📊 Welche Netze fallen wann aus?
Stufe 1: Das Handy effizient einsetzen
In den ersten Stunden ist das Handy noch das beste Werkzeug — wenn du es smart nutzen:
- Flugmodus aktivieren: Reduziert Akku-Verbrauch dramatisch. Alle 30–60 Minuten kurz Netz suchen, Nachrichten senden/empfangen, wieder Flugmodus.
- SMS statt Anruf: SMS kommen noch durch wenn Sprachverbindungen überlastet sind. Kurze Statusnachrichten sind effizienter.
- Powerbank immer voll halten: Eine 20.000-mAh-Powerbank lädt ein Smartphone 4–5 Mal auf.
- WLAN-Calling: Wenn das Mobilfunknetz überlastet ist, aber Internet noch läuft: WLAN-Calling aktivieren (in Handy-Einstellungen). Kann Sprachqualität verbessern.
- Offline-Karten laden: Maps.me oder Komoot offline herunterladen — GPS funktioniert ohne Internet und Mobilfunk.
Stufe 2: Batterie-Radio — Das unverzichtbare Grundgerät
Das Batterie- oder Kurbelradio ist das Herzstück jeder Krisenvorsorge. Es empfängt Informationen ohne jede Infrastruktur außer dem Radiosender selbst.
Was das Radio im Krisenfall liefert
- Offizielle Behördeninformationen (BBK sendet über ARD)
- Wetterinfos (DWD hat eigene Sender)
- Lageberichte und Verhaltenshinweise
- Informationen zu Evakuierungsgebieten und Notunterkünften
Welcher Empfang ist wichtig?
- UKW (FM): Lokale Sender, beste Qualität, größte Reichweite für lokale Info
- DAB+: Digitaler Rundfunk, bessere Qualität aber braucht Notstrom beim Sender
- Mittelwelle (AM): Große Reichweite, Informationen von weit, wichtig für überregionale Lage
- Kurzwelle (SW): International, DW und BBC World Service als Backup
- Wetter-Rundfunk (NOAA/PWS): In Deutschland weniger verbreitet
Empfehlung: Multifunktions-Notfallradio
Das ideale Notfallradio hat: UKW/DAB+/MW, Kurbeldynamo, Solar-Panel, wiederaufladbarer Akku, LED-Taschenlampe, USB-Ausgang für Handy-Laden.
Notfallradio mit Kurbel, Solar und Powerbank-Funktion
UKW/DAB+/MW Empfang, Kurbeldynamo und Solar-Laden, USB-Ausgang für Handy. Das Basisgerät für jeden Notfall-Haushalt.
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Stufe 3: PMR-Funk — Für die Nachbarschaft
PMR (Private Mobile Radio) sind lizenzfreie Handfunkgeräte auf 446 MHz. Kein Netz nötig — Direktfunk zwischen Geräten.
- Reichweite: 500 m bis 5 km (Gelände abhängig)
- Kosten: 20–60 € pro Gerätepaar
- Lizenz: Keine nötig
- Ideal für: Familie, Nachbarschaft, kurze Abstände
- Kanäle: 16 Kanäle, alle können mithören — keine vertrauliche Kommunikation
Tipp: Kauf mindestens 4 Geräte (2 Paare) und wähle einen Kanal für die Nachbarschaft. Sprich das im Voraus ab.
Stufe 4: Amateurfunk — Für ernsthafte Vorbereitung
Amateurfunker sind das Rückgrat der Notfallkommunikation weltweit. In Deutschland gibt es ca. 80.000 Amateurfunker, viele davon in Notfunk-Gruppen organisiert (DARC, BOS-Funk).
- Reichweite: Lokal bis weltweit (abhängig von Frequenz und Ausrüstung)
- Frequenzen: VHF/UHF für lokal (2m/70cm), Kurzwelle für überregional
- Lizenz: Klasse E (Einsteiger) oder A beim BNetzA erforderlich
- Kosten: Einstiegsgerät ab 50 € (Baofeng UV-5R), Antenne ab 30 €
- Notfunkfrequenzen DE: 145.500 MHz (2m Anruffrequenz), 70.330 MHz (70cm)
Für Krisenvorsorge-Zwecke: Eine Klasse-E-Lizenz reicht für grundlegende Kommunikation. Der DARC bietet Vorbereitungskurse an. Prüfungsvorbereitung: ca. 2–3 Monate.
Baofeng UV-5R — das meistverkaufte Einstiegsgerät für Amateurfunk und PMR. Günstig, robust, weit verbreitet.
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Stufe 5: Meshtastic — Modernes Mesh-Netz ohne Infrastruktur
Meshtastic ist eine Open-Source-Software für kleine LoRa-Funkgeräte (ca. 30–50 €), die sich ohne Internet direkt verbinden und Textnachrichten weiterleiten. Jedes Gerät ist ein Knoten im Netz — je mehr Geräte, desto größer das Netz.
- Reichweite: 2–5 km Stadt, bis 30 km freies Gelände pro Knoten
- Kapazität: Textnachrichten, GPS-Koordinaten
- Lizenz: Läuft auf ISM-Bändern (EU: 868 MHz), lizenzfrei
- Kosten: 30–60 € pro Gerät (LILYGO T-Beam, Heltec WiFi LoRa 32)
- App: Android/iOS-App verbindet sich per Bluetooth mit dem Gerät
Meshtastic ist noch nicht Mainstream, aber die Community wächst schnell. Ideal für technisch versierte Nutzer, die lokale Kommunikationsnetze aufbauen wollen.
Analog kommunizieren — wenn alles andere ausfällt
Manchmal ist analog am besten:
- Vorher abgesprochene Treffpunkte: Wer ist wo, wenn alle Netze weg sind?
- Briefkasten als Nachrichtensystem: Zettel hinterlassen
- Nachbarschaftsnetz: Klingeln beim Nachbarn, Lagebesprechung
- Sichtbare Signale: Im Fenster (grünes Tuch = alles okay, rotes = Hilfe)
- Wichtige Nummern ausgedruckt: Feuerwehr, Polizei, Familie, Arzt, Netzbetreiber
Vorbereitungs-Checkliste: Kommunikation
📦 Geräte
- ☑ Batterie-Radio (Kurbel + Solar)
- ☑ Powerbank 20.000+ mAh
- ☑ PMR-Funkgeräte (2 Paare)
- ☑ Wichtige Nummern ausgedruckt
- ☑ Offline-Karten auf Handy
📋 Vereinbarungen
- ☑ Treffpunkt mit Familie vereinbart
- ☑ Außenkontakt benannt
- ☑ PMR-Kanal mit Nachbarschaft
- ☑ Radio-Sender für Notinfos kennen
- ☑ Fenster-Signal vereinbart
Häufige Fragen zur Kommunikation ohne Strom
Funktioniert das Handy bei einem Stromausfall noch?
Was ist das wichtigste Kommunikationsgerät für den Krisenfall?
Wie funktioniert ein Mesh-Netzwerk im Notfall?
Brauche ich eine Lizenz für das Amateurfunk?
Was ist PMR-Funk und wie weit reicht er?
Wie kann ich im Ausland kommunizieren wenn das Mobilfunknetz ausfällt?
Stromausfall: Was tun?
Sofortmaßnahmen beim Blackout
Notstrom-Generator
Kommunikationsgeräte mit Strom versorgen
Familie vorbereiten
Kommunikationsplan für die Familie
📚 Quellen
- • BBK — Kommunikation im Notfall: bbk.bund.de
- • BNetzA — Amateurfunk in Deutschland: bundesnetzagentur.de
- • DARC — Notfunk: darc.de
- • Meshtastic — Open-Source Mesh-Netzwerk: meshtastic.org