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Krisenvorsorge Tipps — Notfallvorsorge komplett

Notfallrucksack, Einmachen, Haustiere, Familien und Senioren: Alle Krisenvorsorge-Themen auf einen Blick — praktisch, umsetzbar, nach BBK-Standard.

Aktualisiert: April 2026 · 25 Min. Lesezeit

135 Tote im Ahrtal. 40 Milliarden Euro Schaden. Tausende Haushalte ohne Strom, ohne Wasser, ohne Mobilfunk. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat gezeigt: Krisenvorsorge ist keine Paranoia, sondern eine rationale Entscheidung. Das Bundesamt fuer Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deutschen Haushalten, sich auf mindestens 10 Tage Eigenversorgung vorzubereiten. Wer diese Grundlage hat, ist fuer nahezu alle realistischen Szenarien geruestet.

Notfallvorsorge bedeutet nicht, einen Bunker zu bauen oder sich in den Wald zurueckzuziehen. Es bedeutet: 20 Liter Wasser pro Person lagern, einen Notfallrucksack packen und wissen, wo die Taschenlampe liegt. Das kostet unter 100 Euro und ist an einem Nachmittag erledigt. In einer modernen Gesellschaft, die auf reibungslose Infrastruktur angewiesen ist, kann ein mehrtägiger Stromausfall den Alltag vollständig lahmlegen. Wer dann vorbereitet ist, muss nicht in Panik den leergeräumten Supermarkt aufsuchen.

Laut einer Umfrage des BBK aus 2024 haben nur 43 % der deutschen Haushalte einen Wasservorrat fuer mehr als 3 Tage. Nur 29 % besitzen einen gepackten Notfallrucksack. Diese Seite ist Ihr zentraler Einstieg: Von der Krisenvorsorge-Liste ueber den Notvorrat bis zur Vorsorge fuer Familien und Senioren. Alles auf einen Blick, alles nach BBK-Standard.

Krisenvorsorge-Tipp: In 15 Minuten starten

Nehmen Sie jetzt einen Rucksack und packen Sie: Personalausweis, 20 Euro Bargeld, eine Powerbank, eine Wasserflasche und Ihre Dauermedikamente fuer 3 Tage. Das sind 15 Minuten Arbeit und schon sind Sie besser vorbereitet als die Mehrheit der deutschen Haushalte.

Warum Krisenvorsorge 2026 wichtiger ist als je zuvor

Deutschlands Stromnetz gehört zu den sichersten weltweit. Der SAIDI-Wert (durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Verbraucher) lag 2023 bei rund 12,8 Minuten pro Jahr, so die Bundesnetzagentur. Ein grossflaechiger Blackout bleibt extrem unwahrscheinlich. Trotzdem wächst die Zahl der Szenarien, die kurze bis mehrtägige Ausfälle ausloesen koennen.

Das Ahrtal 2021 war kein Einzelfall. Sturmtief Bernd hat 180 Menschen das Leben gekostet und ueber 9.000 Gebäude zerstört. Die Versicherungswirtschaft beziffert den Schaden auf 8,75 Milliarden Euro allein fuer versicherte Schaeden. Vier Jahre später ist der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen: Rund 2 Milliarden Euro an Hilfsgeldern wurden bis Mitte 2025 ausbezahlt, viele Betroffene warten weiter.

Was zwischen 2021 und 2026 dazukam: Die Energiekrise 2022 durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, Cyberangriffe auf kommunale Verwaltungen (Anhalt-Bitterfeld 2021, Potsdam 2023) und die zunehmende Häufigkeit von Extremwetter durch den Klimawandel. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die nächste Störung eintritt.

Reale Szenarien fuer Deutschland

Hohe Eintrittswahrscheinlichkeit:

  • • Mehrtägiger lokaler Stromausfall (Unwetter, Netzueberlastung)
  • • Extremwetter mit Versorgungsunterbrechung (Starkregen, Hitze, Eis)
  • • Quarantäne oder Isolation (Pandemie, Kontamination)
  • • Lieferkettenausfälle (politische Krisen, Streik, Cyberangriff)

Niedrige, aber nicht null:

  • • Grossflächiger Blackout ueber mehrere Tage
  • • Ausfall der Trinkwasserversorgung
  • • Chemie- oder Industrieunfall mit Evakuierung
  • • Grossflächige IT-Störung (Banken, Kommunikation)

Das BBK hat im Oktober 2025 seinen Ratgeber grundlegend ueberarbeitet. Der neue Titel: „Vorsorgen fuer Krisen und Katastrophen". Neu darin: Hinweise zum Umgang mit Desinformation, Schutzverhalten bei Explosionen und Empfehlungen zur Angstbewältigung, besonders fuer Kinder. Im Maerz 2026 starteten BBK und THW gemeinsam die Aktionsreihe „Vorbereitung zahlt sich aus!" mit praktischen Workshops in Bonn. Die offizielle Empfehlung bleibt: 10 Tage Eigenversorgung als Minimum.

Wasservorrat anlegen: Die wichtigste Massnahme ueberhaupt

Ohne Nahrung ueberleben Sie Wochen. Ohne Wasser keine drei Tage. Das BBK empfiehlt 1,5 Liter Trinkwasser pro Person und Tag als Grundbedarf, plus 0,5 Liter zum Kochen. Fuer den empfohlenen 10-Tage-Vorrat ergibt das 20 Liter pro Person. Ein 4-Personen-Haushalt braucht 80 Liter, das entspricht etwa 14 handelsüblichen 6-Liter-Sixpacks Mineralwasser.

Lagern Sie Wasser kühl und dunkel. Stilles Mineralwasser in verschlossenen PET-Flaschen hält mindestens ein Jahr. Glasflaschen sind noch langlebiger. Leitungswasser koennen Sie in sauberen Kanistern lagern, sollten es aber alle sechs Monate austauschen. Wer auf Nummer sicher gehen will, ergänzt seinen Vorrat um Wasserentkeimungstabletten (Micropur Forte) oder einen kompakten Wasserfilter (Sawyer Squeeze), der Bakterien und Protozoen zu 99,99 % entfernt.

Wasservorrat nach Haushaltsgrösse (10 Tage)

20 L

1 Person

40 L

2 Personen

60 L

3 Personen

80 L

4 Personen

Vergessen Sie nicht: Bei Stromausfall funktionieren viele Wasserwerke nur eingeschränkt. Pumpen brauchen Strom. In Hochhäusern ab dem 4. Stock kommt ohne Druckerhöhungspumpe kein Wasser mehr aus dem Hahn. Wer in einer Mietwohnung im Obergeschoss lebt, ist von einem Stromausfall direkt betroffen. Mehr Details zum optimalen Notvorrat anlegen finden Sie auf unserer Spezialseite.

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Notfallrucksack packen: Die vollständige Checkliste

Ein Notfallrucksack (auch 72-Stunden-Rucksack oder Go-Bag) ist die wichtigste Sofortmaßnahme in der Krisenvorsorge. Er muss für mindestens 3 Tage ohne externe Versorgung ausreichen und in unter 5 Minuten mitgenommen werden können.

Absolute Pflichtgegenstände (ohne Ausnahme)

  • Personalausweis / Reisepass — Kopie in wasserdichter Hülle
  • Krankenversicherungskarte
  • Bargeld — 200 € in kleinen Scheinen
  • Dauermedikamente — 7 Tage Vorrat
  • Trinkwasser — 3 × 0,5-Liter-Flasche (Minimum)
  • Taschenlampe + Ersatzbatterien
  • Erste-Hilfe-Set (kompakt)
  • Powerbank (voll geladen)
  • Pfeife — zur Ortung (120 dB)
  • Schlüssel — Haus, Auto

Ernährung und Wasser (72 Stunden)

  • ☐ Energieriegel (Clif, Snickers etc.) — 6 Stück
  • ☐ Knäckebrot / Trockenkekse — 500 g
  • ☐ Nussmischung (Kalorien + Protein)
  • ☐ Schokolade (kalorisch, stimmungshebend)
  • ☐ Wasserreinigungstabletten (Mikropur Forte)
  • ☐ Faltbarer Wasserfilter (Sawyer Squeeze) optional
  • ☐ Faltbarer Wasserkanister (2 L)
  • ☐ Camping-Besteck (Titanium Spork)

Kleidung und Schutz

  • ☐ Wechselwäsche (Unterwäsche, Socken)
  • ☐ Wärmelayer (Fleecejacke oder Anorak)
  • ☐ Regenjacke (komprimierbar)
  • ☐ Rettungsdecke (Folie, 15 g)
  • ☐ Feste Schuhe (im Rucksack oder an den Füßen)
  • ☐ Mütze und Handschuhe (Herbst/Winter)

Kommunikation und Navigation

  • ☐ Kurbelradio (klein) — informiert ohne Strom
  • ☐ Papier-Karte der Umgebung (kein GPS)
  • ☐ Notfallkontakte auf Papier
  • ☐ Smartphone + Ladekabel
  • ☐ Powerbank (20.000 mAh)
  • ☐ Notizbuch + Stift
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Gewicht beachten: Max. 15–20 % des Körpergewichts

Ein 80 kg schwerer Erwachsener sollte maximal 12–16 kg im Rucksack tragen. Für Kinder entsprechend weniger (5–10 % des Körpergewichts). Priorität: Wasser und Dokumente vor allem anderen. Wer alles einpacken will, schafft den Rucksack nicht zu tragen — und kann ihn damit auch nicht nutzen.

Einmachen und Haltbarmachen: Die günstigste Krisenvorsorge

Wer Lebensmittel selbst einmachen kann, baut die günstigste und nachhaltigste Krisenvorsorge auf. Einkochen, Fermentieren und Dörren verlängern die Haltbarkeit von Obst, Gemüse und Fleisch auf Monate bis Jahre — und können gleichzeitig Lebensmittelverschwendung deutlich reduzieren.

Einkochen (Weck)

Klassische Methode für Obst, Gemüse, Suppen und Eintöpfe. Haltbarkeit: 1–5 Jahre. Benötigt: Einkochtopf, Weckgläser (ab 30 €).

Anfängerfreundlich, sehr zuverlässig

Fermentieren

Sauerkraut, Kimchi, eingelegte Gurken: Fermentierung durch Milchsäurebakterien. Kein Strom nötig, gesund und günstig. Haltbarkeit: Monate bis Jahre.

Einfach zu lernen, kein Equipment nötig

Dörren

Trocknende Früchte, Gemüse und Fleisch (Beef Jerky). Haltbarkeit: 6 Monate bis 2 Jahre. Benötigt: Dörrgerät oder Backofen.

Platzsparend, kalorienreich

Warum Einmachen zur Krisenvorsorge gehört

  • Kostensparend: Saisonales Obst und Gemüse zu Billigpreisen konservieren
  • Unabhängig: Kein Kühlschrank nötig (bei korrekt eingekochten Vorräten)
  • Qualitätskontrolle: Sie wissen, was in Ihrem Essen ist
  • Regional und saisonal: Unterstützt lokale Landwirtschaft
  • Langfristig: Richtig eingekochtete Vorräte halten 2–5 Jahre

Besondere Bedarfe: Familien, Senioren und Haustiere

Standard-Krisenvorsorge funktioniert nicht fuer alle. Familien mit Kleinkindern, Senioren mit Dauermedikation und Haushalte mit Haustieren haben spezifische Bedürfnisse, die eigene Vorbereitungsmaßnahmen erfordern.

In Deutschland leben rund 11 Millionen Menschen ueber 65 Jahre allein. Etwa 34,4 Millionen Haustiere werden in deutschen Haushalten gehalten (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, 2024). Rund 8 Millionen Familien haben Kinder unter 14 Jahren. Diese Zahlen verdeutlichen: Sonderbedarfe betreffen nicht die Ausnahme, sondern einen Grossteil der Bevölkerung.

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Familien mit Kindern

Kinder brauchen besondere Aufmerksamkeit im Krisenfall — nicht nur für ihre physische, sondern auch für ihre psychische Sicherheit. Ein Kind, das seinen Lieblingsteddybären im Notfallrucksack hat, ist stabiler als eines, das abrupt aus dem Alltag gerissen wurde.

  • • Kinderspezifische Medikamente (Fiebersaft, Antipyretika in Kinderdosierung)
  • • Babynahrung / Säuglingsnahrung für Kleinkinder (mindestens 2 Wochen)
  • • Ein vertrautes Spielzeug oder Buch pro Kind im Notfallrucksack
  • • Familiennotfallplan: Wer holt die Kinder aus der Schule?
  • • Kinder über den Plan informieren (altersgerecht erklären)
👴

Senioren und ältere Menschen

Ältere Menschen sind im Krisenfall besonders gefährdet: Hypothermie, Hitze, fehlende Medikamente und eingeschränkte Mobilität können lebensbedrohlich werden. Die Vorbereitung muss diese Risiken explizit adressieren.

  • • Dauermedikamente: Mindestens 4 Wochen Vorrat (mit Hausarzt besprechen)
  • • Backup-Batterien für Hörgeräte, Blutdruckmessgeräte, Insulinpumpen
  • • Vertrauensperson bestimmen die regelmäßig vorbeischaut
  • • Notfallkarte gut sichtbar (am Kühlschrank) mit Kontakten und Medikamenten
  • • Für Rollstühle und Rollatoren: Evakuierungsweg prüfen
🐕

Haustiere

Haustiere werden bei der Krisenvorsorge oft vergessen — obwohl sie bei einer Evakuierung oft das größte logistische Problem darstellen. Notaufnahmeeinrichtungen nehmen nicht immer Tiere auf; Transportboxen müssen vorhanden sein.

  • • Futtervorrat für mindestens 2 Wochen
  • • Wasservorrat auch für das Tier (50–100 ml/kg/Tag für Hunde)
  • • Transportbox in geeigneter Größe (für Evakuierung)
  • • Impfausweis und Heimtierausweis griffbereit
  • • Namensschild mit aktueller Handynummer am Halsband
  • • Medikamente für chronisch kranke Tiere — 4 Wochen Vorrat

Krisenvorsorge nach Priorität: Schrittweiser Aufbau

Der häufigste Fehler bei der Krisenvorsorge: alles auf einmal wollen und nichts umsetzen. Diese Prioritätenliste hilft Ihnen, systematisch und ohne Überwältigung vorzugehen.

Diese Woche

Sofort-Maßnahmen (unter 100 €)

  • ☐ Notfallrucksack mit Dokumenten und Bargeld zusammenstellen
  • ☐ Kurbelradio kaufen (BBK-Empfehlung, ca. 30–50 €)
  • ☐ Wasservorrat anlegen: 20 Liter pro Person
  • ☐ NINA-App installieren und Push-Benachrichtigungen aktivieren
  • ☐ Notfallnummern auf Papier notieren
Dieser Monat

Kurzfristige Maßnahmen (100–300 €)

  • ☐ Lebensmittelvorrat für 3–5 Tage anlegen
  • ☐ Hausapotheke prüfen: Dauermedikamente, Grundausstattung
  • ☐ Erste-Hilfe-Set nach DIN 13169 kaufen
  • ☐ Haustier-Notfallset zusammenstellen (falls vorhanden)
  • ☐ Familiennotfallplan besprechen und schriftlich festhalten
Dieses Quartal

Mittelfristige Maßnahmen (300–700 €)

  • ☐ Vollständigen 10-Tage-Vorrat (Lebensmittel + Wasser) aufbauen
  • ☐ Powerstation für Energie-Krisenvorsorge anschaffen
  • ☐ DRK Erste-Hilfe-Kurs besuchen (alle 2 Jahre)
  • ☐ Einmachen lernen: ersten Einkochtopf kaufen, loslegen
  • ☐ Evakuierungsplan mit zwei Routen erstellen
Dieses Jahr

Langfristige Maßnahmen (500+ €)

  • ☐ Vollständige Energieversorgung (Powerstation + Solar)
  • ☐ Regenwassersammlung für Eigenheimbesitzer
  • ☐ Nachbarschaftsnetzwerk aufbauen
  • ☐ Langzeit-Lebensmittellager (Gefriertrocknung, Konserven)
  • ☐ Elementarschadenversicherung prüfen

Mentale Vorbereitung: Der unterschätzte Teil der Krisenvorsorge

Ausrüstung allein reicht nicht. Studien des Katastrophenschutzes zeigen, dass mentale Vorbereitung genauso wichtig ist wie materielle. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt ausdrücklich, sich auch gedanklich auf Notsituationen vorzubereiten — nicht um Angst zu schüren, sondern um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Stress-Inokulierung: Krisen im Kopf durchspielen

Feuerwehrleute, Soldaten und Notärzte nutzen mentale Simulation — sie spielen Szenarien im Kopf durch, bevor sie eintreten. Das Ergebnis: Im Ernstfall weniger Panik, schnellere Reaktion. Für Haushalte: Überlegen Sie einmal im Jahr ruhig: „Was tue ich, wenn heute Abend der Strom ausfällt? Was brauche ich sofort? Wo ist meine Taschenlampe?" Dieser 10-Minuten-Gedankengang kann im Krisenfall den Unterschied machen.

Mit Kindern über Krisen sprechen

Kinder spüren Unsicherheit — und Unvorbereitetheit macht Krisen angsteinflößender. Altersgerechte Gespräche über Notfallpläne reduzieren Angst. Empfehlungen:

  • • Ab 5 Jahren: „Wenn das Licht ausgeht, holen wir die Taschenlampe — die liegt hier"
  • • Ab 8 Jahren: Notrufnummern (112, 110) auswendig lernen
  • • Ab 12 Jahren: Notfallplan und Treffpunkte kennen und verstehen
  • • Nie: Angst schüren oder Krisen als sicher bevorstehend darstellen

Gemeinschaft als Resilienzfaktor

Soziale Netzwerke sind im Krisenfall oft wichtiger als Ausrüstung. Nachbarschaftsnetzwerke (z.B. „Nebenan.de") ermöglichen gegenseitige Hilfe: Wer hat einen Kaminofen? Wer kann ältere Nachbarn einschließen? Wer hat medizinisches Wissen? Resilienz entsteht durch Gemeinschaft — und das lässt sich jetzt aufbauen, nicht erst in der Krise.

Routinen bewahren: Der stille Stabilitätsanker

Katastrophenforscher wissen: Menschen, die im Krisenfall an ihren täglichen Routinen festhalten, bleiben psychisch stabiler. Frühstück zur gewohnten Zeit, gemeinsames Abendessen, eine feste Schlafenszeit fuer Kinder. Das klingt banal, ist aber einer der wirksamsten Schutzfaktoren gegen Panik und Hilflosigkeit. Planen Sie deshalb auch analoge Beschäftigung: Brettspiele, Kartenspiele, Bücher und Malsachen fuer Kinder. Im Ernstfall gibt es kein Internet, kein Streaming, keine Ablenkung durch Bildschirme.

BBK-Ratgeber kostenlos herunterladen

Der neue BBK-Ratgeber „Vorsorgen fuer Krisen und Katastrophen" (grundlegend ueberarbeitet im Oktober 2025) ist kostenlos auf bbk.bund.de erhältlich. Er enthält Checklisten, Notfallkarten und erstmals auch Hinweise zum Umgang mit Desinformation und zur Angstbewältigung bei Kindern. Drucken Sie die Checklisten aus und hängen Sie sie sichtbar auf.

Energie im Krisenfall: Kochen, Heizen und Kommunikation ohne Strom

Bei einem Stromausfall fallen Herd, Kühlschrank, Heizung, Internet und Mobilfunk gleichzeitig aus. Wer einen Gaskocher oder einen Campingkocher besitzt, kann trotzdem warme Mahlzeiten zubereiten. Eine Powerstation mit 500 bis 1.000 Wattstunden hält Smartphone, Laptop und medizinische Geräte mehrere Tage am Laufen. Mehr dazu auf unserer Seite Powerstation.

Die Bundesnetzagentur meldete fuer 2023 eine durchschnittliche Unterbrechungsdauer von 12,8 Minuten pro Verbraucher (SAIDI-Wert). Klingt harmlos, doch lokale Ausfälle dauern oft deutlich länger. Nach dem Sturmtief Friederike 2018 waren Teile Nordrhein-Westfalens mehrere Tage ohne Strom. Im Winter kann ein Heizungsausfall in schlecht isolierten Wohnungen binnen 24 Stunden kritisch werden, besonders fuer Senioren und Kleinkinder. Ein einfacher Schlafsack (Komforttemperatur 0 Grad Celsius) und Rettungsdecken gehören zur Grundausstattung.

Kochen

  • • Campingkocher (Gaskartusche, ab 25 Euro)
  • • Sturmkocher (Spiritus, bewährt)
  • • Holzkohlegrill (nur draussen!)
  • • Teelichtofen fuer Not-Wärme (begrenzt)

Licht

  • • LED-Taschenlampen (Lithium-Batterien)
  • • Kurbel- oder Solar-Laterne
  • • Kerzen (Stearin, Bienenwachs)
  • • Streichhölzer und Feuerzeuge

Kommunikation

  • • Kurbelradio (UKW + DAB+)
  • • NINA-Warn-App (12 Mio. Nutzer)
  • • Powerbank 20.000 mAh
  • • Cell Broadcast (automatisch)
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Kohlenmonoxid-Gefahr: Nie drinnen grillen oder mit Gas heizen

Jedes Jahr sterben Menschen in Deutschland an Kohlenmonoxidvergiftungen, weil sie Holzkohlegrills oder Gaskocher in geschlossenen Räumen betreiben. Verbrennung verbraucht Sauerstoff und erzeugt das geruchlose, tödliche CO-Gas. Campingkocher nur bei ausreichender Belüftung nutzen. Grills gehören ausschliesslich nach draussen.

Krisenvorsorge mit kleinem Budget: Was ist wirklich wichtig?

Vollständige Krisenvorsorge kostet nicht Tausende Euro. Für die meisten Haushalte reicht ein Budget von 100–300 €, aufgeteilt über mehrere Monate. Diese Prioritätenliste zeigt, was wirklich zuerst gekauft werden sollte.

PrioritätMaßnahmeKostenSchutz vor
1Notvorrat für 10 Tage (Wasser + Lebensmittel)30–60 €Versorgungsausfall, Quarantäne
2Kurbelradio + NINA-App30–50 €Informationsausfall, Blackout
3Taschenlampen + Batterien/Akkus15–30 €Stromausfall
4Erste-Hilfe-Koffer (DIN 13157)20–40 €Verletzungen, Notfallsituationen
5Powerbank 20.000 mAh20–35 €Handyausfall, Kommunikation
6Medikamentenvorrat (persönlich)variabelMedizinischer Versorgungsausfall
7Bargeldvorrat (200–500 €)keine ZusatzkostenAusfall EC-Karte / Bankensystem
8Powerstation 500+ Wh300–700 €Mehrtägiger Blackout

Krisenvorsorge-Liste: Was wirklich auf die Liste gehört

Eine gute Krisenvorsorge-Liste ist kein Wunschzettel. Sie orientiert sich am BBK-Ratgeber „Vorsorgen fuer Krisen und Katastrophen" (Neuauflage Oktober 2025) und deckt fünf Kernbereiche ab: Wasser, Nahrung, Gesundheit, Energie und Kommunikation sowie Dokumente.

Die 5 Säulen der Krisenvorsorge

1. Wasser (Priorität 1)

20 Liter pro Person fuer 10 Tage. Stilles Mineralwasser in verschlossenen Flaschen, ergänzt durch Wasserentkeimungstabletten. Für Kochen und Hygiene kalkulieren Sie weitere 10 Liter pro Person.

2. Nahrung (2.200 kcal pro Tag)

Der BBK-Vorratskalkulator auf ernaehrungsvorsorge.de rechnet mit 2.200 kcal pro Erwachsenem und Tag. Empfohlen: 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte, 2,5 kg Obst und Nüsse, 2,5 kg Milchprodukte und 2,5 kg Fisch, Fleisch oder Volleipulver pro Person fuer 10 Tage. Konserven, Nudeln, Reis und Haferflocken bilden das Fundament.

3. Gesundheit und Medikamente

Erste-Hilfe-Set nach DIN 13157, Dauermedikamente fuer mindestens 2 Wochen (besser 4), Fieberthermometer, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), Durchfallmedikament und Verbandmaterial. Fuer Familien: Fiebersaft in Kinderdosierung.

4. Energie und Kommunikation

Kurbelradio (BBK-Empfehlung Nummer 1 fuer stromlose Information), Taschenlampen mit Ersatzbatterien, Powerbank (20.000 mAh), Kerzen und Streichhölzer. Die NINA-Warn-App des BBK nutzen ueber 12 Millionen Menschen in Deutschland (Stand 2025). Seit Juli 2025 warnt sie auch vor Polizeieinsätzen.

5. Dokumente und Bargeld

Personalausweis, Versicherungspolicen, Geburtsurkunden, Impfausweis, Grundbuchauszuege: Alles als Kopie in einer wasserdichten Hülle im Notfallrucksack. 200 bis 500 Euro Bargeld in kleinen Scheinen (5er, 10er, 20er), denn bei Stromausfall fallen EC-Terminals und Geldautomaten aus.

Sonderfälle erfordern Ergänzungen. Wer Haustiere hat, braucht Futter fuer mindestens zwei Wochen und eine Transportbox fuer Evakuierungen (Details auf der Seite Vorsorge fuer Haustiere). Familien mit Säuglingen brauchen Babynahrung und Windeln. Diabetiker brauchen Insulin mit Kühlung, Allergiker ihre Notfallmedikation. Unsere vollständige Krisenvorsorge-Liste liefert alle Details sortiert nach Priorität.

Notvorrat anlegen: So gelingt der 10-Tage-Vorrat nach BBK

Der BBK-Ratgeber empfiehlt einen Vorrat fuer 10 Tage. Wer wenig Platz hat, kann mit 3 Tagen starten und schrittweise aufstocken. Entscheidend: Lagern Sie nur Lebensmittel, die Sie ohnehin essen. Exotische Langzeitnahrung in der hintersten Ecke des Kellers verkommt. Normales Essen, das Sie im Alltag verbrauchen und regelmäßig nachkaufen, bildet die beste Grundlage.

KategorieMenge (10 Tage / Person)Beispiele
Getreide, Brot, Nudeln, Reis3,5 kgVollkornnudeln, Haferflocken, Knäckebrot, Reis
Gemüse, Hülsenfrüchte4,0 kgDosentomaten, Kidneybohnen, Erbsen, Mais (Konserven)
Obst, Nüsse2,5 kgObstkonserven, Trockenfrüchte, Nussmischungen, Äpfel
Milch, Milchprodukte2,5 kgH-Milch, Hartkäse, Kondensmilch
Fisch, Fleisch, Eier2,5 kgDosenfisch (Thunfisch, Sardinen), Wurst im Glas, Volleipulver
Fette, Öle0,5 kgSpeiseöl, Butter (Dosenbutter hält Monate)

Ein häufiger Fehler: Nur Konserven kaufen und den Vorrat vergessen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt das Prinzip der „rollierenden Vorratshaltung". Sie verbrauchen die ältesten Produkte zuerst und füllen beim nächsten Einkauf auf. So bleiben Ihre Vorräte immer frisch. Spezielle Nahrung fuer Diabetiker, Allergiker oder Babys darf nicht fehlen. Ausführliche Anleitungen und Einkaufslisten finden Sie auf unserer Seite Notvorrat anlegen.

Tipp: Vorratskalkulator nutzen

Der kostenlose Vorratskalkulator des Bundesministeriums fuer Ernährung auf ernaehrungsvorsorge.de berechnet Ihren individuellen Vorratsbedarf nach Personenzahl, Alter und besonderen Ernaehrungsanforderungen. Einfach Daten eingeben, Einkaufsliste ausdrucken.

Ihren persönlichen Notfallplan erstellen: Schritt für Schritt

Ein guter Notfallplan ist kein Buch — er passt auf zwei DIN-A4-Seiten und ist allen Familienmitgliedern bekannt. Diese Vorlage orientiert sich an der BBK-Empfehlung und kann direkt ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Teil 1: Kontakte und Treffpunkte

Notfallkontakte:

  • • Polizei: 110
  • • Feuerwehr/Rettung: 112
  • • Hausarzt: _____________
  • • Krankenhaus (nächstes): _____________
  • • Außerregionaler Kontakt: _____________
  • • Nachbar (Schlüssel): _____________

Treffpunkte:

  • • Nah (z.B. Hauseingang): _____________
  • • Weit (z.B. Verwandte): _____________
  • • Tägliche Meldezeit: _____ Uhr
  • • Notunterkunft (Gemeinde): _____________

Teil 2: Medizinische Information

  • • Blutgruppe: _____________
  • • Allergien: _____________
  • • Chronische Erkrankungen: _____________
  • • Aktuelle Medikamente + Dosierung: _____________
  • • Impfungen aktuell (Jahr): _____________
  • • Krankenkasse + Nummer: _____________
  • • Organspende (ja/nein): _____________
  • • Besondere Hilfsmittel: _____________

Teil 3: Standorte wichtiger Ausrüstung

  • • Notfallrucksack (72h): _____________
  • • Taschenlampen: _____________
  • • Kurbelradio: _____________
  • • Erste-Hilfe-Koffer: _____________
  • • Wasservorrat: _____________
  • • Lebensmittelvorrat: _____________
  • • Wichtige Dokumente (Kopie): _____________
  • • Bargeld-Reserve (Ort): _____________

Wichtige Dokumente sichern

Fotografieren Sie folgende Dokumente und speichern Sie sie lokal auf Ihrem Gerät (nicht nur in der Cloud) sowie ausgedruckt im Notfallordner:

  • • Personalausweis / Reisepass aller Familienmitglieder
  • • Versicherungskarten (Kranken-, Haftpflicht-, Hausrat-, KFZ-Versicherung)
  • • Geburtsurkunden, Heiratsurkunde
  • • Testament / Vollmachten (Standort mitteilen)
  • • Letzte Steuererklärung
  • • Kontonummern und Bank-IBAN

Notfallplan laminieren und gut sichtbar aufhängen

Drucken Sie den ausgefüllten Notfallplan aus, laminieren Sie ihn und hängen Sie ihn an einem gut sichtbaren Ort auf (z.B. Innenseite eines Küchenschranks, Neben der Wohnungstür). Aktualisieren Sie ihn mindestens einmal jährlich. Geben Sie jedem Familienmitglied eine Kopie — auch Kindern, die lesen können.

Krisenvorsorge in der Wohnung: Mietwohnung vs. Eigenheim

In Deutschland leben rund 58 % der Haushalte zur Miete. Das beeinflusst die Krisenvorsorge erheblich. Wer zur Miete wohnt, kann keinen Brunnen bohren, kein Solarpanel auf dem Dach installieren und oft keinen Keller fuer Vorräte nutzen. Trotzdem lässt sich in jeder 60-Quadratmeter-Wohnung ein vollständiger 10-Tage-Vorrat lagern: unter dem Bett, im Kleiderschrank, auf dem Balkon (frostsicher verpackt).

Eigenheimbesitzer haben mehr Optionen. Regenwassersammlung, ein kleiner Garten fuer Selbstversorgung, ein Kaminofen als alternative Heizquelle und ein Keller fuer Langzeitvorräte. Wer plant, eine Krisenvorsorge fuer die Wohnung aufzubauen, sollte mit dem Platzangebot beginnen: Wo ist Raum fuer 80 Liter Wasser? Wo lagern die Konserven? Wo steht der Notfallrucksack griffbereit?

Mietwohnung

  • • Vorräte unter Bett und Schränken lagern
  • • Balkon fuer Wasserkanister nutzen (frostfrei)
  • • Campingkocher statt Holzofen
  • • Powerstation statt Generator
  • • Nachbarschaftsnetzwerk als Ressourcenteilung

Eigenheim

  • • Keller als Vorratslager einrichten
  • • Regenwassertonne (500-1.000 Liter)
  • • Kaminofen oder Pelletofen als Notheizung
  • • Solarpanel und Powerstation kombinieren
  • • Garten fuer Gemüse und Kräuter nutzen

Nachbarschaftsnetzwerk: Gemeinsam durch die Krise

Ein einzelner Haushalt kann sich gut vorbereiten. Eine Nachbarschaft, die zusammenarbeitet, ist nahezu unverwundbar. Das BBK betont in seinem neuen Ratgeber 2025 ausdrücklich die Bedeutung von Nachbarschaftshilfe. Der Grund ist einfach: Kein Einzelhaushalt kann alles abdecken. Einer hat den Generator, der andere medizinisches Wissen, der dritte ein Auto und der vierte einen Kaminofen.

Sprechen Sie Ihre Nachbarn an. Tauschen Sie Telefonnummern aus, erstellen Sie eine Chatgruppe fuer die Hausgemeinschaft und besprechen Sie: Wer braucht im Krisenfall Hilfe? Wo leben alleinlebende Senioren? Wer hat kleine Kinder? Eine solche Bestandsaufnahme dauert einen Nachmittag und kann im Ernstfall Leben retten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet kostenlose Materialien zur Organisation von Nachbarschaftshilfe an.

In 4 Schritten zum Nachbarschaftsnetzwerk

1

Kontakt aufnehmen: Klingeln Sie bei Ihren direkten Nachbarn. Ein kurzes Gespräch und der Austausch von Handynummern reichen fuer den Anfang.

2

Ressourcen inventarisieren: Wer hat medizinische Kenntnisse? Wer hat ein Auto? Wer besitzt einen Campingkocher oder Generator?

3

Hilfsbedürftige identifizieren: Alleinlebende Senioren, Familien mit Kleinkindern, Menschen mit Behinderung brauchen im Krisenfall besondere Aufmerksamkeit.

4

Üben: Besprechen Sie einmal im Jahr: Was tun wir bei Stromausfall? Wo treffen wir uns? Wie teilen wir Wasser und Vorräte?

Häufige Fragen zur Krisenvorsorge

Was sind die wichtigsten Krisenvorsorge-Tipps für Anfänger?
Die drei wichtigsten Krisenvorsorge-Tipps für Einsteiger: 1. Wasservorrat anlegen — 2 Liter pro Person und Tag für 10 Tage (also 20 Liter pro Person). 2. Einen Notfallrucksack packen mit Dokumenten, Bargeld, Powerbank und Wasser für 72 Stunden. 3. Ein Kurbelradio kaufen, um ohne Strom informiert zu bleiben. Diese drei Schritte sind in unter zwei Stunden und für unter 100 Euro erledigt.
Was gehört in eine Notfallvorsorge für Familien mit Kindern?
Familien mit Kindern brauchen zusätzlich: Kindermedikamente (Fiebersaft, Wunddesinfektionsmittel), Babynahrung oder Säuglingsnahrung für Kleinkinder, vertraute Spielzeuge und Bücher für die psychische Stabilität der Kinder, Kopien von Geburtsurkunden und Krankenversicherungskarten, sowie einen klaren Familienplan: Wer holt die Kinder aus der Schule? Wo treffen wir uns? Das BBK hat spezifische Empfehlungen für Familien mit Kindern.
Wie bereite ich Senioren auf Krisen vor?
Für Senioren sind folgende Maßnahmen besonders wichtig: Dauermedikamente für mindestens 4 Wochen vorrätig halten (mit Hausarzt besprechen), Notfall-Kontaktliste mit Arzt, Apotheke, Nachbarn und Familienmitgliedern anlegen, Gehhilfen und medizinische Geräte (Hörgeräte, Insulinpumpen) mit Backup-Batterien absichern, eine Vertrauensperson bestimmen die im Krisenfall hilft, und Notfallinfos gut sichtbar aufbewahren (z.B. am Kühlschrank).
Wie sichere ich meine Haustiere im Krisenfall ab?
Haustiere im Krisenfall: Futter für mindestens 2 Wochen bevorraten, Impfausweis und Heimtierausweis kopieren und griffbereit halten, Transportbox für Evakuierungen vorbereiten, Wasservorrat auch für das Tier einplanen (ca. 50–100 ml pro kg Körpergewicht pro Tag für Hunde), Namensschild mit aktueller Handynummer am Halsband sicherstellen, und wissen welche Notaufnahmeeinrichtungen Haustiere erlauben.
Was ist ein Notfallrucksack und was gehört hinein?
Ein Notfallrucksack (auch 72-Stunden-Rucksack) enthält alles, was man für mindestens 3 Tage außerhalb der eigenen Wohnung braucht: Trinkwasser (3 × 1 Liter), Notfallverpflegung (Energieriegel, Knäckebrot), Dokumente (Personalausweis, Versicherungen) in wasserdichter Hülle, Bargeld, Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Erste-Hilfe-Set, Medikamente, warme Kleidung, Powerbank, Kurbelradio und Pfeife. Maximalgewicht: 15–20 % des eigenen Körpergewichts.
Was ist Einmachen und warum gehört es zur Krisenvorsorge?
Einmachen (Einkochen, Fermentieren, Dörren) bedeutet, Lebensmittel durch Hitze, Salz oder Trocknung haltbar zu machen. Für die Krisenvorsorge ist es die nachhaltigste Methode: Man verlängert die Haltbarkeit von Obst, Gemüse und Fleisch auf Monate bis Jahre, spart Geld, reduziert Lebensmittelverschwendung und ist unabhängiger vom Einkauf. Ein einfacher Einkaufskocher (Weck) reicht für den Einstieg.
Wie viel Geld sollte ich als Bargeld vorrätig haben?
Das BBK empfiehlt, ausreichend Bargeld für einige Tage vorrätig zu haben. Als Faustregel: 200–500 € pro Haushalt in kleinen Scheinen und Münzen (Bankkarten und Kartenterminals fallen bei Blackout aus). Wichtig: Kleinscheine bevorzugen (5er, 10er, 20er) — Wechselgeld ist im Krisenfall knapp. Bargeld zu Hause aufbewahren, nicht nur im Portemonnaie.
Welche psychologischen Tipps gibt es für den Krisenfall?
Psychologische Vorbereitung: 1. Krisenvorsorge als Selbstermächtigung begreifen — Vorbereitung reduziert Angst. 2. Familie und Nachbarschaft einbeziehen — Gemeinschaft stärkt die Resilienz. 3. Routinen und Tagesstrukturen aufrechterhalten (besonders für Kinder). 4. Brettspiele, Bücher und analoge Beschäftigung vorrätig halten. 5. Nicht allein — Nachbarschaftsnetzwerke aufbauen. Das BBK hat spezifische psychologische Vorsorgeliteratur.
Was mache ich im Krisenfall wenn ich kein Auto habe?
Ohne Auto im Krisenfall: 1. Fahrrad als primäres Transportmittel (für 30–80 km gut geeignet). 2. Netzwerk aufbauen: Nachbarn, Freunde und Familie mit Auto für gegenseitige Hilfe. 3. ÖPNV-Alternativen kennen (solange noch funktionsfähig). 4. Öffentliche Notaufnahmeeinrichtungen zu Fuß erreichbar? Standorte kennen. 5. Notfallrucksack auf Fußmarsch ausrichten: maximal 15–20 % des Körpergewichts.
Wie baue ich ein Nachbarschaftsnetzwerk für den Krisenfall auf?
Nachbarschaftsnetzwerk aufbauen: 1. Nachbarn persönlich ansprechen und Kontaktdaten austauschen. 2. Stärken inventarisieren: Wer hat medizinisches Wissen? Wer hat ein Auto? Wer hat einen Keller mit Vorräten? 3. Gemeinschaftliche Krisenvorsorge besprechen — manche Ressourcen teilen sich gut (Generator, Wasserfilter). 4. Whatsapp-Gruppe oder ähnliches für die Hausgemeinschaft. 5. Krisensimulation: Einmal zusammen einen Blackout-Tag durchspielen.

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