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Krisenvorsorge für Haustiere: Hund, Katze und Kleintiere im Notfall

34 Millionen Haustiere leben in deutschen Haushalten. Im Krisenfall sind sie auf ihre Besitzer angewiesen — und Besitzer müssen für ihre Tiere planen. Was du jetzt vorbereiten sollten: Futter, Wasser, Erste Hilfe, Evakuierung.

⏱ Lesezeit: ca. 10 Minuten📅 Aktualisiert: März 2026✓ Tierärztliche Empfehlungen

🐾 Tiere haben im Krisenfall besondere Bedürfnisse

Tiere können Krisen nicht verstehen. Sie reagieren auf Stress mit Angst, Panik und ungewohntem Verhalten. Gut vorbereitete Besitzer schützen nicht nur ihr Tier — sie schützen auch andere Menschen (gestresste Hunde können beißen).

Schritt 1: Notvorrat für Haustiere aufbauen

Hunde und Katzen

TiergrößeFutter/TagWasser/TagVorrat 10 Tage
Kleine Hunde (<10 kg)150–200 g0,5–1 L1,5–2 kg + 5–10 L
Mittelgroße Hunde (10–30 kg)300–500 g1–2 L3–5 kg + 10–20 L
Große Hunde (>30 kg)500–800 g2–3 L5–8 kg + 20–30 L
Katzen50–80 g Trockenfutter0,2–0,3 L0,5–0,8 kg + 2–3 L

Wichtig: Bevorrate immer das Futter, das dein Tier gewohnt ist. Plötzliche Futterumstellung verursacht Magen-Darm-Beschwerden — das Letzte, was du im Krisenfall brauchen.

Trockenfutter ist ideal für den Notvorrat: lange haltbar (12–24 Monate), platzsparend, einfach zu lagern. Nassfutter hat kürzere Haltbarkeit, ist aber kalorienreicher.

Kleintiere (Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen)

  • Trockenfutter (Pellets, Heu) für 2–4 Wochen bevorraten
  • Kleintiere sind stressanfällig — ruhige Umgebung wichtig
  • Transportkäfig bereitstellen
  • Heu ist haltbar und günstig — mehrere Wochen Vorrat

Vögel

  • Körner und Pellets für 4 Wochen bevorraten
  • Transportkäfig verfügbar haben
  • Vögel sind temperaturempfindlich — bei Kälte warm halten

Schritt 2: Tier-Notfallset zusammenstellen

🏥 Medizin

  • ✓ Impfpass und Tierarztunterlagen
  • ✓ Regelmäßige Medikamente (4 Wochen)
  • ✓ Wundspray oder Jodlösung
  • ✓ Verbandszeug für Tiere
  • ✓ Zeckenzange
  • ✓ Tierärztliche Notfallnummern

🎒 Transport & Sicherheit

  • ✓ Transportbox (stabil, richtiger Größe)
  • ✓ Leine und Halsband mit Adresse
  • ✓ Mikrochip-Eintrag aktuell prüfen
  • ✓ Aktuelle Fotos des Tieres (Vermissung)
  • ✓ Beruhigungstropfen (mit Tierarzt)

🍖 Versorgung

  • ✓ Futter (10 Tage Vorrat)
  • ✓ Wasser (für Tier extra einplanen)
  • ✓ Futter- und Wassernapf
  • ✓ Leckerlis (Beruhigung + Belohnung)

🧸 Wohlbefinden

  • ✓ Lieblingsdecke oder Kuscheltier
  • ✓ Katzentoilette + Einstreu
  • ✓ Spielzeug (Stressabbau)
  • ✓ Maulkorb (für ängstliche Hunde)
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Tier-Erste-Hilfe

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Schritt 3: Evakuierungsplan für Tierbesitzer

Evakuierungen funktionieren für Tierbesitzer anders als für Menschen ohne Tiere:

  • Transportbox griffbereit: Im Krisenfall keine Zeit zum Suchen. Katzen verstecken sich bei Angst — geübte Katzen kennen ihre Transportbox als sicheren Ort (regelmäßig drin schlafen lassen).
  • Hund trainieren: Hunde, die gerne in das Auto oder eine Box gehen, sind im Ernstfall einfacher zu evakuieren. Regelmäßiges Training hilft.
  • Unterkunft planen: Notunterkünfte sind nicht immer tierfreundlich. Kontakt zu tierfreundlichen Bekannten/Familie außerhalb des möglichen Krisengebiets. Tierhotels kennen die in der Nähe sind.
  • Kennzeichnung: Halsband mit Adresse UND aktueller Telefonnummer. Mikrochip-Registrierung aktuell halten (TASSO, HundeRegister).
  • Fotos machen: Aktuelle Fotos des Tieres und du mit dem Tier — Nachweis der Haltereigenschaft bei Vermissung.

Tiere und spezifische Katastrophen

Tiere bei Hochwasser

  • Frühzeitig evakuieren — nicht auf letzten Moment warten
  • Hunde können schwimmen, sollten es im Krisenfall aber nicht müssen
  • Katzen verstecken sich vor Angst — Wohnung frühzeitig durchsuchen
  • Aquarienfische: Transportbehälter vorbereiten, Aquarium wenn möglich hochstellen

Tiere bei Hitzewellen

  • Hunde: Nur morgens früh (vor 9 Uhr) und abends (nach 19 Uhr) spazieren
  • Asphalt-Test: Handfläche 7 Sekunden — zu heiß für dich = zu heiß für Pfoten
  • Immer frisches Wasser, mehrfach täglich erneuern
  • Kühlmatte und Kühlweste für Hunde
  • Niemals im Auto lassen — auch nicht „kurz"!
  • Katzen sind meist selbstständiger — dennoch frisches Wasser und kühle Plätze

Mehr: Hitzewellen-Schutz — die vollständige Anleitung

Tiere bei Stromausfall

  • Elektrische Tierheizkissen, -lampen (Terrarien): Notstrom planen
  • Reptilien und tropische Tiere sind temperatursensitiv — Backup-Heizung
  • Aquarien brauchen Pumpen und Heizung — Powerstation als Backup
  • Hunde und Katzen: Warme Decken, engere Wohnräume

Tier-Erste-Hilfe Grundlagen

Grundkenntnisse für den Notfall ohne Tierarzt:

  • Blutende Wunden: Direkter Druck mit sauberem Tuch, bis Blutung verlangsamt. Verband anlegen. Zur Tierklinik sobald möglich.
  • Vergiftungsverdacht: Tierarzt oder Giftnotruf anrufen. Nicht zum Erbrechen bringen ohne Anweisung.
  • Hitzschlag (Hund): Sofort mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser befeuchten. In Schatten bringen. Trinken anbieten. Tierarzt sofort.
  • Ohnmacht/Kollaps: Tier auf Seite legen, Atemwege frei. Notruf oder Tierarzt sofort.

Tierärztliche Erste-Hilfe-Kurse werden vom DRK und einigen Tierarztpraxen angeboten. Für Hundebesitzer sehr empfehlenswert.

Häufige Fragen zur Krisenvorsorge für Haustiere

Werden Haustiere bei Evakuierungen mitgenommen?
In Deutschland können Haustiere bei Evakuierungen mitgenommen werden, sofern sie sicher transportiert werden können (Transportbox, Leine). Notunterkünfte sind jedoch nicht immer tierfreundlich — informiere sich vorab bei deiner Gemeinde. Hunde und Katzen in verschlossenen Transportboxen werden meist akzeptiert. Exoten (Schlangen, Spinnen) und Nutztiere sind gesondert zu planen.
Wie viel Futter muss ich für meinen Hund bevorraten?
Für einen mittelgroßen Hund (20 kg): ca. 400–500 g Trockenfutter pro Tag. Für 10 Tage: 4–5 kg. Trockenfutter ist ideal: haltbar, platzsparend, einfach zu lagern. Dazu Wasservorrat: Hunde trinken ca. 50–100 ml pro kg Körpergewicht täglich (20-kg-Hund: ca. 1–2 Liter). Bevorrate das Futter, das dein Tier gewohnt ist — plötzliche Futterumstellung verursacht Magen-Darm-Probleme.
Was tun wenn der Tierarzt im Krisenfall nicht erreichbar ist?
Notfallnummern von Tierarzt und nächster Tierklinik vorab notieren und ausgedruckt verfügbar haben. Grundlegendes Tierärztliches Erste-Hilfe-Wissen aneignen. Erste-Hilfe-Set für Tiere bereithalten. Für chronisch kranke Tiere: Ausreichend Medikamente bevorraten (mit Tierarzt besprechen). Im echten Notfall: 112 rufen — auch für Tiere gilt Notfallversorgung.
Wie schütze ich meinen Hund bei Hitzewellen?
Hunde vertragen Hitze schlechter als Menschen. Spaziergänge nur früh morgens und abends. Asphalt kann 60°C heiß werden — Pfoten verbrennen (Handtest: Handfläche 7 Sekunden auf Asphalt — zu heiß für Pfotentest). Immer frisches Wasser. Kühlmatte und Kühlweste für den Hund. Niemals im Auto lassen — schon nach 10 Minuten lebensbedrohlich.
Darf ich meinen Hund in eine Notunterkunft mitbringen?
Das variiert je nach Notunterkunft und Gemeinde. Erkundige dich vorab. Als Faustregel: Hunde und Katzen in Transportbox werden häufiger akzeptiert als frei laufende Tiere. Bringe immer Leine, Impfpass und genug Futter mit. Hast du alternativ Bekannte/Familie außerhalb des Krisengebiets, wo das Tier untergebracht werden kann.
Was tue ich mit meinem Tier bei Hochwasser?
Tier frühzeitig evakuieren — nicht warten bis es knapp wird. Transportbox bereitstellen. Kennzeichnung: Halsband mit Adresse, Mikrochip. Haustiere können bei Hochwasser in Panik geraten und weglaufen — sichere sie in der Transportbox. Kleintiere (Hamster, Kaninchen) in Transportkäfig. Aquarienfische leider oft nicht evakuierbar — Aquarium wenn möglich hochstellen.

📚 Quellen