmeldung verstaerkt die Wirkung. Im Zweifel lieber nicht teilen.

Nachbarschaftshilfe organisieren

In allen groesseren Krisen der letzten Jahre war die Nachbarschaftshilfe der entscheidende Faktor fuer das Ueberstehen der ersten Tage. Im Ahrtal halfen Nachbarn einander mit Lebensmitteln, Werkzeug und Unterkunft, lange bevor offizielle Hilfe eintraf. Im Berliner Stromausfall 2026 organisierten Hausbewohner spontan gemeinschaftliche Kochstellen.

Sprechen Sie jetzt, vor einer Krise, mit Ihren Nachbarn. Wer hat einen Campingkocher? Wer hat einen Keller fuer kuehle Lagerung? Gibt es aeltere oder alleinstehende Personen im Haus, die Unterstuetzung brauchen? Ein einfacher Aushang im Treppenhaus ("Notfall-Kontaktliste") kann im Ernstfall den Unterschied machen. Tauschen Sie Telefonnummern aus, solange das Netz noch funktioniert.

Der Notfall-Ordner: Dokumente griffbereit

Neben Lebensmitteln und Wasser gehoeren auch wichtige Dokumente in die Vorbereitung. Das BBK empfiehlt einen wasserdichten Ordner oder eine Mappe mit Kopien von: Personalausweis und Reisepass, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Versicherungspolicen (Hausrat, Haftpflicht, Krankenversicherung), Eigentumsnachweis oder Mietvertrag, Kontodaten und Vollmachten, Impfpaessen und aerztlichen Bescheinigungen sowie einer Liste mit wichtigen Telefonnummern (Familie, Arbeitgeber, Versicherung, Hausarzt). Speichern Sie die wichtigsten Dokumente zusaetzlich digital, zum Beispiel verschluesselt in einer Cloud oder auf einem USB-Stick in der Notfall-Mappe. Unsere Krisenvorsorge-Checkliste enthaelt eine vollstaendige Dokumentenliste zum Abhaken.

Die NINA-Warn-App: Ihr digitaler Helfer

Die NINA-App (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) des BBK sendet standortbezogene Warnungen bei Unwetter, Hochwasser, Grossbraenden und anderen Gefahren direkt auf Ihr Smartphone. Die App ist kostenlos und funktioniert auch bei eingeschraenktem Mobilfunknetz ueber Cell-Broadcast-Nachrichten. Installieren Sie die App jetzt, nicht erst wenn die Sirene heult. Ergaenzend dazu zeigt unser Guide zur Kommunikation ohne Strom, wie Sie auch bei totalem Netzausfall informiert bleiben.

16. Weiterführende Fachseiten

17. Häufige Fragen zum Notvorrat

Wie viel Wasser brauche ich für den Notvorrat?
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person pro Tag. Dazu kommen 0,5–1 Liter für Körperhygiene. Für einen 10-Tage-Notvorrat und 2 Personen sind das mindestens 40–50 Liter. Empfohlen werden handelsübliche PET-Flaschen oder 10-Liter-HDPE-Kanister. Lagern Sie diese kühl, dunkel und lichtgeschützt. Das Wasser sollte mindestens einmal jährlich ausgetauscht werden.
Wo finde ich die Notvorrat-Liste vom Bundesamt als PDF?
Die offizielle Notvorrat-Liste als PDF bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) kostenlos an: der Ratgeber 'Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen' enthält eine vollständige Notvorrat-Liste (Bundesamt) im PDF-Format zum Ausdrucken. Download direkt bei bbk.bund.de unter 'Publikationen'. Die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) ergänzt mit der 'Vorratschecker'-Liste für 10-Tage-Haushaltsbedarf. Beide PDFs sind die Grundlage für jeden seriösen Notvorrat in Deutschland — wer vorrat anlegen will, startet mit diesen offiziellen Notvorrat-Listen. Unsere Notvorrat-Liste auf dieser Seite bündelt beide Quellen plus aktuelle Preise 2026.
Wie bevorraten — 10 Tage Notvorrat Schritt für Schritt?
Richtig bevorraten in 5 Schritten: 1) Vorrat anlegen beginnt mit Wasser — 22 L/Person für 10 Tage (PET-Flaschen, kühl und dunkel lagern). 2) Grundnahrungsmittel bevorraten: Reis, Nudeln, Haferflocken (haltbar 2–5 Jahre). 3) Konserven bevorraten nach Geschmack: Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch (haltbar 2–5 Jahre). 4) Ergänzungen bevorraten: H-Milch, Öl, Zucker, Salz, Honig. 5) Hygiene + Medikamente. Wichtig beim Vorrat anlegen: Nach FIFO-Prinzip rotieren (altes vorne, neues hinten) — so bleibt der Notvorrat im Alltag frisch. Das Bundesamt empfiehlt, das Bevorraten nicht als Einmal-Kauf zu sehen, sondern als kontinuierlichen Prozess.
Notvorrat oder Notfallvorrat — gibt es einen Unterschied?
Notvorrat und Notfallvorrat meinen dasselbe: den Haushaltsvorrat an Lebensmitteln, Getränken und Hygieneartikeln für mindestens 10 Tage autarker Versorgung. Das BBK verwendet offiziell den Begriff Notvorrat, viele Verbraucher sprechen umgangssprachlich von Notfallvorrat oder schlicht Vorräten für den Notfall. Es ist egal, wie Sie es nennen — entscheidend ist, dass der Notfallvorrat 2.200 kcal pro Person und Tag plus 2 Liter Trinkwasser abdeckt. Unsere komplette Liste für Vorräte für den Notfall finden Sie weiter unten.
Welche Lebensmittel eignen sich am besten für den Notvorrat?
Ideal sind: Konserven (Gemüse, Hülsenfrüchte, Thunfisch, Fleisch), Trockenprodukte (Reis, Nudeln, Haferflocken, Grieß, Linsen), Knäckebrot, Nüsse und Trockenfrüchte, H-Milch sowie Honig und Zucker. Wichtigste Regel: Kaufen Sie nur, was Sie wirklich essen mögen. Ein Vorrat aus ungeliebten Lebensmitteln nützt im Ernstfall nichts und verdirbt oder wird nicht aufgefrischt.
Wie lange sind Konserven haltbar?
Handelsübliche Konserven sind 2–5 Jahre haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist bei ungeöffneten, unbeschädigten Konserven eher eine Qualitäts- als eine Sicherheitsgrenze. Konserven ohne Verformung, Rost oder aufgewölbten Deckel sind oft Jahre nach dem MHD noch sicher essbar. Prüfen Sie regelmäßig und tauschen Sie aus. Faustregel: Jede Konserve, die normal aussieht, riecht und schmeckt, ist essbar.
Wie viel kostet ein 10-Tage-Notvorrat?
Für einen 2-Personen-Haushalt rechnen Sie mit ca. 80–150 Euro für Lebensmittel und Wasser. Dazu kommen einmalige Anschaffungen: Campingkocher (30–50 €), Wasserkanister (15–20 €), Erste-Hilfe-Set (20–30 €). Der entscheidende Vorteil des Rotationsprinzips: Langfristig kostet der Notvorrat fast nichts extra — Sie kaufen ohnehin Lebensmittel, rotieren sie und haben immer einen Puffer.
Was ist das Rotationsprinzip beim Notvorrat?
Das Rotationsprinzip bedeutet: Immer ein Doppelvorrat führen. Ältestes vorne, Neues hinten (First-In-First-Out). Im Alltag werden vorne die ältesten Produkte entnommen und hinten neue aufgefüllt. So haben Sie immer einen frischen Vorrat ohne extra Ausgaben — weil Sie die Lebensmittel ohnehin kaufen und essen. Zweimal jährlich prüfen (z.B. bei Zeitumstellung): Was läuft bald ab? Was fehlt?
Wie lagere ich Trinkwasser richtig?
Trinkwasser richtig lagern: Handelsübliche PET-Flaschen oder HDPE-Kanister (Lebensmittelqualität). Lagerort: kühl (10–20°C), dunkel (kein direktes Sonnenlicht), trocken. Nicht neben Chemikalien oder Putzmitteln lagern. Das Wasser sollte alle 12 Monate ausgetauscht werden. Leitungswasser kann direkt in saubere Kanister abgefüllt werden — es enthält Chlor als Konservierungsmittel. Für längere Lagerung empfehlen sich Wasserreinigungstabletten (Natrium-Hypochlorit).
Wie koche ich ohne Strom und Gasherd?
Alternativen: Campingkocher (Gaskartuschen, 30–50 €) — einfachste Lösung. Sterno/Brennpaste (sehr sparsam, für einfache Speisen). Holzfeuer (nur outdoor, Genehmigung prüfen). Wichtig: NIEMALS Gasgrill oder Holzkohlegrill in Innenräumen — CO-Gefahr! Campingkocher mit 10 Gaskartuschen reicht für ca. 3–4 Wochen einfaches Kochen (1 Mahlzeit/Tag).
Brauche ich spezielle Notfallnahrung (Freeze-Dry)?
Nein. Gefriergetrocknete Notfallnahrung (Freeze-Dry) ist teuer (5–15 € pro Portion) und für normale Haushalte nicht nötig. Handelsübliche Konserven, Trockenprodukte und H-Milch sind günstiger, ebenso haltbar und schmackhafter. Freeze-Dry macht Sinn für: Extrem-Outdoorer, sehr begrenzten Stauraum, oder wenn Sie 1-Jahres-Plus-Vorräte planen.
Was gehört in eine Hausapotheke für den Notfall?
Grundausstattung: Verbandmaterial (Wundpflaster, Mullbinden, sterile Kompressen), Desinfektionsmittel (Octenisept), Schmerzmittel/Fiebersenkung (Ibuprofen, Paracetamol), Kohletabletten bei Durchfall, Antihistaminika, Elektrolytpulver. Plus: 4-Wochen-Reserve aller persönlichen Dauermedikamente. Wichtig: Verfallsdaten regelmäßig prüfen, jährlich bei Zeitumstellung.
Wie lange hält H-Milch und andere haltbare Milchprodukte?
H-Milch hält ungeöffnet 8–12 Monate. Nach dem Öffnen: 3–5 Tage im Kühlschrank (ohne Kühlschrank: sofort verbrauchen). Alternativen: Kondensmilch (ungeöffnet 1–2 Jahre), Milchpulver (6–24 Monate), Pflanzenmilch in Tetrapack (6–12 Monate). Für Babys und Kleinkinder: immer ausreichend Säuglingsnahrung im Notvorrat.
Lohnen sich fertige Notvorrat-Pakete aus dem Internet?
In den meisten Fällen nein. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen (Februar 2025) zeigt: Fertige Notfallpakete decken oft weder den Kalorien- noch den Nährstoffbedarf, sind deutlich teurer als vergleichbare Supermarktprodukte und lassen sich nicht an individuelle Bedürfnisse anpassen. Ein selbst zusammengestellter Vorrat aus dem Supermarkt kostet weniger, schmeckt besser und wird im Alltag rotiert. Die einzige Ausnahme: Für Personen, die sich nicht mit dem Thema beschäftigen können, kann ein hochwertiges Fertigpaket (mindestens 2.000 kcal/Tag/Person) ein Einstieg sein.
Wie baue ich einen Notvorrat schrittweise auf?
Das BBK empfiehlt den schrittweisen Aufbau über 4 Wochen. Woche 1: Wasser (18 Liter) und Basis-Kohlenhydrate (Nudeln, Reis, Haferflocken). Woche 2: Proteinquellen (Thunfisch, Bohnen, Linsen) und Gemüsekonserven. Woche 3: Milchprodukte, Speiseöl, Nüsse, Trockenobst. Woche 4: Fleischkonserven, Gewürze, Genussmittel (Kaffee, Schokolade) und restliches Wasser. Pro Woche fallen ca. 25–40 Euro Mehrkosten an. Nach 4 Wochen steht der komplette 10-Tage-Vorrat für 2 Personen.

Quellen & weiterführende Links

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