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Kommunikation ohne Strom 2026 — PMR-Funk, Kurbelradio & Notfallkommunikation

Wenn Mobilnetz und Internet ausfallen: Alle Kommunikationsmittel für den Krisenfall erklärt — von PMR-Funk bis Signalspiegel. Mit konkreten Empfehlungen für jeden Bedarf.

Zuletzt aktualisiert: April 2026Autor: Redaktion krisenfall.euLesezeit: ca. 16 Minuten

Juli 2021, Ahrtal: Das Mobilnetz brach innerhalb von Stunden zusammen. Wer ein Kurbelradio hatte, erfuhr wann und wo Hilfe kam. Wer einen PMR-Funk besaß, konnte sich mit Nachbarn koordinieren. Alle anderen waren auf Zuruf und Fahrräder angewiesen.

Laut einer Analyse der Bundesnetzagentur nach der Flutkatastrophe 2021 fielen in den betroffenen Gebieten über 80 % der Mobilfunkmasten innerhalb von 6 Stunden nach Stromausfall aus. Das Festnetz war noch schneller tot. Wer ausschließlich auf Smartphone-Kommunikation setzte, war isoliert.

Dieser Artikel zeigt dir alle Optionen für die Notfallkommunikation: Was kostet was, wie weit reicht es, und was brauchst du wirklich? Von der kostenlosen Trillerpfeife bis zum Amateurfunk-Netzwerk.

1. Kaufberatung: Welches Notfallradio passt zu dir?

Ein Notfallradio mit Kurbeldynamo ist das wichtigste Kommunikationsmittel für die Krisenvorsorge — es funktioniert ohne jede Infrastruktur und empfängt Durchsagen auch wenn alles andere ausgefallen ist.

2. Kurbelradio und Solarradio — Nachrichten ohne Strom

Ein Kurbelradio ist das Minimum für jeden Krisenvorsorge-Haushalt. Im Krisenfall schalten öffentlich-rechtliche Sender auf Katastrophenschutz-Modus: ARD, ZDF, Bayerischer Rundfunk, WDR, NDR — alle haben Notstromversorgung und übertragen weiter wenn das normale Stromnetz ausgefallen ist.

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Was ARD-Sender im Krisenfall senden

Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, bei Katastrophen Warnmeldungen zu übertragen. Im Ahrtal 2021 und beim Hochwasser 2024 liefen die Regionalsender durch — mit Evakuierungshinweisen, Sperrzonen und Hilfsangeboten. UKW und DAB+ sind die wichtigsten Empfangsbänder, da beide auf Sendern mit Notstrom laufen.

Was ein gutes Notfallradio mitbringen muss

KriteriumMinimumBesserPremium
EmpfangUKW (FM)UKW + DAB+ + MW+ Kurzwelle (KW)
StromquelleKurbeldynamoKurbel + Solar + Akku+ USB-Eingang
Handy ladenNeinUSB-AusgangUSB-C mit 10W
TaschenlampeEinfach LEDLED + BlinkalarmLED + Fokus
Preisab 15 €30–60 €80–150 €

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Das Eton FRX5-BT ist das meistempfohlene Notfallradio unter Krisenvorsorge-Experten: Kurzwellenempfang erlaubt weltweite Nachrichtenquellen (BBC World Service, Deutsche Welle), der Bluetooth-Lautsprecher kann auch für Musik genutzt werden, und der USB-Ladeport hält dein Smartphone am Leben. Der NOAA-Wetterfunk ist für Deutschland nicht relevant, zeigt aber die professionelle Verarbeitung.

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AM/FM/SW + NOAA-Wetterfunk
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Bluetooth-Lautsprecher integriert
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USB-Ladeport für Smartphones
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Kurbel + Solar + USB + Akku
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3. PMR-Funk — lizenzfreie Kurzstreckenkommunikation

PMR 446 (Private Mobile Radio) ist der europäische Standard für lizenzfreie Handfunkgeräte. Keine Anmeldung, keine Gebühren, europaweit einheitliche Kanäle. Für die Koordination in der Nachbarschaft, zwischen Stockwerken oder auf dem Campingplatz ideal.

PMR-Funk — Vorteile

  • Keine Lizenz, keine Anmeldung
  • Geräte ab 15 € das Stück
  • Europaweit einheitliche 8 Kanäle
  • Sofort einsatzbereit (Knopfdruck)
  • Batterien (AA/AAA) oder Akku
  • Wasserdichte Modelle verfügbar (IP67)

PMR-Funk — Grenzen

  • Max. 500 mW Sendeleistung (gesetzlich)
  • Stadtreichweite: 300 m – 1 km realistisch
  • 8 Kanäle = in Krisenfall Überfüllung möglich
  • Kein Calling-/Notfallkanal festgelegt
  • Nur Simplex (kein Relais-Betrieb erlaubt)

PMR-Kanalplan für Krisenvorsorge

KanalFrequenzEmpfohlene NutzungHinweis
Kanal 1446,00625 MHzAnruf- und Notfallkanal (inoffiziell)Am meisten überwacht
Kanal 2–6446,01875 – 446,08125 MHzGespräche, FamilienkoordinationFrei wählen
Kanal 7446,09375 MHzGruppenkoordinationOft von Veranstaltern genutzt
Kanal 8446,10625 MHzReserveWenig genutzt

PMR-Kaufempfehlung: Worauf achten

Kaufe nur Geräte mit CE-Kennzeichen und expliziter PMR-446-Zulassung. Billiggeräte aus Drittländern senden oft mit mehr als den erlaubten 500 mW und auf falschen Frequenzen — das ist in Deutschland strafbar. Empfehlenswerte Marken: Motorola Talkabout, Midland G-Serie, Kenwood ProTalk. Kaufe mindestens 2 Geräte (Sender braucht Empfänger).

4. CB-Funk — die bewährte Alternative mit mehr Reichweite

CB-Funk (Citizens Band, 27 MHz) ist seit den 1970ern die Kommunikationslösung für Kraftfahrer und wurde im Krisenfall immer wieder eingesetzt. Auf 27 MHz breiten sich Radiowellen flacher aus als auf UHF (PMR) — in offenem Gelände sind 10–50 km möglich, bei Überreichweite durch Atmosphäreneffekte auch mehr.

MerkmalPMR 446CB-Funk
LizenzKeineKeine (DE, seit 2003)
Max. Sendeleistung500 mW4 Watt AM / 12 Watt SSB
Reichweite Stadt300 m – 1 km2–5 km
Reichweite Land3–8 km10–50 km
Gerätepreisab 15 € (Handgerät)ab 50 € (Handgerät), 80 € (KFZ)
AntennengrößeKlein (kompakt)Größer (27 MHz = lange Welle)
NotfallkanalKanal 1 (inoffiziell)Kanal 9 (international)
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CB-Notfallkanal: Kanal 9

Kanal 9 ist der international festgelegte Notfallkanal im CB-Funk. In Deutschland und Europa wird dieser Kanal von manchen Hilfsorganisationen und der Polizei auf CB überwacht (nicht flächendeckend). Kanal 19 ist der Fernfahrer-Kanal — hier kann man in ländlichen Gebieten Hilfe erhalten. Im Krisenfall: Zuerst Kanal 9, dann Kanal 19 versuchen.

5. Amateurfunk — weltweite Kommunikation im Krisenfall

Amateurfunk ist das mächtigste Kommunikationsmittel für den Krisenfall — und das einzige, das bei totaler Infrastruktur-Abschaltung funktioniert. Kurzwellenfunkgeräte (HF) überbrücken Tausende Kilometer ohne jede Infrastruktur. Lizenzierte Funkamateure sind weltweit für den Notfunk organisiert.

Warum Amateurfunk im Krisenfall entscheidend ist

  • Nach dem Erdbeben in Nepal 2015: Amateurfunker koordinierten internationale Hilfe für 72 Stunden bevor Satellit und Mobilnetz wiederhergestellt waren
  • Hurrikan Maria 2017 (Puerto Rico): Amateurfunker bildeten das einzige intakte Kommunikationsnetz für 3 Wochen
  • In Deutschland: Das DARC-Notfunknetz hat in der Flut 2021 geholfen, als Mobilnetz und Behördenfunk überlastet waren

Lizenz bekommen — so geht's

Klasse E

Einsteiger

VHF/UHF, einige HF-Bänder. Reicht für Deutschland und Europa. Prüfung: ~50 Fragen, BNetzA.

Lernzeit: 4–8 Wochen

Klasse A

Vollzugang

Alle Frequenzbänder, höhere Sendeleistung, weltweite Kommunikation auf Kurzwelle.

Lernzeit: 3–6 Monate

50 €

Prüfungsgebühr

Für beide Klassen. Prüfungen bundesweit bei der Bundesnetzagentur. Online-Lernmaterial kostenlos verfügbar.

Einmalig

DARC e.V. — Anlaufstelle für Einsteiger

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) bietet Einsteigerkurse in ganz Deutschland an — viele kostenfrei oder günstig. Über 33.000 Mitglieder, lokale Ortsverbände in fast jeder Stadt. Für die Krisenvorsorge lohnt sich der Kontakt zum lokalen Ortsverband auch ohne eigene Lizenz.

6. Meshtastic — das dezentrale digitale Kommunikationsnetz

Meshtastic ist ein Open-Source-Protokoll für LoRa-Funkgeräte (Long Range Radio). Statt zentralisierter Server bilden die Geräte ein Mesh-Netzwerk: Jedes Gerät ist gleichzeitig Sender und Relais — je mehr Geräte im Umkreis, desto größer das Netz.

Meshtastic — Fakten

  • Hardware: LoRa-Modul (TTGO T-Beam, RAK WisBlock, etc.) ab 20 €
  • Reichweite: 5–15 km pro Hop, durch Mesh theoretisch unbegrenzt
  • Stromverbrauch: Extrem niedrig (Wochen mit AA-Batterien)
  • Verschlüsselung: End-to-End via AES256
  • App: iOS und Android, Bluetooth zu Gerät
  • Lizenz: In Deutschland ISM-Band (868 MHz), keine Lizenz

Wann Meshtastic sinnvoll ist

  • Wenn mehrere Geräte im Umkreis vorhanden sind
  • Für Textnachrichten und GPS-Positionsfreigabe
  • Bei mehrtägigen Outdoor-Aktivitäten (Camping, Wandern)
  • Wenn die Community im Ort Meshtastic-Netz aufgebaut hat
  • Nachteil: Neue Technologie, noch kleine Community in DE

7. Satellitentelefon und Satelliten-Messenger

Satellitengeräte funktionieren komplett unabhängig von terrestrischer Infrastruktur — ideal für Extremszenarien oder Gebiete ohne Mobilnetz.

Gerät / DienstTypKosten HardwareAbo / NutzungFunktion
Garmin inReach Mini 2Sat-Messengerca. 300 €ab 15 €/MonatTexte, GPS, SOS-Knopf
SPOT XSat-Messengerca. 200 €ab 12 €/MonatTexte, Tracking, SOS
Iridium 9575 ExtremeSatellitentelefonca. 1.200 €1–2 €/MinuteSprache + SMS weltweit
Starlink Mini (Notfall)Sat-Internetca. 600 €ab 50 €/MonatVolles Internet via Satellit
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Für wen lohnt sich ein Satellitengerät?

Für die meisten Haushalte in Deutschland ist ein Satellitengerät überdimensioniert. Sinnvoll für: Menschen in sehr ländlichen Gebieten, Outdoor-Enthusiasten, Menschen mit erhöhtem Krisenrisiko, und Unternehmen mit Krisenvorsorge-Pflicht. Für den Durchschnittshaushalt: PMR-Funk + Kurbelradio + CB-Funk ist die bessere und günstigere Kombination.

8. Analoge Signalmittel — wenn alle Technik versagt

Analoge Signalmittel sind die letzte Reserve — keine Batterie, kein Netz, keine Lizenz. Bei Verschüttung, Schiffbruch oder extremem Extremereignis können sie Leben retten.

Signalspiegel

Ein kleiner Signalspiegel (10×10 cm) kann bei Sonnenschein auf bis zu 50 km Entfernung sichtbar sein. Von Hubschraubern ist das Aufblitzen auf 100 km sichtbar. Kosten: 5–15 €. Gewicht: unter 50 g.

SOS-Signal: Drei kurze Blitze, Pause, drei lange, Pause, drei kurze.

Trillerpfeife

Eine Fox 40 Trillerpfeife (keine Kugel, die klebt nicht) ist mit 120 dB auf 1–2 km hörbar. Kosten: 3–10 €. Absolutes Pflicht-Ausrüstungsstück für Wanderer und Bergsteiger.

SOS-Signal: Drei kurze Töne, Pause, drei lange Töne, Pause, drei kurze Töne.

Rauchzeichen

Drei Rauchsäulen sind das internationale SOS-Signal. Sichtbarkeit: 10–30 km je nach Wetterlage. Nasses Material erzeugt weißen Rauch (tagsüber besser sichtbar), Gummimaterial schwarzen Rauch (kontrastreicher gegen Schnee).

Wichtig: Rauchsignale nur bei echtem Notfall und an sicherem Ort.

Taschenlampe (Morse)

Mit einer hellen Taschenlampe lässt sich nachts Morsecode über 5–10 km senden. SOS = ···—-··· (3 kurz, 3 lang, 3 kurz). Auch ohne Morsekenntnisse: regelmäßiges Blinken zeigt menschliche Präsenz.

SOS: ··· — — — ···

9. Notfallkommunikationsplan für die Familie

Ein Kommunikationsplan ist mindestens genauso wichtig wie das richtige Gerät. Wenn im Krisenfall alle gleichzeitig anrufen, funktioniert das Netz nicht — wer aber weiß, wo man sich trifft und auf welchem Kanal man hört, bleibt verbunden.

Checkliste: Familienplan für Notfallkommunikation

Treffpunkte festlegen

  • ☐ Primär-Treffpunkt: In der Nähe des Hauses
  • ☐ Sekundär-Treffpunkt: Bekannte Person / Ort 2 km entfernt
  • ☐ Außerorts-Treffpunkt: Bei entfernten Verwandten

Funk-Kanäle vereinbaren

  • ☐ PMR-Primärkanal: z.B. Kanal 3
  • ☐ PMR-Backup-Kanal: z.B. Kanal 7
  • ☐ Kontrollzeiten: z.B. täglich 8:00 und 18:00 Uhr

Ausweichpersonen benennen

  • ☐ Lokaler Ansprechpartner (Nachbar)
  • ☐ Entfernter Kontakt (Verwandte außerhalb)
  • ☐ Alle haben die Nummer auf Papier

Ausrüstung verteilen

  • ☐ Jede Person hat eigenes PMR-Gerät
  • ☐ Kurbelradio im Haushalt
  • ☐ Trillerpfeife in jedem Rucksack

Kostenloser Notfallkommunikation-Plan vom BBK

Das BBK bietet einen kostenlosen Notfallplan zum Ausdrucken an — inklusive Platz für Familientreffpunkte, Notrufnummern und Kommunikationsplan. Download unter: bbk.bund.de — Notfallplan

10. Häufig gestellte Fragen

Welche Kommunikationsmittel funktionieren ohne Strom und ohne Mobilnetz?
Kommunikationsmittel die ohne Strom und Mobilnetz funktionieren: PMR-Funkgeräte (446 MHz, lizenzfrei, Reichweite 1–5 km), CB-Funk (27 MHz, Reichweite 5–50 km), Kurbelradio oder Solarradio (Empfang von Rundfunk und Notfalldurchsagen), analoge Signalmittel (Signalspiegel, Trillerpfeife, Rauchzeichen). Mit Batterie oder Kurbeldynamo funktionieren zusätzlich: Amateurfunk (HF-Bänder, weltweite Reichweite mit Lizenz), Satellitentelefone und Meshtastic (LoRa-basiertes dezentrales Netzwerk ohne Infrastruktur).
Was ist PMR-Funk und brauche ich eine Lizenz?
PMR 446 (Private Mobile Radio) ist der europäische Standard für lizenzfreie Handfunkgeräte. Keine Lizenz notwendig, keine Anmeldung, kein Gebühren. Die 8 Kanäle bei 446 MHz sind europaweit einheitlich — PMR-Geräte aus Deutschland funktionieren in Frankreich, Österreich und der Schweiz genauso. Reichweite: 0,5–2 km in der Stadt (Gebäude dämpfen), 3–10 km in offenem Gelände, in Ausnahmefällen bis 50 km über Bergkuppen. Sendeleistung: maximal 500 mW gesetzlich vorgeschrieben. Wichtig: Nur Geräte mit CE-Zeichen und expliziter PMR-446-Zulassung kaufen.
Welcher Notfallkanal ist in Deutschland eingestellt?
In Deutschland gibt es verschiedene Notfallkanäle je nach Funksystem: PMR 446: Kanal 1 wird oft als Anrufkanal genutzt, kein offizieller Notfallkanal festgelegt. UKW-Radio: Bayern 1, WDR 2, NDR 1 und andere öffentlich-rechtliche Sender schalten bei Katastrophen auf Notfall-Durchsagen um. DAB+ enthält ebenfalls Notfallfunktionen. CB-Funk: Kanal 9 ist internationaler Notfallkanal, Kanal 19 für Lastkraftfahrer und Autofahrer. Amateurfunk: 145,500 MHz (2-Meter-Band) ist der europäische Anrufkanal. Notruf: Telefonisch 112 (EU-weit), 110 (Polizei).
Wie weit reicht ein PMR-Funkgerät?
Die auf Verpackungen angegebenen Reichweiten (oft 10–20 km) sind Marketing-Angaben unter Idealbedingungen. Reale Reichweiten: Innenstadt mit Bebauung: 300–800 m. Suburbs / Wohngebiete: 1–2 km. Offenes Gelände (Felder): 3–8 km. Berge zu Tal: bis 20 km möglich. Entscheidende Faktoren: Höhe (je höher, desto weiter), Hindernisse (Gebäude, Bäume, Hügel dämpfen stark), Wetter (Regen dämpft leicht), Antenne (Telekomms-Antennen vs. Standard). Für zuverlässige Kurzstreckenkommunikation in der Stadt: 500m–1 km realistisch ansetzen.
Lohnt sich ein Amateurfunk-Führerschein für die Krisenvorsorge?
Für ernsthafte Krisenvorsorge: Ja, definitiv. Mit einer Amateurfunklizenz (Klasse E: Prüfung ca. 2–3 Monate lernen, 50 € Gebühr) kannst du auf Kurzwelle weltweit kommunizieren — auch wenn alle anderen Netze ausgefallen sind. Der Amateurfunk ist das einzige Kommunikationssystem das bei Katastrophen regelmäßig als Notfunk-Rückgrat funktioniert, wenn Mobilnetz, Internet und Behördenfunk überlastet sind. Für einfache Kurzbereichskommunikation in der Nachbarschaft genügt auch PMR ohne Lizenz.
Was passiert mit dem Mobilnetz bei einem Stromausfall?
Mobilfunkmasten haben USV-Batterien für 4–8 Stunden Autonomie. Nach 4–8 Stunden Stromausfall beginnt das Mobilnetz zusammenzubrechen. Zusätzlich: Überlastreaktionen durch alle, die gleichzeitig ihre Angehörigen anrufen (wie nach Unwettern). Ergebnis: Bei einem größeren Stromausfall ist das Mobilnetz nach 4–8 Stunden für Sprache meist nicht mehr erreichbar. SMS funktionieren manchmal noch (weniger Bandbreite). Festnetz über Glasfaser fällt ebenfalls aus. Nur analoge Kupfertelefonleitungen (DSL-Splitter ohne Router) funktionieren noch — aber kaum noch jemand hat einen analogen Telefonanschluss.
Wie kann ich ohne Strom Informationen empfangen?
Informationen ohne Strom empfangen: 1. Kurbelradio oder Solarradio (UKW, DAB+, MW, KW) — öffentlich-rechtliche Sender senden auch bei Stromausfall (Notstrom-Generator) weiter. 2. Autoradio (solange Autobatterie geladen ist). 3. Batterie-Radio. 4. Amateurfunknetz (für lizenzierte Funkamateure). 5. Satellitenradio (teure Hardware). Der WDR, BR, NDR und andere ARD-Sender haben explizite Notfall-Sendepläne und schalten bei Katastrophen auf Katastrophenschutz-Informationen um — das hat in der Flut 2021 im Ahrtal und beim Hochwasser 2024 funktioniert.
Was sind analoge Kommunikationsmittel für den äußersten Notfall?
Analoge Kommunikationsmittel die ohne jegliche Elektronik funktionieren: Signalspiegel (Reichweite 30–50 km bei Sonnenschein — wird von Hubschraubern auf 100 km gesehen), Trillerpfeife (Reichweite 1–2 km, SOS = 3 kurze Töne 3 lange 3 kurze), Rauchzeichen (drei Rauchsäulen = SOS, Reichweite je nach Wind 10–30 km sichtbar), Flaggensignale (nautische Flaggenalphabete), Lichtzeichen (Morsezeichen mit Taschenlampe). Für Wanderer und Bergsteiger: Trillerpfeife und Signalspiegel sind unverzichtbar — leicht, klein, funktionieren immer.

Quellen & weiterführende Links

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Rechtlicher Hinweis: Informationen zu Funkgeräten und Frequenzen beziehen sich auf Deutschland (Stand April 2026). Für andere Länder gelten abweichende Vorschriften. Amateurfunk erfordert eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur.