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Kommunikation Krisenfall — Notfallkommunikation ohne Strom

Kurbelradio, Satellitentelefon, Kommunikation ohne Strom und Internet — vollständiger Guide zur Notfallkommunikation im Krisenfall für deutsche Haushalte.

Aktualisiert: April 2026 · 28 Min. Lesezeit

Kommunikation ist im Krisenfall überlebenswichtig — und gleichzeitig die fragile Ressource, die als erstes ausfällt. Strom weg bedeutet in den meisten Fällen: Internet weg, Mobilfunk bald weg, keine Behörden-Warnungen, keine Nachrichten. Wer dann noch Informationen empfangen und senden kann, hat einen entscheidenden Vorteil.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt als erste Maßnahme für jeden Haushalt: ein batteriebetriebenes Kurbelradio. Der öffentliche Rundfunk in Deutschland (ARD, ZDF, Deutschlandfunk) ist gesetzlich verpflichtet, bei Katastrophen auf Notstromversorgung umzuschalten und weiter zu senden.

Mobilfunkmasten haben in Deutschland eine gesetzlich vorgeschriebene Notstromversorgung — aber meist nur für wenige Stunden. Bei einem regionalen Blackout, der länger als 12–24 Stunden dauert, bricht das Mobilfunknetz zusammen. SMS können manchmal noch länger funktionieren als Telefonate, weil sie weniger Bandbreite brauchen.

Wie schnell es gehen kann, zeigen reale Ereignisse: Im September 2025 brannte in Berlin eine Hochspannungsleitung. 50.000 Haushalte ohne Strom, die letzten erst nach 60 Stunden wieder versorgt. Im Januar 2026 legte ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin 45.000 Haushalte lahm, 20.000 davon für fünf Tage. Wer in diesen Gebieten kein batteriebetriebenes Radio besaß, war tagelang ohne jede offizielle Information.

Die Bundesnetzagentur hat 2025 einheitliche Regelungen zur Notstromversorgung von Telekommunikationsnetzen vorgeschlagen. Bis diese greifen, gilt: Mobilfunkmasten halten im Schnitt 30 Minuten bis wenige Stunden durch. Unter Last (weil alle gleichzeitig telefonieren wollen) verkuerzt sich diese Zeit erheblich. Telekom, Vodafone und O2 sind bisher nicht verpflichtet, ihre Masten fuer eine bestimmte Stundenzahl mit Notstrom auszustatten.

Sofortmaßnahme Kommunikation: 30 Euro — heute

Kaufen Sie ein DAB+/UKW Kurbelradio mit Solarladefunktion (ca. 30–50 €). Laden Sie außerdem NINA (kostenlose BBK-Warn-App) auf Ihr Smartphone. Schreiben Sie wichtige Telefonnummern auf Papier und verwahren Sie den Zettel im Notfallgepäck. Das sind die drei wichtigsten Kommunikationsmaßnahmen — in 1 Stunde erledigt.

Notfallkommunikation: Alle Guides im Überblick

Von der günstigen Basisausstattung bis zur professionellen Satellitenkommunikation — jede Unterseite erklärt ein Thema ausführlich:

Kommunikation im Blackout: Was wann ausfällt

Bei einem großflächigen Stromausfall fallen Kommunikationsmittel nicht alle gleichzeitig aus — sie degradieren schrittweise. Diese Zeitleiste zeigt, wann Sie auf welches Mittel noch zählen können:

0–1 Stunden

Alles funktioniert noch

Mobilfunk normal, Internet über Router (USV), Festnetz (DECT läuft kurz über Akku). NINA-Warnungen kommen noch an. Nutzen Sie diese Zeit: Familie informieren, Wichtiges sichern.

1–4 Stunden

Erste Ausfälle

Heim-Router fällt aus (kein Strom mehr). Mobilfunk noch verfügbar, aber Überlastung wahrscheinlich (alle versuchen gleichzeitig zu telefonieren). SMS funktioniert besser als Anrufe. Powerbank für Smartphone wichtig.

4–12 Stunden

Mobilfunknetz degradiert

Einzelne Mobilfunkmasten werden stromlos. Empfang wird unzuverlässig, variiert stark je nach Standort. Erste Masten gehen offline. Kurbelradio jetzt wichtigste Informationsquelle.

12–48 Stunden

Mobilfunk weitgehend ausgefallen

Die meisten Mobilfunkmasten sind ohne Strom. Nur einzelne Masten mit größeren Notstromsystemen (Krankenhäuser, Behörden) noch aktiv. Kurbelradio ist jetzt der einzige zuverlässige Empfangskanal.

48+ Stunden

Analoges Kommunikations-Protokoll

Nur noch: Kurbelradio (Empfang), direkter Kontakt (persönliche Übergabe von Nachrichten), CB-Funk (kurze lokale Kommunikation), Notizzettel an der Haustür. Vorher vereinbarter Notfallplan wird jetzt entscheidend.

Berliner Blackout Januar 2026: Was wir gelernt haben

Am 3. Januar 2026 zerstoerte ein Brandanschlag auf eine Hochspannungsleitung im Berliner Suedwesten die Stromversorgung von rund 45.000 Haushalten und 2.200 Betrieben im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Erst am 9. Januar war die Versorgung vollstaendig wiederhergestellt. Sechs Tage ohne Strom mitten in einer deutschen Grossstadt. Die Bundesakademie fuer Sicherheitspolitik nannte das Ereignis "bedingt resilient" und forderte grundlegende Reformen.

Die Kommunikationsausfaelle waren dramatisch: Bei O2 fielen 18 Mobilfunksender aus, bei Vodafone 39 Standorte, bei der Telekom 29 Stationen. Am Montag, dem 5. Januar, waren bei Vodafone erst 29 der 39 betroffenen Standorte wieder am Netz. Der Mobilfunk brach also nicht nach Stunden zusammen, sondern innerhalb von Minuten, weil die Masten direkt an derselben Stromversorgung hingen wie die Haushalte.

Der Notruf 112 war stundenlang ueberlastet. Nicht mit echten Notfaellen, sondern mit besorgten Menschen, die keine andere Informationsquelle mehr hatten. Die Berliner Feuerwehr musste Einsatzkraefte abstellen, um Informationspunkte in den betroffenen Stadtteilen einzurichten. Die Warnung per Cell Broadcast funktionierte, erreichte aber nur Personen mit eingeschaltetem Smartphone und Empfang.

Vier Lehren aus dem Berliner Blackout

1. Mobilfunkmasten fallen schneller als gedacht

Die Batteriepuffer der Masten sind auf kurze Ausfaelle ausgelegt (30 Minuten bis wenige Stunden), nicht auf Tage. Wenn das Stromnetz in einem ganzen Bezirk ausfaellt, sind Dutzende Masten gleichzeitig betroffen.

2. Kurbelradio war der einzige zuverlaessige Kanal

Der RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) sendete durchgehend auf UKW und DAB+ mit Notstrom. Anwohner mit Kurbelradio hatten aktuelle Informationen. Alle anderen waren auf Mundpropaganda angewiesen.

3. Analoge Kommunikation wurde ueberlebenswichtig

Zettel an Haustüren, persoenliche Besuche bei Nachbarn, handschriftliche Aushänge in Treppenhaeusern. Wer vorher keinen Notfallplan mit der Familie vereinbart hatte, konnte tagelang keinen Kontakt herstellen.

4. Notruf-Ueberlastung verschaerfte die Krise

Besorgte Anrufer blockierten die 112, weil sie Informationen suchten, keine Rettung brauchten. Ein Kurbelradio haette Tausende dieser Anrufe ueberfluessig gemacht.

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Fazit Berliner Blackout

Der Berliner Blackout war kein theoretisches Szenario, kein Planspiel. 45.000 Haushalte, sechs Tage, mitten in Deutschland. Die Bundesnetzagentur arbeitet seitdem mit Nachdruck an verbindlichen Notstrom-Vorgaben fuer Mobilfunkmasten. Bis diese greifen, bleibt die Verantwortung bei Ihnen: Kurbelradio, Notfallplan, Powerbank.

NINA Warn-App: Deutschlands offizieller Katastrophen-Alarm

NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) ist die offizielle Warn-App des Bundesamts fuer Bevoelkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Seit dem Start 2015 hat das BBK die App kontinuierlich weiterentwickelt. Das grosse Update im Herbst 2025 brachte eine modernere Oberflaeche, klarere Sprache und einen neuen Warnbereich fuer Polizeimeldungen.

Die App empfaengt Warnmeldungen ueber das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes. Kommunen, Landkreise, Landesinnenministerien und Bundesbehoerden koennen darueber Warnungen direkt an die Bevoelkerung senden. NINA warnt vor Grossbraenden, Hochwasser, Gefahrstoff-Austritt, Unwettern und seit 2025 auch systematisch vor Polizeilagen wie Amoklaeufen oder Terroranschlaegen.

So richten Sie NINA optimal ein

  • Wohnort als Favorit speichern: NINA warnt dann priorisiert fuer Ihre Region
  • Arbeitsplatz und Schule hinzufuegen: Bis zu 7 Orte als Favoriten moeglich
  • Geofencing aktivieren: Seit Juli 2025 warnt NINA automatisch am aktuellen Standort
  • Push-Benachrichtigungen einschalten: Sonst sehen Sie Warnungen nur beim Oeffnen der App
  • Polizei-Tipps lesen: Neuer Bereich mit Praeventionstipps der Polizei

Grenzen der NINA-App

  • Kein Mobilfunk = keine Warnung: NINA braucht Datenverbindung oder WLAN
  • Smartphone-Akku leer = keine Warnung: Powerbank als Backup einplanen
  • Kein Ersatz fuer Sirenen: Cell Broadcast und Sirenen erreichen mehr Menschen gleichzeitig
  • Keine Zwei-Wege-Kommunikation: Sie koennen nicht antworten oder Hilfe anfordern
  • Abhaengig von MoWaS-Eingabe: Warnung kommt erst, wenn eine Behoerde sie eingibt

Cell Broadcast (DE-Alert): Warnung ohne App

Seit dem bundesweiten Warntag 2022 unterstuetzt Deutschland Cell Broadcast unter dem Namen DE-Alert. Die Technik funktioniert grundlegend anders als NINA: Warnmeldungen werden direkt an alle Mobiltelefone in einer Funkzelle gesendet, aehnlich wie Radio. Keine App noetig, keine Registrierung, keine Datenverbindung. Beim Warntag am 11. September 2025 erreichte Cell Broadcast laut Vodafone ueber 65 Millionen Smartphones gleichzeitig.

Bei Alarmstufe 1 (hoechste Gefahr) ertönt ein lauter Signalton, selbst wenn das Smartphone auf lautlos gestellt ist. Cell Broadcast funktioniert auch auf aelteren Geraeten, allerdings nicht auf iPhones bis einschliesslich Modell 6/6 Plus und Android-Geraeten unter Version 11. Beim Berliner Blackout im Januar 2026 kam die Cell-Broadcast-Warnung durch, erreichte aber nur Personen, deren Smartphone noch Strom und Mobilfunkempfang hatte.

NINA und Cell Broadcast ergaenzen sich: Cell Broadcast erreicht Sie auch ohne installierte App, NINA liefert detailliertere Informationen und fortlaufende Updates. Beides zusammen deckt die digitale Warnkette ab. Sobald aber der Strom laenger ausfaellt, brauchen Sie das Kurbelradio.

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Warnsysteme haben eine gemeinsame Schwaeche

NINA, Cell Broadcast, Sirenen: Alle drei Warnsysteme informieren Sie UEBER eine Gefahr. Keines davon ermoeglicht Ihnen, zurueck zu kommunizieren oder Hilfe anzufordern. Fuer die Zweiwegkommunikation mit Familie, Nachbarn oder Rettungskraeften brauchen Sie ein eigenes Mittel: PMR446-Funk, CB-Funk oder im Extremfall ein Satellitentelefon. Das Kurbelradio hoert zu. Funkgeraete lassen Sie auch sprechen.

Der analoge Notfallplan: Jetzt vereinbaren, bevor die Krise kommt

Der wichtigste Kommunikationsplan kostet nichts und kann in 30 Minuten erstellt werden. Aber er muss VOR dem Krisenfall vereinbart und allen Familienmitgliedern bekannt sein. Im Krisenfall ist es zu spät.

Schritt 1: Treffpunkt festlegen

Vereinbaren Sie zwei Treffpunkte: einen nahen (z.B. beim Nachbarn, im Hausflur) und einen weiter entfernten (z.B. bei den Großeltern in einem anderen Stadtteil). Beide müssen allen bekannt sein.

Beispiel: Erster Treffpunkt = Hauseingang. Zweiter Treffpunkt = Familie Müller, Hauptstraße 12 (Nachhauseweg vom Büro).

Schritt 2: Außerhalb-der-Region-Kontakt

Bei regionalen Krisen sind Telefonate innerhalb der betroffenen Region überlastet oder unmöglich. Bestimmen Sie einen Kontakt außerhalb (andere Stadt, anderes Bundesland). Alle Familienmitglieder melden sich dort, wenn sie können.

Beispiel: Tante Maria in München hat die Nummern aller Familienmitglieder und wird als Relais-Kontakt genutzt.

Schritt 3: Meldepflicht vereinbaren

Vereinbaren Sie eine feste Uhrzeit und einen Ort für tägliche Meldungen: Wer gesund ist und wo er sich aufhält, meldet sich jeden Tag um 12 Uhr am vereinbarten Treffpunkt oder hinterlässt einen Zettel.

Schritt 4: Notfallkarte erstellen

Erstellen Sie eine physische Notfallkarte (Papier, laminiert): Treffpunkte, wichtige Telefonnummern, Adresse der Notunterkunft, medizinische Hinweise (Allergien, chronische Erkrankungen, Medikamente). Jedes Familienmitglied erhält eine Kopie.

Notfallkarte: Vorlage für den Start

Notfallkarte (Karteikarte A6, laminieren): Name + Blutgruppe | Treffpunkt 1: [Adresse] | Treffpunkt 2: [Adresse] | Außenkontakt: [Name, Telefon] | Arzt: [Name, Telefon] | Medikamente: [Liste] | Notfallzentrum: [Adresse lokale Behörde]. Diese Karte gehört in jede Tasche und jeden Notfallrucksack.

Kurbelradio: Die wichtigste Krisenvorsorge für 30 Euro

Ein DAB+/UKW-Kurbelradio ist die guenstigste und zuverlaessigste Investition in die Kommunikations-Krisenvorsorge. Das BBK nennt es explizit als erste Empfehlung im ueberarbeiteten Ratgeber von Oktober 2025. In aktuellen Tests (Januar 2026) schneidet das Acta Berg DAB+ Notfallradio als Testsieger ab: guter Empfang, starke Powerbank-Funktion, EWF-Warnfunktion (Emergency Warning Function) und automatischer Sendersuchlauf. Das Mesqool CR1009 Pro DAB ueberzeugt als Preis-Leistungs-Sieger mit 5.000-mAh-Akku fuer rund 52 Euro. Das Albrecht DR 114 bietet IPX5-Spritzwasserschutz und Bluetooth fuer etwa 78 Euro.

Eine spannende Entwicklung: Ende 2025 kuendigte das BBK eine neue Generation von Radios an, die ueber einen "Aufwachmodus" verfuegen. Diese Geraete schalten sich automatisch ein, sobald eine offizielle Warnung veroeffentlicht wird. Bis diese Technik breitenfaehig wird, bleibt das klassische Kurbelradio mit DAB+ und UKW die Referenz. Den ausfuehrlichen Test mit allen Modellen finden Sie auf unserer Unterseite Kurbelradio.

Worauf beim Kauf achten:

  • DAB+ und UKW: Beide Standards für maximale Kompatibilität
  • Handkurbel: Pflicht — lädt den internen Akku ohne externe Energie
  • Solar: Vorteilhaft als zusätzliche Ladeoption
  • USB-Ausgang: Wichtig zum Laden von Smartphones (auch wenn langsam)
  • Interner Akku: Li-Ion hält länger als NiMH
  • Taschenlampe eingebaut: Praktisch als Combo-Gerät
  • NOAA/Wetterwarnungen: Für USA irrelevant, aber Zeichen für professionelles Gerät

Was Sie vermeiden sollten:

  • • Nur AM/FM ohne DAB+ (veraltete Technologie)
  • • Nur Solar ohne Kurbel (zu wetterabhängig)
  • • Sehr billige Geräte ohne interne Akkus (Batterieabhängigkeit)
  • • Geräte ohne UKW-Empfang (nicht alle Notfallsender auf DAB+)
  • • Geräte ohne Antennenverstärkung für schwachen Empfang

Wichtige Notfall-Frequenzen für Deutschland

SenderBundesweitDAB+Notstrom
DeutschlandfunkJa (mehrere UKW-Frequenzen)JaJa
ARD-RegionalprogrammeRegionalJaJa
Bayern 1, NDR 1, WDR 2 etc.Regional/lokalJaJa
Lokale UKW-SenderLokalOft nichtTeilweise

Kaufberatung: Welches Kurbelradio passt zu Ihnen?

Drei Empfehlungen für verschiedene Ansprüche — vom günstigen Einsteiger bis zum professionellen Notfallradio.

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Kommunikations-Pyramide: 4 Stufen der Krisenvorsorge

Ähnlich wie bei der Energievorsorge gibt es bei der Kommunikation verschiedene Ausbaustufen — von einfach bis professionell.

Stufe 1 — 30 €

Basis: Kurbelradio + NINA

DAB+/UKW Kurbelradio + NINA-App auf Smartphone + Notfallkarte auf Papier. Schützt bei 95 % aller Krisenszenarien. Für jeden Haushalt Pflicht.

Stufe 2 — 60 €

Erweitert: + Powerbank für Smartphone

20.000-mAh-Powerbank (30 €) + vollständige Notfallkarte + analoger Familienplan. Ermöglicht 4–7 Tage Smartphone-Nutzung für Kommunikation.

Stufe 3 — 150–300 €

Profi: + CB-Funk oder PMR-Funkgeräte

PMR446-Handsprechfunkgeräte (lizenzfrei, 1–5 km Reichweite) ermöglichen Kommunikation mit Nachbarn und Familie in der Umgebung ohne Mobilfunknetz. Für Familien mit Kindern oder in abgelegenen Gebieten sehr sinnvoll.

Stufe 4 — 500–2.000 €

Autark: Satellitentelefon oder Starlink

Für abgelegene Standorte, professionelle Vorbereitung oder besondere Abhängigkeit von Kommunikation: Starlink (400 € + 40 €/Monat) oder Iridium-Satellitentelefon (1.000–2.500 €).

PMR446-Funk: Kommunikation mit Nachbarn ohne Netz

PMR446-Funkgeräte (Private Mobile Radio, 446 MHz) sind in Deutschland ohne Lizenz und ohne Anmeldung nutzbar. Sie ermöglichen Zweiwegkommunikation auf kurze Distanzen — unabhängig von Mobilfunknetz, Internet und Strom­versorgung. Genau das macht sie zu einem wertvollen Ergänzungsmittel in der Krisenvorsorge.

Reichweite PMR446: im Freien typisch 1–5 km, in bebautem Gebiet 300–800 m, von Gebäude zu Gebäude 100–500 m. Die Reichweite hängt stark von Hindernissen ab. Professionellere PMR-Repeater können die Reichweite auf 10–20 km ausdehnen.

Vorteile PMR446

  • • Kein Netz, kein Internet, kein Strom nötig (außer Batterien)
  • • Lizenz- und gebührenfrei in der gesamten EU
  • • Geräte ab ca. 30 € (Motorola T82 Extreme: ~70 €/Paar)
  • • Sofortige Verbindung ohne Einwahlprozedur
  • • Funktioniert auch wenn Mobilfunknetz überlastet ist
  • • Batterien oder Akkus als Energiequelle — sehr ausdauernd

Typische Einsatzfälle

  • • Koordination mit Nachbarn im selben Wohnblock oder Straße
  • • Familie auf dem Campingplatz oder im Garten
  • • Kinder beim Spielen — Ruf­reichweite ohne Smartphone
  • • Koordination bei Evakuierungen innerhalb einer Siedlung
  • • Freiwillige Feuerwehr und Hilfsorganisationen nutzen PMR als Backup

PMR446 vs. CB-Funk: Vergleich

MerkmalPMR446CB-Funk
LizenzKeine (EU-weit)Keine (Deutschland)
Reichweite1–5 km (Freifeld)1–10 km (Freifeld)
Gerätekosten30–150 €/Paar50–200 €/Gerät
GrößeSehr kompakt (Hosentasche)Größer (Fahrzeug oder Tisch)
Akku­laufzeit8–24 h (je nach Sendeleistung)variabel

PMR446 Empfehlung für Familien

Kaufen Sie ein Vierer-Set (4 Geräte, z.B. Motorola T82 Extreme, ca. 120–150 € für 4 Stück). Je ein Gerät für jeden Erwachsenen und älteres Kind. Legen Sie alle auf Kanal 1 fest — einfach und ohne Verwirrung. Testen Sie die Geräte einmal im Quartal und laden Sie die Akkus. Im Krisenfall sofort einsatzbereit.

Satellitengestuetzte Kommunikation: Iridium, Thuraya und Starlink

Satellitentelefone und Satelliten-Internet funktionieren unabhaengig vom terrestrischen Mobilfunknetz. Wenn alle Masten ausgefallen sind, bleiben Satelliten erreichbar, solange Sie freie Sicht zum Himmel und eine Stromquelle fuer das Geraet haben. Fuer die meisten Haushalte ist das eine Investition, die sich erst in laengeren Krisenszenarien rechnet. Fuer abgelegene Standorte, beruflich abhaengige Personen oder besonders vorsorgebewusste Familien kann Satellitenkommunikation den entscheidenden Unterschied machen.

Satellitensysteme im Vergleich

SystemFunktionGeraetLaufende KostenAbdeckung
IridiumTelefonie, SMSab 1.300 €1-2 €/Min.Weltweit (66 Satelliten)
ThurayaTelefonie, SMS, Datenab 400 €0,68-2,37 $/Min.Europa, Asien, Afrika
Starlink StandardBreitband-Internet350-499 €ab 40 €/MonatEuropa, Nordamerika, Teile Asien
Starlink MiniMobiles Internetab 249 €40 €/Monat (100 GB)Europa, Nordamerika

Satellitentelefon: Fuer wen sinnvoll?

Iridium bietet die einzige lueckenlos weltweite Abdeckung ueber 66 Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen. Ein Iridium-Satellitentelefon kostet ab 1.300 Euro, Gespraeche 1-2 Euro pro Minute. Die Alternative: Ein Geraet mieten. Bei satfon.de kostet ein Iridium GO! 5,50 Euro pro Tag, ein Thuraya XT-PRO 4,50 Euro pro Tag. Fuer den gelegentlichen Notfall-Einsatz ist die Miete die klügere Wahl.

Thuraya-Geraete sind guenstiger (ab 400 Euro), decken aber nicht alle Regionen ab. Fuer Deutschland und Europa reicht Thuraya aus. Aktivierungsgebuehr: 26 USD, monatliches Abo: 16-35 USD.

Starlink Mini: Internet per Satellit

Seit 2025 gibt es Starlink Mini: nur 1,5 kg schwer, WLAN direkt in der Antenne integriert, kein separater Router noetig. Der Stromverbrauch liegt bei 25-60 Watt. Das bedeutet: Eine Powerstation mit 500 Wh betreibt Starlink Mini 8-20 Stunden lang. Fuer 40 Euro monatlich bekommen Sie 100 GB Datenvolumen.

Fuer die Krisenvorsorge besonders relevant: Starlink funktioniert auch bei totalem Mobilfunk-Blackout, solange die Antenne Strom hat und freie Sicht nach oben. In Kombination mit einer Powerstation und Solarpanel ist mehrtaegiger Betrieb realistisch.

Unsere Einschaetzung: Fuer den typischen Vier-Personen-Haushalt in einer deutschen Stadt lohnt sich ein Satellitentelefon finanziell nicht. Ein Kurbelradio (30-90 Euro) plus PMR446-Funk (70-150 Euro) deckt 99 Prozent aller realistischen Krisenszenarien ab. Starlink hingegen kann sich doppelt rechnen: Es liefert im Alltag schnelles Internet (besonders auf dem Land) und dient im Krisenfall als unabhaengige Kommunikationsleitung. Den ausfuehrlichen Vergleich finden Sie auf unserer Unterseite Satellitentelefon & Starlink.

Amateurfunk und Notfunk: Das Sicherheitsnetz der Ehrenamtlichen

"Wenn nichts anderes mehr funktioniert, funktioniert Amateurfunk noch." Dieser Satz ist kein Marketing, sondern Erfahrung aus Dutzenden realen Katastrophen weltweit. Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) hat rund 35.000 Mitglieder in Deutschland. Viele von ihnen sind im Notfunk organisiert und trainieren regelmaessig den Aufbau unabhaengiger Kommunikationsnetze bei Stromausfall.

Im Gegensatz zu PMR446 und CB-Funk braucht Amateurfunk eine Lizenz: die Amateurfunkpruefung bei der Bundesnetzagentur (Klasse E oder Klasse A). Das klingt nach Hürde, ist aber machbar. Die Klasse-E-Pruefung umfasst Grundlagen der Elektrotechnik, Betriebstechnik und Vorschriften. Viele DARC-Ortsverbaende bieten kostenlose Vorbereitungskurse an. Mit der Lizenz erhalten Sie Zugang zu Frequenzen mit deutlich groesserer Reichweite als PMR oder CB.

Der Verein Notfunk Deutschland e.V. koordiniert ehrenamtliche Funkamateure, die ihre Ausruestung und ihr Wissen fuer Krisensituationen bereitstellen. Die Zusammenarbeit mit dem DARC wurde zuletzt intensiviert: gemeinsame Uebungen, Fortbildungen und Oeffentlichkeitsarbeit. Bei Grosslagen wie dem Ahrtal-Hochwasser 2021 stellten Funkamateure in einigen Ortschaften die einzige funktionierende Verbindung nach aussen her.

Amateurfunk fuer die Krisenvorsorge

  • Reichweite: regional bis weltweit (ueber Kurzwelle und Satellit)
  • Unabhaengigkeit: eigene Sendeanlagen, eigene Stromversorgung
  • Netzwerk: Tausende geschulte Freiwillige in ganz Deutschland
  • Digitale Betriebsarten: Winlink (E-Mail per Funk), APRS (Positionsmeldung)
  • Kosten Einstieg: Pruefungsgebuehr ca. 80 €, Geraet ab 150 € (Handfunkgeraet)

Die 3-er-Regel: Notkanal im lizenzfreien Funk

In der Krisenvorsorge-Szene hat sich die sogenannte "3-er-Regel" etabliert: Kanal 3 gilt auf PMR446, CB-Funk und Freenet als inoffizieller Not- und Informationskanal. Bei einem grossflaechigen Ausfall wissen geschulte Nutzer sofort, wo sie sich melden koennen.

  • PMR446 Kanal 3: 446,03125 MHz
  • CB-Funk Kanal 3: 26,985 MHz (AM/FM)
  • Freenet Kanal 3: 149,0375 MHz

Sie muessen kein Funkamateur werden

Amateurfunk ist die Koenigsdisziplin der Krisenkommunikation. Aber fuer 95 Prozent aller Haushalte reicht die Kombination aus Kurbelradio (Empfang) und PMR446 (lokales Senden). Wenn Sie sich fuer Amateurfunk interessieren, besuchen Sie einen DARC-Ortsverband in Ihrer Naehe. Die Gemeinschaft ist hilfsbereit, die Technik faszinierend, und im Krisenfall sind Sie Teil eines Netzwerks, das funktioniert, wenn alles andere versagt.

Digitale Kommunikation sichern: Was Sie jetzt vorbereiten sollten

Nicht nur die Hardware — auch die digitale Vorbereitung entscheidet darüber, ob Sie im Krisenfall kommunizieren können. Diese Maßnahmen kosten nichts und können in einer Stunde erledigt werden.

1. Wichtige Nummern offline speichern

Wenn Ihr Smartphone stirbt oder das Mobilfunknetz ausfällt, haben Sie keinen Zugriff auf gespeicherte Kontakte. Drucken Sie die wichtigsten Nummern aus oder schreiben Sie sie auf eine laminierte Karte:

  • • Polizei: 110 | Feuerwehr/Rettung: 112 | Giftnotruf regional
  • • Hausarzt, Kinderarzt, nächstes Krankenhaus
  • • Alle Familienmitglieder + außerregionaler Notfallkontakt
  • • Arbeitgeber, Schule, Kita der Kinder
  • • Stadtwerke/Versorger (Störungsnummer)
  • • Nachbarn (besonders ältere oder hilfsbedürftige Personen)

2. NINA-App einrichten

Die NINA-Warn-App des BBK ist kostenlos und sendet Katastrophenwarnungen direkt auf das Smartphone — auch wenn keine aktive Verbindung geöffnet ist. Einrichten dauert 5 Minuten:

  • • App im App Store/Google Play installieren
  • • Eigenen Wohnort als Hauptstandort eintragen
  • • Zusätzlich Orte von Arbeitsplatz und Schule der Kinder hinzufügen
  • • Push-Benachrichtigungen aktivieren (Standardeinstellung)
  • • Limit: Funktioniert nur solange Mobilfunk und Akku verfügbar sind

3. Offline-Karten und lokale Informationen

Bei einem Blackout haben Sie keinen Zugriff auf Google Maps, Navigationsdienste oder behördliche Webseiten. Bereiten Sie Offline-Ressourcen vor:

  • • Maps.me oder OsmAnd: Offline-Karten der eigenen Region herunterladen
  • • PDF-Versionen lokaler Notfallpläne (Gemeinde, Landkreis) speichern
  • • Adressen lokaler Notunterkünfte, Feuerwehr, Krankenhaus aufschreiben
  • • Stadtplan in Papierform im Auto und zu Hause verfügbar

4. Messenger-Backups und wichtige Dokumente

Fotos wichtiger Dokumente (Personalausweis, Versicherungskarte, Medikamentenliste, Allergien) offline speichern — auf dem Gerät selbst (nicht nur in der Cloud) oder ausgedruckt in der Notfalltasche. Verschlüsselter USB-Stick als Backup empfohlen.

Kommunikation ohne Strom: Alle Methoden im Ueberblick

Wenn das Stromnetz zusammenbricht, trennt sich die Spreu vom Weizen. Manche Kommunikationsmittel funktionieren noch Stunden, andere Tage, wenige unbegrenzt. Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Methode wie lange durchhaelt und was sie kostet.

MethodeFunktioniert ohne StromRichtungReichweiteKosten
Kurbelradio (DAB+/UKW)Unbegrenzt (Handkurbel)Nur EmpfangBundesweit30-90 €
PMR446-Funk8-24 h (Batterien)Senden + Empfangen1-5 km30-150 €
CB-FunkVariabel (12V-Betrieb)Senden + Empfangen1-20 km50-200 €
Freenet (149 MHz)8-20 h (Batterien)Senden + Empfangen1-5 km50-120 €
AmateurfunkUnbegrenzt (eigene Stromversorgung)Senden + EmpfangenRegional bis weltweitab 150 € + Lizenz
Smartphone + PowerbankBegrenzt (4-7 Tage)Senden + EmpfangenNur bei Netzempfang30 € (Powerbank)
SatellitentelefonAbhaengig von Akku/PowerbankSenden + EmpfangenWeltweitab 400 €
Zettel, Boten, TreffpunkteUnbegrenztSenden + EmpfangenLokal (Fussweg)0 €

Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tabelle: Kein einzelnes Geraet loest alle Kommunikationsprobleme im Krisenfall. Empfangen (Kurbelradio) und Senden (PMR446) sind zwei verschiedene Funktionen, die zwei verschiedene Geraete erfordern. Die Kombination aus Kurbelradio und PMR446-Funk deckt fuer die meisten Familien den realistischen Bedarf ab. Den vollstaendigen Guide mit Praxistipps finden Sie auf unserer Unterseite Kommunikation ohne Strom.

Freenet: Die dritte lizenzfreie Option

Freenet-Funk operiert auf 149 MHz und ist nur in Deutschland lizenzfrei nutzbar (nicht EU-weit wie PMR446). Die Sendeleistung betraegt 0,5 Watt, die Reichweite aehnelt PMR446 (1-5 km im Freien). Vorteil: Freenet nutzt eine andere Frequenz als PMR446, was bei starker Auslastung eine Alternative bietet. Die "3-er-Regel" (Kanal 3 als Notkanal) gilt auch hier.

Freenet-Geraete kosten 50-120 Euro und sind bei Funkhaendlern erhaeltlich. Fuer die Krisenvorsorge empfehlen wir PMR446 als ersten Kauf (groessere Verbreitung, EU-weit nutzbar) und Freenet als Ergaenzung fuer erfahrenere Nutzer.

Notfallkommunikation für Senioren und Menschen mit Behinderung

Ältere Menschen und Menschen mit Behinderung haben besondere Kommunikationsbedürfnisse im Krisenfall. Die BBK-Empfehlung „Kurbelradio + NINA" ist ein guter Start, aber für diese Gruppen gibt es wichtige Ergänzungen.

Für Senioren (70+)

  • Großtasten-Notfalltelefon (mit SOS-Taste, z.B. Doro 6820): läuft auch mit Akkus
  • Notrufarmband (Hausnotruf): funktioniert solange Telefonnetz aktiv
  • Kurbelradio mit großen Tasten und lautem Lautsprecher bevorzugen
  • Notfallkarte im Geldbeutel: Name, Adresse, wichtige Erkrankungen, Notfallkontakt
  • Nachbarn einbeziehen: vereinbaren, dass nach kurzer Zeit geklingelt wird

Bei Hör- oder Sehbeeinträchtigung

  • Hörbehindert: NINA-App (visuell), Vibrations-Wecker, Blinklicht-Alarmanlage
  • Sehbehindert: Audiodeskriptions-Radio, sprechende Uhr, Sprachausgabe-Smartphone
  • Unterstützte Kommunikation: Bildkarten mit wichtigen Notfallsymbolen vorbereiten
  • Betreuungsperson einweisen: klare Rollenteilung im Notfallplan
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Hausnotruf im Blackout

Hausnotruf-Systeme (Johanniter, DRK, Malteser etc.) laufen in der Regel über das Festnetz-Telefonnetz (ISDN/analog) oder VoIP. Bei einem längeren Blackout fällt die Basisstation aus. Sprechen Sie mit dem Anbieter über den Notfallplan — einige Systeme haben GSM-Backup, andere nicht.

Häufige Fragen zur Notfallkommunikation

Wie lange funktioniert das Mobilfunknetz bei einem Blackout?
Mobilfunkmasten haben gesetzlich vorgeschriebene Notstromanlagen — in Deutschland mindestens für 1 Stunde, in der Praxis oft länger (4–12 Stunden). Bei einem länger andauernden Blackout (über 12 Stunden) werden die meisten Masten stromlos. Dann funktioniert weder Telefonie noch Internet über das Mobilfunknetz. Ein Kurbelradio ist der einzige zuverlässige Informationskanal in dieser Situation.
Was ist ein Kurbelradio und warum empfiehlt das BBK es?
Ein Kurbelradio ist ein batteriebetriebenes Radio mit eingebauter Handkurbel und oft auch einem kleinen Solarpanel. Es ermöglicht den Empfang von DAB+- und UKW-Radio-Signalen ohne Strom aus der Steckdose. Das BBK empfiehlt es als erstes Kommunikationsmittel in der Krisenvorsorge, weil der öffentliche Rundfunk (ARD, ZDF, Deutschlandfunk) bei Katastrophen auf eigene Notstromversorgung umschaltet und weiter sendet.
Lohnt sich ein Satellitentelefon für normale Haushalte?
Für die meisten Haushalte ist ein Satellitentelefon zu teuer (Gerät 1.000–2.500 €, Minutenpreise 1–3 €). Besser geeignet: Iridium-Prepaid-SIM für den Notfall (ca. 100 € + Guthaben) in Kombination mit einem geliehenen oder günstigen Gerät. Starlink (ca. 400 € Hardware + 40 €/Monat) ist eine sinnvolle Alternative für Eigenheimbesitzer, die ohnehin schnelles Internet wollen. Für die meisten reicht ein Kurbelradio.
Wie kommuniziere ich mit meiner Familie wenn das Handy nicht mehr funktioniert?
Der wichtigste Schritt ist die Vorbereitung VOR der Krise: 1. Einen festen Treffpunkt vereinbaren (z.B. bei Verwandten oder Nachbarn). 2. Einen Notfallkontakt außerhalb des Wohnorts bestimmen (bei regionalen Krisen oft noch erreichbar). 3. Wichtige Telefonnummern auf Papier notieren. 4. Regelmäßige Meldepflicht vereinbaren (z.B. täglich um 12 Uhr am Treffpunkt). 5. Zettel an der Haustür für Familienmitglieder hinterlassen.
Was ist die NINA-App und reicht sie für den Krisenfall?
NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) ist die offizielle Warn-App des BBK und sendet Warnmeldungen direkt aufs Smartphone. Sie ist kostenlos und unverzichtbar — aber hat eine entscheidende Schwäche: Sie braucht Mobilfunk und Strom. Bei einem längeren Blackout funktioniert NINA nicht. Das Kurbelradio ist daher die wichtigere Ergänzung: Es funktioniert auch wenn NINA nicht mehr sendet.
Welche Frequenzen und Sender kann ich im Krisenfall empfangen?
In Deutschland sind folgende Sender im Krisenfall besonders wichtig: Deutschlandfunk (mehrere UKW-Frequenzen bundesweit, auch DAB+), ARD-Regionalprogramme (BR, NDR, WDR, SWR etc. — alle auf UKW und DAB+), Deutschlandradio Kultur. Diese Sender sind gesetzlich verpflichtet, bei Katastrophen auf Notstromversorgung umzuschalten. Lokale UKW-Sender sind oft früher als Deutschlandradio informiert. DAB+ hat größere Reichweite als UKW bei schwachem Signal.
Was ist CB-Funk und lohnt er sich für die Krisenvorsorge?
CB-Funk (Bürger-Funk, 27 MHz) ist in Deutschland ohne Lizenz nutzbar und funktioniert auch ohne Mobilfunknetz. Reichweite: 1–10 km (im Freien), weniger in bebautem Gebiet. Geräte kosten 50–200 €. Einsatz: lokale Koordination mit Nachbarn und Helfern, Notfallkommunikation auf kurze Distanz. Nachteil: Reichweite begrenzt, viele Nutzer kaum noch aktiv. Für die meisten Haushalte als Ergänzung zum Kurbelradio sinnvoll.
Wie lade ich mein Smartphone im Krisenfall ohne Steckdose?
Lademöglichkeiten ohne Strom: 1. Powerbank (20.000 mAh, ca. 30 €) — 5–10 Smartphone-Ladungen, keine weitere Energiequelle nötig. 2. Kurbelradio mit USB-Ausgang — langsam aber unabhängig. 3. Solar-Powerbank (direkte Solarladung über Panel) — effektiv im Sommer. 4. Powerstation mit Solar-Panel — beste Lösung für mehrtägige Blackouts. 5. Autobatterie mit KFZ-Ladegerät — falls Auto vorhanden. Wichtig: Flugmodus aktivieren verlängert die Akkulebensdauer um bis zu 60 %.
Welche wichtigen Telefonnummern sollte ich im Krisenfall auf Papier haben?
Pflichtliste für die analoge Notfallkarte: Polizei (110), Feuerwehr/Rettungsdienst (112), Giftnotruf (für Vergiftungen, z.B. 030 192 40 Berlin), Hausarzt + Kinderarzt, direkter Arbeitgeber/Schule, 2–3 engste Familienmitglieder (auch Schwiegerfamilie), 1 Notfallkontakt außerhalb der Region, lokales Krankenhaus, Stadtwerke/Notfallnummer des Energieversorgers. Diese Nummern auf einen Zettel schreiben und an einem festen Ort aufbewahren — nicht nur digital.
Wie funktioniert Starlink im Krisenfall und was kostet es?
Starlink (SpaceX) bietet Satelliten-Breitband-Internet auch in Gebieten ohne Glasfaser oder Mobilfunk. Hardwarekosten: ca. 350–499 € (Antenne, Router). Monatliche Kosten: ab 40 €. Funktioniert auch bei Mobilfunk-Blackout, solange die Starlink-Bodenstation und Stromversorgung der Antenne gewährleistet sind. Für die Krisenvorsorge besonders wertvoll: Starlink-Antenne kann über Powerstation (ca. 50–60 W Verbrauch) betrieben werden — so bleibt man auch bei langem Blackout online.

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Quellen