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Krisenvorsorge

Blackout-Vorbereitung 2026 — Der komplette Guide

5 Schritte, Ausrüstungsliste, 72h-Plan. Grundausstattung unter 200 €. Basierend auf BBK-Empfehlungen und dem Berliner Blackout 2026.

Aktualisiert: April 2026 · 15 Min. Lesezeit

Was wir nach Jahren eigener Krisenvorsorge gelernt haben: Beim Blackout zählt nicht die perfekte Ausrüstung, sondern die ersten 60 Minuten — ob man Licht findet, das Radio an bekommt und weiß, wo die wichtigsten Dokumente liegen. Alles danach ist Routine.

Dunkle Wohnung mit einem einzelnen Taschenlampenstrahl, Stadtsilhouette ohne Licht im Hintergrund

Am 3. Januar 2026 — einem Samstagmorgen bei tiefwinterlichen Temperaturen — verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde. Fünf 110-kV-Hochspannungskabel wurden irreparabel zerstört. Innerhalb von Minuten verloren 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins den Strom — und die Fernwärme.

100.000 Menschen saßen in dunklen, kalten Wohnungen. Pflegeheime mussten evakuiert werden. 86 Mobilfunk-Basisstationen fielen aus. S-Bahnen und Regionalzüge standen still. Die Bundeswehr rückte mit Tankwagen an, das THW mobilisierte 971 ehrenamtliche Helfer. Erst am 7. Januar — nach vier Tagen — waren alle Haushalte wieder am Netz. Es war der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg.

Neun Monate vorher, am 28. April 2025, brach die Stromversorgung auf der Iberischen Halbinsel zusammen. 60 Millionen Menschen in Spanien und Portugal im Dunkeln — mitten am Tag. Ein Zusammenspiel aus Spannungsschwankungen und kaskadenartigen Schutzabschaltungen zerstörte das gesamte Stromnetz in 29 Minuten. Die Wiederherstellung dauerte über 16 Stunden.

Deutschland hat mit einem SAIDI-Wert von 11,7 Minuten (2024) eines der zuverlässigsten Stromnetze Europas. Aber „zuverlässig" heißt nicht „ausfallsicher". Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) schrieb nach dem Berliner Blackout: Der Vorfall offenbarte „grundlegende Defizite in der Krisenvorsorge und der Resilienz Kritischer Infrastruktur."

Dieser Guide zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie sich auf einen mehrtägigen Blackout vorbereiten. Kein Bunker, kein Vermögen nötig. Grundausstattung: unter 200 Euro. Zeitaufwand: ein Nachmittag.

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Winter-Blackout: Das unterschätzte Risiko

Im Winter ist Heizungsausfall das kritischste Problem beim Blackout. Moderne Gasheizungen (Brennwert-Therme) brauchen Strom für Steuerung und Pumpe — sie fallen sofort aus. Bei 0 °C Außentemperatur kühlt ein Altbau in 12 Stunden auf 8–10 °C ab. Wer Kleinkinder, Senioren oder Kranke im Haushalt hat, muss das besonders ernst nehmen.

Stromausfall, Brownout, Blackout — was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber fundamental verschiedene Szenarien:

Stromausfall (lokal)

Ein Bagger trifft ein Erdkabel, ein Transformator fällt aus. Betrifft einzelne Straßen oder Stadtteile. Dauer: Minuten bis wenige Stunden. Passiert in Deutschland rund 164.000 Mal pro Jahr — wird fast immer schnell behoben. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, die Taschenlampe zu überprüfen.

Brownout (kontrolliert)

Netzbetreiber senken gezielt die Spannung oder schalten Stadtteile rotierend ab, um einen Totalausfall zu verhindern. Unangenehm, aber kontrolliert — die Infrastruktur funktioniert weiter, nur eingeschränkt.

Blackout (unkontrolliert)

Großflächiger Zusammenbruch ganzer Regionen oder Länder. Das Netz kollabiert kaskadenartig — Schutzrelais trennen Leitungen, Kraftwerke schalten sich ab. Das Wiederhochfahren (der „Schwarzstart") ist technisch extrem komplex. In Spanien dauerte er 16+ Stunden. In Deutschland könnten es 1–5 Tage werden.

Für Ihre Vorbereitung gilt: Planen Sie für 72 Stunden komplett ohne externe Versorgung. Kein Strom, kein fließendes Wasser, kein Mobilfunk, keine offenen Geschäfte. Wenn Sie das schaffen, sind Sie für alle drei Szenarien gewappnet.

Schritt 1: Beleuchtung — das Erste, was fehlt

Strom weg = Licht weg. Das klingt banal, unterschätzen Sie es nicht. Dunkelheit erzeugt Stress — besonders bei Kindern und älteren Menschen. Handlungsfähigkeit beginnt damit, etwas sehen zu können.

2 LED-Taschenlampen (mindestens 300 Lumen, AA-Batterien)

Warum AA? Weil das der verbreitetste Batterietyp der Welt ist — an jeder Tankstelle erhältlich. Warum 300 Lumen? Reicht für einen ganzen Raum. Warum zwei? Eine pro Stockwerk — oder eine als Backup.

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1 Stirnlampe pro erwachsene Person (Petzl, Black Diamond, Ledlenser)

Der unterschätzteste Ausrüstungsgegenstand. Wenn Sie im Dunkeln den Sicherungskasten prüfen oder den Campingkocher bedienen, brauchen Sie beide Hände frei. Modell mit Rotlichtmodus wählen — rotes Licht zerstört die Nachtsicht nicht und spart Batterie. Kosten: 20–35 €.

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Lithium-Ersatzbatterien (Energizer Ultimate Lithium)

Lithium-Batterien halten 8–10× länger als Alkaline, wiegen 30 % weniger und funktionieren bei −40 °C — relevant, wenn der Strom im Winter ausfällt und die Wohnung auskühlt. 2 komplette Sätze pro Gerät einlagern.

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Profi-Tipp: Taschenlampe neben das Kopfkissen

Legen Sie eine Taschenlampe neben Ihr Kopfkissen — nicht in die Nachttischschublade, nicht im Flur. Wenn nachts um 3 Uhr der Strom ausfällt, brauchen Sie in den ersten 5 Sekunden Orientierung. Diese 5 Sekunden entscheiden, ob Sie ruhig aufstehen oder panisch durch die Wohnung stolpern.

Schritt 2: Kommunikation — wenn das Internet stirbt, lebt UKW

Das Mobilfunknetz hat Notstrom für 4–8 Stunden. Danach: Stille. Kein WhatsApp, keine Nachrichten-Apps, kein Google. Was dann noch funktioniert: UKW-Radio. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind gesetzlich verpflichtet, bei Großschadenslagen Notfallinformationen zu senden. Die Sendetürme haben Dieselgeneratoren für mehrere Tage Autonomie.

Kurbelradio mit USB-Ladeport — das wichtigste Einzelgerät (25–40 €)

Ein gutes Kurbelradio (Midland ER300, Sangean MMR-88) empfängt UKW und MW, hat eine eingebaute LED-Taschenlampe, einen Solarpanel-Streifen und kann Ihr Smartphone per USB laden. 1 Minute kurbeln = 5–10 Minuten Radiohören. In einer Krise wissen Sie so, was passiert und wo Hilfe kommt — buchstäblich lebensrettend.

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Powerbank 20.000 mAh (25–40 €)

Reicht für 4–5 volle Smartphone-Ladungen. Häufigster Fehler: Die Powerbank liegt seit 8 Monaten leer im Schrank. Lithium-Akkus verlieren ca. 5–10 % Ladung pro Monat. Einmal monatlich aufladen — oder regelmäßig für Tagesausflüge nutzen. Ein Smartphone im Energiesparmodus hält mit einer vollen 20.000-mAh-Powerbank 5–7 Tage.

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Notfallnummern ausgedruckt und laminiert

Wie viele Telefonnummern kennen Sie auswendig? Wahrscheinlich keine. Alles steht im Smartphone-Kontaktbuch — das Ihnen bei leerem Akku nichts nützt. Drucken Sie aus: Familie, Hausarzt, Nachbarn, Vermieter, Netzbetreiber-Störungsnummer, Notruf 112/110, Giftnotruf 030 19240. Laminieren oder in eine Klarsichthülle stecken.

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NINA-App funktioniert NICHT ohne Mobilfunknetz

Die NINA-Warn-App (BBK) und KatWarn funktionieren nur mit funktionierendem Mobilfunknetz. Ohne Netz keine Push-Nachrichten. Die Behörden wissen das — deshalb senden sie Katastrophenmeldungen parallel über UKW-Rundfunk. Das Kurbelradio ist Ihre Lebensversicherung.

Schritt 3: Wärme — das unterschätzte Problem

Die meisten modernen Heizungen — Gas-Brennwertkessel, Ölheizungen, Wärmepumpen — brauchen Strom für Steuerung, Umwälzpumpe und Zündung. Ohne Strom: keine Heizung. Egal wie viel Gas oder Öl im Tank ist.

Bei 0 °C Außentemperatur kühlt eine gut isolierte Neubauwohnung (KfW-40-Standard) in 12 Stunden auf 14–15 °C ab. Ein Altbau ohne Dämmung: auf 8–10 °C in derselben Zeit. Für Säuglinge und Menschen über 75 Jahre wird das gefährlich.

Alle in einen Raum

Den kleinsten Raum mit den wenigsten Außenwänden wählen, Südseite bevorzugt. Rollladen runter (Zusatzisolierung). Türen zu allen anderen Räumen schließen. 4 Menschen in einem 15-m²-Raum erzeugen ca. 400 Watt Wärme — messbar wirksam.

Schlafsäcke (Komforttemperatur 0 °C, Kunstfaser)

Kunstfaser (40–70 €) isoliert auch bei Feuchtigkeit gut. Daunen sind wärmer, aber bei Feuchtigkeit wertlos. Für die Krisenvorsorge: Kunstfaser empfehlenswert.

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Wärmflaschen (2 Liter) + Campingkocher zum Erwärmen

Altmodisch? Absolut. Effektiv? Extrem. Eine 2-Liter-Wärmflasche hält im Schlafsack 4–6 Stunden warm. Zwei Wärmflaschen (eine an den Füßen, eine am Bauch) machen aus einem 5 °C kalten Schlafplatz einen erträglichen.

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LEBENSGEFAHR: CO-Vergiftung

Benutzen Sie NIEMALS einen Gasgrill, Holzkohlegrill, Camping-Gasheizstrahler oder Benzin-Generator zur Raumheizung in geschlossenen Räumen. Kohlenmonoxid (CO) ist geruchlos, farblos und tödlich. Falls Sie einen Camping-Heizstrahler nutzen: nur mit batteriebetriebem CO-Melder UND dauerhaft geöffnetem Fenster.

Schritt 4: Essen und Trinken — der 10-Tage-Vorrat

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für mindestens 10 Tage. Die konkreten Zahlen:

Wasser: 2,5 Liter pro Person pro Tag

2 L trinken + 0,5 L kochen/Hygiene. Für 10 Tage = 25 Liter pro Person. Eine 4-köpfige Familie: 100 Liter. Das sind 12 handelsübliche 8er-Packs 1,5-L-Wasserflaschen. Passt in eine Kellerecke.

Warum Wasser zuerst? Ohne Essen überlebt man 3 Wochen, ohne Wasser nur 3 Tage. Und bei einem Blackout fallen die Pumpen der Wasserwerke aus — in Hochhäusern (ab dem 3. Stock) ist nach wenigen Stunden kein Wasserdruck mehr vorhanden.

Die „Sofort essbar"-Regel

Häufigster Fehler: Tonnenweise Nudeln und Reis lagern. Ohne Strom, ohne Leitungswasser und mit begrenztem Campinggas nützt Ihnen trockener Reis wenig. Mindestens 50 % des Vorrats sollten OHNE Kochen essbar sein.

Sofort essbar (Priorität)

  • • Konserven (Ravioli, Eintopf, Thunfisch) — kalt essbar, 3–5 Jahre haltbar
  • • Knäckebrot, Zwieback — leicht, ewig haltbar
  • • Nüsse, Energieriegel, Trockenfrüchte — 600 kcal/100 g bei Nüssen
  • • Erdnussbutter — 590 kcal/100 g, 12+ Monate haltbar
  • • Honig — buchstäblich unbegrenzt haltbar

Mit Campingkocher

  • • Haferflocken (Porridge in 3 Min., 370 kcal/100 g)
  • • Instant-Suppen und -Nudelgerichte
  • • Nudeln, Reis (nur bei ausreichend Wasser + Gas)

Bargeld: 500 € in kleinen Scheinen

Kartenterminals brauchen Strom und Internet. Geldautomaten brauchen Strom. Bei einem Blackout zahlen Sie mit Bargeld — oder gar nicht. 500 € in 5er, 10er und 20er-Scheinen, physisch im Haus. In einer echten Krisensituation nimmt kein Laden einen 100er-Schein an, wenn er kein Wechselgeld hat.

Schritt 5: Dokumente und Informationen sichern

Das vergessen 90 % der Vorsorge-Ratgeber: Wenn Ihr Smartphone stirbt, sind alle Ihre Kontakte, alle Versicherungsunterlagen, Ihr digitales Leben weg.

Dokumentenkopien (wasserdicht gelagert)

  • • Personalausweis / Reisepass
  • • Krankenversicherungskarte
  • • Impfpass
  • • Mietvertrag / Grundbuch
  • • Versicherungspolicen (Hausrat, Haftpflicht, KFZ)
  • • Kontodaten / IBAN
  • • Medikamentenliste (Wirkstoff + Dosierung)

Alles als Scan auf einem verschlüsselten USB-Stick (VeraCrypt oder BitLocker). Zusätzlich als Papierkopie in einer wasserdichten Dokumentenmappe. Kosten: 5 € für die Mappe, 10 Minuten für die Scans.

Alle Blackout-Themen im Überblick

Wählen Sie das Thema, das für Sie am dringendsten ist — oder beginnen Sie mit der Basis-Checkliste weiter unten.

Die komplette Blackout-Checkliste

Pflicht-Ausrüstung (Gesamtkosten: 150–250 €)

GegenstandPreis ca.Priorität
2× LED-Taschenlampe (300 Lumen, AA)20–30 €PFLICHT
Ersatzbatterien (AA/AAA, Lithium)15–20 €PFLICHT
1× Stirnlampe pro Person20–35 €PFLICHT
Kerzen + Feuerzeuge + Halter10 €PFLICHT
Kurbelradio mit USB25–40 €PFLICHT
Powerbank 20.000 mAh25–40 €PFLICHT
Notfallnummern laminiert2 €PFLICHT
Campingkocher + 6× Gaskartuschen30–50 €PFLICHT
2 Schlafsäcke (Komfort 0 °C)50–80 €PFLICHT
2 Wärmflaschen (2 L)10 €PFLICHT
25 L Wasser pro Person10–15 €PFLICHT
Lebensmittelvorrat 10 Tage70–120 €PFLICHT
500 € Bargeld (kleine Scheine)500 €*PFLICHT
Dokumentenmappe + USB-Stick5–15 €PFLICHT
Dosenöffner (manuell!)5 €PFLICHT

* Bargeld ist kein „Ausgabe" — Sie haben das Geld ja noch.

Empfohlene Ergänzungen

GegenstandPreis ca.Warum
Powerstation 500 Wh+300–600 €Kühlschrank 12–24 h überbrücken
Faltbares Solarpanel 100 W150–250 €Powerstation nachladen
Wasserfilter (Sawyer/Berkey)30–200 €Regenwasser trinkbar machen
CO-Melder (batteriebetrieben)20–30 €Lebensrettend bei Heizimprovisation
Erste-Hilfe-Set15–30 €Grundversorgung ohne Arzt
Campingtoilette + Müllbeutel20–40 €Wenn Toilettenspülung ausfällt

Diese Checkliste deckt die wichtigsten Kategorien ab. Haken Sie ab, was Sie bereits haben — was fehlt, findet sich auf den Detailseiten:

Licht

  • 2× LED-Taschenlampe (300 Lumen, AA-Batterien) + Lithium-Ersatzbatterien
  • 1× Stirnlampe pro erwachsene Person (mit Rotlichtmodus)
  • Kerzen + Feuerzeuge + stabile Halter
  • Optional: Solar-Lichterkette

Energie & Kommunikation

  • Kurbelradio mit USB-Ladeport (Midland ER300 oder Sangean MMR-88)
  • Powerbank 20.000 mAh — monatlich aufladen!
  • Notfallnummern ausgedruckt und laminiert
  • Optional: Powerstation 500+ Wh (EcoFlow, Jackery)

Wärme & Kochen

  • Campingkocher + 6× Gaskartuschen (230 g)
  • Kochtöpfe passend für Gaskocher
  • 2× Schlafsack (Komforttemperatur 0 °C, Kunstfaser)
  • 2× Wärmflasche (2 Liter)
  • CO-Melder batteriebetrieben

Wasser & Lebensmittel

  • 25 Liter Wasser pro Person (PET-Flaschen oder Kanister)
  • Konserven & sofort essbare Lebensmittel für 10 Tage
  • Manueller Dosenöffner
  • Optional: Wasserfilter (Sawyer Squeeze)

Finanzen & Dokumente

  • 500 € Bargeld in 5er, 10er, 20er-Scheinen
  • Dokumentenkopien (Ausweis, Versicherungen, Impfpass) in wasserdichter Mappe
  • USB-Stick mit verschlüsselten Dokument-Scans

Der Handlungsplan: Was wann tun (0–72 Stunden)

Erste 2 Stunden — Sofortmaßnahmen

  1. Taschenlampe einschalten — Orientierung herstellen
  2. Aus dem Fenster schauen: Nur meine Wohnung oder die ganze Straße?
  3. Wenn nur Sie betroffen: Sicherungskasten + FI-Schalter prüfen
  4. Wenn großflächig: Kurbelradio einschalten, UKW hören
  5. Smartphone → Flugmodus + Energiesparmodus
  6. Kühlschrank/Gefriertruhe NICHT öffnen (hält 4–48 h geschlossen)
  7. Nachbarn informieren — besonders Ältere und Alleinstehende

2–12 Stunden — Routine einrichten

  • • Warme Mahlzeit auf dem Campingkocher zubereiten
  • • Wärmsten Raum einrichten, Türen schließen
  • • Bargeld und Dokumente griffbereit legen
  • • Regelmäßig UKW-Radio hören (Behördendurchsagen)
  • • Kinder beschäftigen: Brettspiele, Kartenspiele, Vorlesen — keinen Handyakku verschwenden

12–72 Stunden — Durchhalten

  • • Gefriertruhen-Inhalt bei Frost auf dem Balkon umlagern
  • • Wasser rationieren, wenn Nachschub unsicher
  • • Nachbarschaftshilfe: gemeinsam kochen, Radio hören, aufeinander aufpassen
  • • Bei Extremkälte: Notunterkünfte aufsuchen (Gemeinden richten Turnhallen ein)
  • • Ruhe bewahren — die Behörden arbeiten am Netzaufbau

Die 6 häufigsten Fehler bei der Blackout-Vorbereitung

1

Powerbank seit Monaten leer

Lithium-Akkus verlieren 5–10 % pro Monat. Einmal monatlich laden — oder bei jedem Handy-Laden mitladen.

2

Generator im Keller oder in der Garage

Kohlenmonoxid tötet leise. Verbrennungsmotoren gehören nach draußen — mindestens 5 Meter von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen entfernt. In Deutschland sterben jährlich ca. 650 Menschen an CO-Vergiftung (Bundesinstitut für Risikobewertung).

3

Nur Nudeln und Reis gelagert

Ohne Strom, ohne Leitungswasser und mit begrenztem Campinggas ist beides nutzlos. Mindestens 50 % sofort essbare Lebensmittel — ohne Kochen verzehrbar.

4

Kein Bargeld im Haus

„Heb ich morgen ab“ — wenn morgen der Automat keinen Strom hat, ist es zu spät.

5

Smartphone als einzige Lichtquelle

Die Taschenlampen-App frisst 5–8 % Akku pro Stunde. Eine echte LED-Taschenlampe hält 30+ Stunden mit einem Satz Batterien.

6

Keine Vorbereitung, weil „das passiert hier nicht“

Spanien dachte das auch — bis zum 28. April 2025. Berlin dachte das auch — bis zum 3. Januar 2026.

Was kostet Blackout-Vorbereitung? — Die ehrliche Kalkulation

Minimal-Setup

~83 €

+ 200 € Bargeld (kein Verlust)

  • • Taschenlampe + Batterien: 15 €
  • • Kerzen + Feuerzeuge: 5 €
  • • Kurbelradio: 30 €
  • • Wasservorrat 20 L: 8 €
  • • Konserven für 3 Tage: 20 €
  • • Dosenöffner: 5 €

Empfohlenes Setup

~233 €

+ 500 € Bargeld

  • • Alles aus Minimal
  • • Stirnlampe: 25 €
  • • Powerbank: 30 €
  • • Campingkocher + Gas: 40 €
  • • Schlafsack: 50 €
  • • Dokumentenmappe: 5 €

Premium-Setup

~1.228 €

+ 500 € Bargeld

  • • Alles aus Empfohlen
  • • Powerstation 1.000 Wh: 700 €
  • • Solarpanel 100 W: 200 €
  • • Wasserfilter: 40 €
  • • CO-Melder: 25 €
  • • Campingtoilette: 30 €

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Hausratversicherung kostet 150–300 € pro Jahr. Ihr Blackout-Setup kaufen Sie einmal und haben es 10+ Jahre — auf die Lebensdauer gerechnet 10–25 € pro Jahr. Was kostet ein einziger Restaurantbesuch zu viert? 80–120 €. Für das Geld eines Abendessens sind Sie für den nächsten Stromausfall gewappnet.

Spezialfälle

Blackout-Vorbereitung mit Kindern

Kinder spüren Angst und Unsicherheit sofort. Dunkelheit, ungewohnte Stille und aufgeregte Eltern — das ist für Kinder Stress. Handlungsempfehlungen:

  • • Erklären Sie Ihrem Kind VOR einer Krise spielerisch, was ein Stromausfall ist: „Manchmal geht das Licht aus, das ist normal. Wir haben Taschenlampen."
  • • Spiele-Set bereithalten: Kartenspiele, Brettspiele, Malbücher. Kein Handy — der Akku ist für Notfälle.
  • • Kuscheltier + Taschenlampe neben das Kinderbett legen.
  • • Ruhe ausstrahlen — Kinder orientieren sich an den Eltern.
  • • Taschenlampenspiel: Schatten an die Wand machen, Geschichten erzählen. Machen Sie ein Abenteuer daraus, kein Drama.

Blackout-Vorbereitung mit Haustieren

  • Hunde: 10 Tage Trockenfutter vorrätig halten (ca. 3–5 kg für 20-kg-Hund). Wassernapf regelmäßig füllen.
  • Katzen: 10 Tage Trockenfutter + Katzenstreu. Wasser muss immer verfügbar sein.
  • Aquarien/Terrarien: Ohne Strom fallen Filter und Heizung aus. Eine Powerstation (500+ Wh) hält Filter und Heizung 12–24 h am Laufen. Minimum: batteriebetriebene Luftpumpe (ca. 10 €).

Der 5-Minuten-Blackout-Test

Gehen Sie jetzt durch Ihre Wohnung und prüfen Sie:

  • Ich weiß, wo der Sicherungskasten ist
  • Eine Taschenlampe liegt neben meinem Bett
  • Ich habe ein Kurbelradio oder Batterieradio
  • Meine Powerbank ist geladen
  • Ich habe 500 € Bargeld im Haus
  • Mindestens 20 Liter Wasser sind gelagert
  • Es gibt Konserven und sofort essbare Lebensmittel für 3 Tage
  • Ich besitze einen manuellen Dosenöffner
  • Ich habe warme Schlafsäcke oder Decken
  • Ich kenne die Telefonnummern meiner Nachbarn

8–10 Haken: Sie sind vorbereitet.

5–7 Haken: Sie sind auf dem richtigen Weg. Füllen Sie die Lücken.

0–4 Haken: Fangen Sie heute an. Nicht morgen. Heute.

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Häufig gestellte Fragen zur Blackout-Vorbereitung

Was ist der Unterschied zwischen Stromausfall und Blackout?
Stromausfall (lokal): Einzelne Straßen oder Stadtteile, Dauer Minuten bis Stunden — in Deutschland rund 164.000 Mal pro Jahr. Brownout: Kontrollierte Spannungsreduzierung zum Schutz vor Totalausfall. Blackout (unkontrolliert): Großflächiger Zusammenbruch ganzer Regionen — kaskadenartig. Ein Schwarzstart dauert in Deutschland schätzungsweise 1–5 Tage. Deutschland hat mit einem SAIDI-Wert von 11,7 Minuten (2024) eines der zuverlässigsten Stromnetze Europas — aber 'zuverlässig' heißt nicht 'ausfallsicher'.
Was ist das Minimum an Ausrüstung für einen Blackout?
Das absolute Minimum (ca. 83 €): 2 LED-Taschenlampen + Ersatzbatterien (25 €), Kerzen + Feuerzeuge (5 €), Kurbelradio (30 €), Wasservorrat 25 L pro Person (10 €), Konserven für 3 Tage (25 €), manueller Dosenöffner (5 €) — plus 500 € Bargeld in kleinen Scheinen.
Wie viel Wasser brauche ich für eine Person bei einem Blackout?
2,5 Liter pro Person pro Tag (2 L trinken + 0,5 L kochen/Hygiene). Für 10 Tage = 25 Liter pro Person. Eine vierköpfige Familie braucht 100 Liter. Kaufen Sie handelsübliche PET-Flaschen (1,5 L) oder 10-Liter-HDPE-Kanister.
Wie lange funktioniert die Heizung beim Blackout?
Moderne Gasheizungen (Brennwert/Kombitherme) brauchen Strom für die Steuerung und Pumpe — sie fallen sofort aus. Bei 0 °C Außentemperatur kühlt eine gut isolierte Neubauwohnung in 12 Stunden auf 14–15 °C ab, ein Altbau auf 8–10 °C. Im Winter ist Heizungsausfall das kritischste Problem beim Blackout.
Warum brauche ich Bargeld beim Blackout?
Kartenterminals brauchen Strom und Internet. Geldautomaten brauchen Strom. Beides funktioniert nicht bei Blackout. Empfehlung: 500 Euro in 5er, 10er und 20er-Scheinen, physisch zu Hause aufbewahren. In einer echten Krisensituation können Läden keinen 100er-Schein wechseln.
Kann ich während eines Blackouts kochen?
Elektrokocher, Induktionsherd: sofort ausgefallen. Gasherd: funktioniert oft (Zündung manuell möglich). Campingkocher mit Butan/Propan-Kartuschen: beste Lösung. Wichtig: Gaskocher und Holzkohlegrill NIEMALS in geschlossenen Räumen — Kohlenmonoxid ist geruchlos und tödlich.
Wie lange läuft mein Smartphone ohne Strom?
Moderne Smartphones: 1–2 Tage bei normalem Gebrauch, 2–4 Tage im Energiesparmodus. Eine Powerbank (20.000 mAh) lädt ein Smartphone 4–6 Mal. Für längere Blackouts: Powerstation (EcoFlow, Jackery) mit 500–1000 Wh kann das Smartphone wochenlang laden.
Was ist Zivilschutz und was bedeutet er für Privathaushalte beim Blackout?
Zivilschutz in Deutschland ist die gesetzliche Aufgabe des Bundes, die Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren zu schützen (§ 1 Zivilschutzgesetz ZSG). In Friedenszeiten wird der Zivilschutz vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert — das BBK betreibt die Warnmittel (Sirenen, NINA-App, Cell Broadcast) und gibt die Zivilschutz-Empfehlungen für Privathaushalte heraus. Kernbotschaft des deutschen Zivilschutzes für den Blackout: 72 Stunden Selbstversorgung (Wasser, Lebensmittel, Wärme, Licht, Kommunikation). Wer die Zivilschutz-Leitlinien befolgt, ist auf Blackout-Szenarien vorbereitet. Die Zivilschutz-Konzeption 2016 des Bundes benennt den Stromausfall ausdrücklich als kritisches Szenario — private Krisenvorsorge ist damit Teil des staatlichen Zivilschutz-Ansatzes.
Wie lange hält der Kühlschrank ohne Strom?
Ein geschlossener Kühlschrank hält die Temperatur 4–6 Stunden, ein Gefrierschrank 24–48 Stunden — nur wenn Sie ihn NICHT öffnen. Bei Frost können Sie Gefriergutt auf den Balkon umlagern. Im Sommer bei Wärme: Kühlgut priorisieren, Fleisch und Milchprodukte zuerst verbrauchen.

Quellen & weiterführende Links