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Vorsorge-Tipps27. März 2026·5 Min. Lesezeit

Notvorrat 2026: Das BBK-Update und was es für Sie bedeutet

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat seine Notvorrat-Empfehlungen aktualisiert. Was ist neu, was bleibt, und wie legen Sie in 6 Wochen einen vollständigen Vorrat an?

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Redaktion Krisenfall

Krisenfall.eu Redaktion

Warum das BBK seine Empfehlungen aktualisiert hat

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat im Frühjahr 2026 seinen Ratgeber zur Notfallvorsorge überarbeitet — zum ersten Mal seit 2021. Die Aktualisierung reagiert auf veränderte Krisenszenarien: Naturkatastrophen, geopolitische Spannungen und die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, wo die alten Empfehlungen zu kurz griffen.

Hier ist, was sich geändert hat — und was das konkret für Ihren Haushalt bedeutet.

Die wichtigsten Änderungen 2026

1. Mehr Wasser

Alt: 1,5 Liter pro Person und Tag
Neu: 2 Liter pro Person und Tag (plus Hygienewasser)

Warum? Weil bisherige Notstandssituationen gezeigt haben, dass Trinkwasserknappheit schneller eintritt als erwartet — und 1,5 Liter nur dann reichen, wenn keine körperliche Anstrengung anfällt. Bei Sommer-Temperaturen oder wenn Lebensmittel zubereitet werden müssen, ist mehr nötig.

Für einen 4-Personen-Haushalt (10 Tage):

  • Trinkwasser: 80 Liter minimum
  • Hygienewasser: 20–40 Liter zusätzlich
  • Gesamt empfohlen: 100–120 Liter

2. Dauermedikamente als Pflichtbestandteil

Neu: Explizite Empfehlung, einen 4-wöchigen Vorrat an verschreibungspflichtigen Dauermedikamenten anzulegen.

Das betrifft Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Asthma und anderen chronischen Erkrankungen. Viele Krankenkassen unterstützen inzwischen eine entsprechende Rezept-Ausstellung durch den Hausarzt.

Tipp: Sprechen Sie Ihren Arzt beim nächsten Termin direkt darauf an. Der Hinweis auf BBK-Empfehlungen hilft erfahrungsgemäß.

3. Bargeld als fester Bestandteil

Neu: Das BBK empfiehlt erstmals explizit 100–200 Euro in kleinen Scheinen als Teil der Notfallvorsorge.

Der Hintergrund ist praktisch: Bei Stromausfall funktionieren Kartenterminals nicht. Wer auf elektronisches Bezahlen angewiesen ist, kann im Krisenfall im Supermarkt buchstäblich nichts kaufen. Kleine Scheine (5er, 10er, 20er) sind besonders wichtig, weil Wechselgeld in Notsituationen selten vorhanden ist.

4. Batteriebetriebenes Radio

Das Bundesamt hat das Batterie- oder Kurbelradio von einer optionalen Ergänzung zu einem Kernbestandteil des Notvorrats hochgestuft.

Warum? Im Ernstfall kann das Internet ausfallen und Mobilfunk überlastet sein. Das Radio — insbesondere DAB+ und UKW — ist dann die einzige verlässliche Informationsquelle für offizielle Warnmeldungen.

Die vollständige Checkliste 2026

Kategorie 1: Wasser

BedarfMenge (4 Personen, 10 Tage)
Trinkwasser80 Liter
Hygienewasser20–40 Liter
Wasserfilter (Backup)1 Stück empfohlen
Wasseraufbereitungstabletten1 Packung

Lagerung: PET-Flaschen (Mineralwasser), dunkel und kühl, Haltbarkeit prüfen (meist 1–2 Jahre nach Abfüllung).

Kategorie 2: Lebensmittel

Das BBK-Prinzip: "Essen Sie, was Sie lagern — lagern Sie, was Sie essen." Keine Sondervorräte, die Sie im Alltag nicht anfassen.

KategorieMenge (4 Personen, 10 Tage)
Getreide (Reis, Pasta, Haferflocken)4–6 kg
Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Dose)2–3 kg / 10–15 Dosen
Gemüsekonserven10–15 Dosen
Fisch-/Fleischkonserven8–10 Dosen
Fette und Öle1–2 Liter
Haltbare Milch8–10 Liter
Süßes und Energiereserven1–2 kg

Kategorie 3: Medikamente und Erste Hilfe

Basisausstattung (DIN 13164):

  • Verbandsmaterial, sterile Kompressen
  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol)
  • Fieberthermometer
  • Desinfektionsmittel

Zusatz 2026:

  • 4-Wochen-Vorrat Dauermedikamente (Rezept beim Arzt)
  • Antihistaminika
  • Magentropfen/Kohletabletten
  • Mundschutz und Einweghandschuhe

Kategorie 4: Energie und Licht

GegenstandVerwendung
Kerzen (10+) und FeuerzeugNotbeleuchtung
LED-Taschenlampe mit ReservebatterienMobile Beleuchtung
Campingkocher + GaskartuschenKochen ohne Strom
Powerstation 300–500 WhHandy, Radio, Leselampe
Batterie- oder KurbelradioInformation

Kategorie 5: Kommunikation und Dokumente

  • Warn-App NINA installieren (offizielle App des BBK)
  • Notfallkontakte auf Papier aufschreiben (Handy kann leer sein)
  • Kopien wichtiger Dokumente sicher aufbewahren:
    • Personalausweis / Reisepass
    • Krankenversicherungskarte
    • Hausarzt und Facharzt-Kontakte
    • Versicherungspolicen
  • 100–200 Euro Bargeld in kleinen Scheinen

In 6 Wochen zum vollständigen Vorrat

Viele Menschen scheitern am Notvorrat, weil sie "alles auf einmal" kaufen wollen. Das ist weder sinnvoll noch notwendig. Ein einfacher Stufenplan:

Woche 1 — Wasser Kaufen Sie 6–8 Kästen Mineralwasser (à 6×1,5 L). Das klingt viel, aber ein Kasten Wasser kostet ca. 4–6 Euro und ist sofort startklar.

Woche 2 — Grundnahrungsmittel Beim nächsten Einkauf: 1 kg extra Reis, 1 kg Pasta, 500 g Haferflocken. Wiederholen Sie das drei Einkäufe lang.

Woche 3 — Konserven 5–10 Dosen Gemüse, Tomaten, Thunfisch oder Bohnen kaufen. Kaufen Sie nur was Sie essen würden.

Woche 4 — Medikamente und Erste Hilfe Erste-Hilfe-Kasten prüfen und auffüllen. Hausarzt-Termin für Dauermedikamente-Reserve vereinbaren.

Woche 5 — Energie und Licht Campingkocher, Kerzen, Batterien, Taschenlampe. Alles zusammen für ca. 40–80 Euro.

Woche 6 — Kommunikation und Dokumente NINA App installieren, Notfallkontakte notieren, Dokumente kopieren, Bargeld bereitlegen.

Häufige Fehler — und wie man sie vermeidet

Fehler 1: Lebensmittel kaufen, die man nicht mag Im Krisenfall essen Sie keine Nahrung, die Sie normalerweise nicht anrühren. Kaufen Sie nur was Sie kennen.

Fehler 2: Ablaufdaten ignorieren Setzen Sie einen jährlichen Termin (z. B. jedes Jahr am 1. März) zum Überprüfen und Rotieren der Vorräte.

Fehler 3: Nur Essen, kein Wasser Wasser ist die kritischste Ressource. Ohne Wasser überleben Menschen keine drei Tage.

Fehler 4: Alles auf einmal kaufen wollen Das überfordert Budget und Platz. Stufenweise aufbauen ist sinnvoller und nachhaltiger.

Fazit: Vorsorge ist Selbstverantwortung

Das BBK-Update 2026 macht deutlich, dass Notfallvorsorge keine Frage von Extremismus oder Panikmache ist — es ist staatlich empfohlene Vernunft. Wer vorbereitet ist, entlastet auch die Hilfsorganisationen im Krisenfall, die sich dann auf wirklich Hilfsbedürftige konzentrieren können.

Unser Tool: Mit dem Notvorrat-Rechner berechnen Sie die exakten Mengen für Ihren Haushalt — einfach Personenzahl eingeben, alles andere rechnet das Tool.


Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", aktualisierte Fassung März 2026. DRK Erste-Hilfe-Standards 2026.

Kategorie:Vorsorge-Tipps

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