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Einmachen & Haltbarmachen — Der komplette Einsteiger-Guide

Einkochen, fermentieren, dörren: Wer eigene Vorräte anlegt, ist im Krisenfall unabhängiger und spart dabei bares Geld. Dieser Guide erklärt die fünf wichtigsten Methoden — mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Anfänger.

⏱ Lesezeit: ca. 12 Minuten📅 Aktualisiert: März 2026🫙 5 Konservierungsmethoden erklärt

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Einmachen als Teil der Krisenvorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Lebensmittelvorrat für mindestens 10 Tage. Selbst eingekochte Lebensmittel sind ein natürlicher Bestandteil davon: Du bist ohne Kühlung lagerfähig, haben lange Haltbarkeiten und enthalten keine Konservierungsstoffe.

Wer regelmäßig einmacht und konserviert, entwickelt außerdem ein Bewusstsein für Vorratshaltung — und nutzt saisonale Überschüsse aus dem Garten oder vom Wochenmarkt, statt sie wegzuwerfen.

Die 5 wichtigsten Konservierungsmethoden im Überblick

Jede Methode hat ihre Stärken und passt zu anderen Lebensmitteln und Situationen. Hier ein vollständiger Überblick:

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Einkochen / Einwecken

⏳ Haltbarkeit: 1–3 Jahre⚙️ Aufwand: Mittel

Geeignet für: Suppen, Soßen, Obst, Tomaten, Marmeladen

✓ Vorteile

  • Sehr lange haltbar
  • Nährstoffe weitgehend erhalten
  • Keine Kühlung nötig
  • Platzsparend

✗ Nachteile

  • Zeitaufwand
  • Spezialausrüstung nötig
  • Nicht alle Lebensmittel geeignet

📋 Kurzanleitung:

Gläser sterilisieren, Inhalt heiß abfüllen, im Einkochautomaten oder Topf bei 90–100°C 30–45 Minuten einkochen. Gläser herausnehmen und abkühlen lassen — Deckel muss sich beim Abkühlen nach innen wölben (Vakuum).

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Fermentieren

⏳ Haltbarkeit: 4 Wochen – 1 Jahr⚙️ Aufwand: Niedrig

Geeignet für: Sauerkraut, Kimchi, Gurken, Rote Bete, Bohnen

✓ Vorteile

  • Einfach für Anfänger
  • Keine Wärme nötig
  • Probiotisch, sehr gesund
  • Billiges Gemüse wird wertvoll

✗ Nachteile

  • Kühl lagern nach Fermentation
  • Kürzere Haltbarkeit als Einkochen
  • Entwickelt starken Geruch

📋 Kurzanleitung:

Gemüse fein schneiden, mit 1,5–2% Salz (bezogen auf Gemüsegewicht) verkneten bis Flüssigkeit austritt. In Glas pressen, sodass Gemüse vollständig mit Lake bedeckt ist. 3–7 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann kühl stellen.

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Dörren / Trocknen

⏳ Haltbarkeit: 6–18 Monate⚙️ Aufwand: Niedrig-Mittel

Geeignet für: Obst, Gemüse, Pilze, Kräuter, Fleisch (Jerky)

✓ Vorteile

  • Minimaler Platzbedarf
  • Sehr leicht
  • Keine Kühlung
  • Ideal für Rucksack + Vorrat

✗ Nachteile

  • Dörrgerät nötig (oder Ofen)
  • Langer Prozess (4–12h)
  • Nährstoffverluste durch Wärme

📋 Kurzanleitung:

Lebensmittel gleichmäßig dünn schneiden (ca. 5mm). Im Dörrgerät bei 50–70°C (Gemüse) oder 70–75°C (Fleisch) für 4–12 Stunden trocknen bis komplett trocken. In luftdichten Behältern dunkel aufbewahren.

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Einfrieren

⏳ Haltbarkeit: 3–12 Monate⚙️ Aufwand: Sehr niedrig

Geeignet für: Fast alle Lebensmittel, besonders Fleisch, Gemüse, Brot

✓ Vorteile

  • Kein Qualitätsverlust
  • Einfach
  • Keine Spezialausrüstung

✗ Nachteile

  • Strom nötig (Ausfall = Problem!)
  • Platz im Gefrierschrank
  • Nicht für Krisenvorsorge geeignet

📋 Kurzanleitung:

Für Krisenvorsorge: In kleinen Portionen einfrieren. Kühlketten-Label mit Datum. Tiefkühlgerät auf -18°C halten. ACHTUNG: Bei Stromausfall ist alles verloren — kombiniere mit anderen Methoden.

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Einlegen in Öl / Essig / Salz

⏳ Haltbarkeit: 6 Monate – 2 Jahre⚙️ Aufwand: Niedrig

Geeignet für: Kräuter in Öl, Essiggurken, Salzheringe, gepökeltes Fleisch

✓ Vorteile

  • Einfache Methode
  • Kein Einkochen nötig
  • Guter Geschmack

✗ Nachteile

  • Einlegen in Öl: Botulismus-Risiko bei Raumtemperatur!
  • Essig nötig (muss eingekauft werden)

📋 Kurzanleitung:

Essiggurken: Gurken mit Salzwasser waschen, Glas mit Essiglake (5% Essig, Salz, Zucker, Gewürze) auffüllen, kühl lagern. Kräuter in Öl: NUR im Kühlschrank lagern (max. 2 Wochen) — Raumtemperatur ist gefährlich (Clostridium botulinum).

Schritt für Schritt: Tomatensoße einkochen

Tomatensoße ist das perfekte Einsteiger-Projekt: günstig in der Saison (August/September), vielseitig verwendbar und bei Säuregehalt unkompliziert haltbar zu machen.

  1. Gläser sterilisieren: Einmachgläser und Deckel mit kochendem Wasser übergießen oder 10 Minuten im Backofen bei 120°C erhitzen. Sauber auf einem sauberen Tuch trocknen (nicht mit Lappen abwischen).
  2. Tomaten vorbereiten: Reife Tomaten waschen, in Stücke schneiden (Strunk entfernen). Pro kg Tomaten: 1 TL Salz, 1 TL Zucker, Basilikum, Knoblauch nach Geschmack. Ca. 30 Minuten köcheln lassen bis gewünschte Konsistenz erreicht.
  3. Abfüllen: Heiße Soße direkt aus dem Topf in heiße Gläser füllen — ca. 1–2 cm Rand lassen. Deckel sofort fest zudrehen.
  4. Einkochen: Gläser in den Einkochautomaten oder Topf mit Wasser (mind. bis zur halben Glashöhe). 90°C für 30 Minuten. Alternativ: Backofen bei 150°C für ca. 30 Minuten (Gläser auf mit Wasser gefülltes Backblech stellen).
  5. Abkühlen und prüfen: Gläser herausnehmen und vollständig abkühlen lassen (min. 12 Stunden). Danach prüfen: Deckel muss nach innen gewölbt sein (Vakuum). Falls nicht: sofort verbrauchen oder nochmals einkochen.
  6. Beschriften und lagern: Datum und Inhalt auf Etikett schreiben. Kühl (Keller, 10–15°C), dunkel und trocken lagern. Haltbarkeit: 12–24 Monate.

Sauerkraut fermentieren: Das einfachste Anfängerprojekt

Sauerkraut ist eines der gesündesten fermentierten Lebensmittel und braucht nur zwei Zutaten: Weißkohl und Salz.

  1. Kohl vorbereiten: 1 kg Weißkohl fein hobeln oder raspeln. Äußere Blätter aufbewahren.
  2. Salzen: 15–20g Salz (1,5–2% des Kohls) über den Kohl geben. Kräftig kneten und drücken bis ausreichend Flüssigkeit austritt (ca. 10 Minuten). Gewürze nach Wahl: Kümmel, Lorbeer, Wacholderbeeren.
  3. Einpacken: Kohl dicht in ein steriles Glas pressen — der Kohl muss vollständig mit seiner eigenen Lake bedeckt sein. Ein äußeres Kohlblatt über den Kohl legen und beschweren (Glasgewicht oder mit Wasser gefülltes Beutelchen).
  4. Fermentieren: Glas locker abdecken (kein luftdichter Deckel — CO2 muss entweichen können). 3–7 Tage bei 18–22°C stehen lassen. Täglich drücken, damit Kohl unter der Lake bleibt. Probieren ab Tag 3.
  5. Kühl stellen: Wenn der gewünschte Säuregrad erreicht ist, Glas verschließen und im Kühlschrank oder kühlem Keller lagern. Haltbarkeit: 3–6 Monate.

⚠️ Botulismus: Das müssen Du weißt

Clostridium botulinum kann in nicht ausreichend erhitzten, luftarmen Konserven wachsen und ein gefährliches Toxin bilden. Das Risiko ist bei selbst eingekochen Lebensmitteln gering — wenn du die Regeln befolgen:

  • Immer ausreichend erhitzen: 100°C für mind. 30 Min. tötet Keime ab
  • Säurereiche Lebensmittel sind sicherer: Tomaten, Früchte (pH unter 4,6)
  • Kräuter in Öl NUR im Kühlschrank, max. 2 Wochen
  • Gewölbter Deckel = sofort entsorgen, nie essen
  • Verdächtiger Geruch = wegwerfen, nicht kosten

Das richtige Equipment — Einsteiger-Ausrüstung

Du brauchst nicht viel, um anzufangen. Hier die wichtigsten Hilfsmittel mit Links zu bewährten Produkten auf Amazon:

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Einkochautomat (z.B. Weck, Rommelsbacher)

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Dörrgerät (z.B. Stöckli, Severin)

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Vorratshaltung planen: Wie viel einmachen?

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für 10 Tage. Für eine sinnvolle Selbstversorgungsplanung gilt folgende Faustregel:

KategorieMenge pro Person / TagFür 10 TageBeste Methode
Gemüse (gegart)200–300g2–3 kgEinkochen, Dörren
Soßen / Suppen200ml2LEinkochen
Obst / Kompott100–200g1–2 kgEinkochen, Dörren
Fermentiertes50–100g500g–1 kgFermentieren

Lagerung: Das gilt für alle Konservenmethoden

Die beste Konservierung nützt nichts ohne gute Lagerung. Diese Regeln gelten universell:

  • Dunkel: Licht beschleunigt den Abbau von Vitaminen und verändert Farbe und Geschmack. Keller oder Schrank ohne Lichteinfall ideal.
  • Kühl: 10–15°C ist ideal für die meisten Konserven. Über 20°C verkürzt sich die Haltbarkeit erheblich.
  • Trocken: Feuchtigkeit begünstigt Schimmel und Deckelrost. Keine Lagerung direkt auf Betonböden (Feuchtigkeit von unten).
  • FIFO-Prinzip: "First In, First Out" — ältere Gläser vorne, neue hinten. Datum immer aufschreiben.
  • Nicht direkt auf dem Boden: Regal oder Palette verwendet, um Luftzirkulation zu ermöglichen.

Häufige Fragen zum Einmachen

Wie lange sind eingekochte Lebensmittel haltbar?
Richtig eingekochte Lebensmittel (bei 100°C im Einkochautomaten) sind 1–3 Jahre haltbar, wenn die Gläser versiegelt sind und kühl und dunkel gelagert werden. Fermentiertes Gemüse (Sauerkraut, Kimchi) ist im Kühlschrank 3–6 Monate haltbar, ungekühlt in kühlem Keller 4–8 Wochen. Gedörrtes Obst und Gemüse hält bei trockener Lagerung 6–18 Monate.
Was kann man am besten einkochen?
Ideal zum Einkochen sind: säurereiche Lebensmittel wie Tomaten, Kirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren (pH-Wert senkt Keimrisiko). Suppen, Eintöpfe und Soßen. Gemüse (Bohnen, Gurken, Rote Bete). Fleisch und Fisch (erfordert höhere Temperaturen, Dampfdruckkochtopf empfohlen). Für süße Produkte: Marmeladen und Kompotte. Problematisch: Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte (roh) — diese besser anders konservieren.
Ist Fermentieren sicher für Anfänger?
Ja — Fermentation (Milchsäuregärung) ist eine der sichersten Konservierungsmethoden. Der beim Fermentieren entstehende saure pH-Wert verhindert das Wachstum von Krankheitserregern wie Salmonellen oder Listerien. Wichtig: Ausreichend Salz verwenden (1,5–2% des Gemüsegewichts), Gemüse vollständig mit Lake bedeckt halten und bei Zimmertemperatur fermentieren lassen.
Welche Ausstattung brauche ich zum Einkochen?
Grundausstattung: Einmachgläser mit Twist-Off-Deckel oder Bügelgläser mit Gummidichtung, ein großer Topf oder Einkochautomat, Einmachzange oder Silikonhandschuhe. Optional: Trichter für sauberes Abfüllen, Thermometer, Etikettenaufkleber. Für Profis: Dampfdruckkochtopf für Fleisch und Gemüse (höhere Temperaturen nötig). Ein Einkochautomat (ca. 60–120 €) erleichtert die Temperaturkontrolle erheblich.
Kann ich ein Dörrgerät auch für Krisenvorsorge nutzen?
Absolut. Gedörrte Lebensmittel haben 80–90% weniger Gewicht und Volumen bei erhaltenen Nährstoffen. Für die Krisenvorsorge besonders geeignet: gedörrtes Gemüse für Suppen (Karotten, Sellerie, Lauch), getrocknete Kräuter, Trockenfleisch (Beef Jerky) und Trockenobst. Gedörrte Lebensmittel brauchen keine Kühlung und sind platzsparend. Ein gutes Dörrgerät kostet 60–200 €.
Wie erkenne ich, ob ein eingekochtes Glas nicht mehr gut ist?
Warnsignale: Glas öffnet sich ohne Kraftaufwand (Vakuum weg), Deckel wölbt sich nach oben, trübe Flüssigkeit beim normalerweise klaren Inhalt, Schimmel sichtbar, ungewöhnlicher Geruch beim Öffnen, schäumender Inhalt ohne Fermentierung geplant. Im Zweifel: Wegwerfen! Verdorbene Konserven können Botulinum-Toxin enthalten — eines der gefährlichsten Gifte überhaupt. Keine Kostprobe bei Verdacht.
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📚 Quellen

  • • BBK — "Für den Notfall vorgesorgt" (Lebensmittelvorrat): bbk.bund.de
  • • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): bzfe.de
  • • Verbraucherzentrale — Lebensmittel haltbar machen: verbraucherzentrale.de
  • • Weck GmbH — Einkochen-Anleitungen: weck.de