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🌧️ Regenwasser

Regenwasser sammeln — die nachhaltige Wasserreserve

Regenwasser kostet nichts, fällt zuverlässig vom Himmel und lässt sich mit einfachen Mitteln für viele Zwecke nutzen. Was erlaubt ist, was nötig ist und wie du ein effizientes System aufbauen.

⏱ Lesezeit: ca. 7 Minuten📅 Aktualisiert: März 2026

🌧️ Regenwasser sammeln ist in Deutschland legal

Das Sammeln von Regenwasser ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Für die Nutzung als Trinkwasser gelten jedoch die Vorgaben der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Für alle anderen Zwecke (Gartenbewässerung, Toilette, Wäsche) gibt es keine bundesweiten Einschränkungen.

Warum Regenwasser für die Krisenvorsorge wichtig ist

Eine Regentonne mit 300 Litern Fassungsvermögen ist für unter 50 Euro zu haben. Bei einem Liter Regen pro Quadratmeter Dachfläche sammelt ein 50m²-Dach bei 10mm Niederschlag sofort 500 Liter. In der Krisenvorsorge-Logik ist das ein gewaltiger Puffer.

Wasser aus dem öffentlichen Netz ist bequem — bis es weg ist. Dann zählt, wer vorbereitet ist. Regenwasser ist dabei die nachhaltigste und langfristig zuverlässigste Alternative, weil sie nicht von Lieferketten oder Strom abhängt.

Schritt für Schritt: Einfaches Regenwassersystem aufbauen

Schritt 1: Sammelfläche bestimmen

Jede geneigte Dachfläche eignet sich zum Sammeln. Betonziegel, Tonziegel oder Bitumenbahnen — der Unterschied liegt in der Wasserqualität, nicht in der Menge. Dachbegrünung und Asbest-Altdächer sind ungeeignet.

Faustformel: 1mm Niederschlag × Dachfläche in m² = Liter Wasser. Ein 80m²-Dach sammelt bei 20mm Regen (ein normaler Regentag) 1.600 Liter — abzüglich ca. 15-20% Verluste durch Verdunstung und erste Spülung.

Schritt 2: Behälter wählen

Für den Einstieg reicht eine einfache Regentonne am Fallrohr. Für ernsthafte Krisenvorsorge empfehlen sich unterirdische Zisternen:

🪣 Regentonne

200–400 Liter, ab 30 Euro. Einfachste Lösung, steht am Fallrohr.

✓ Günstig, einfach

✗ Begrenzt, friert ein

🏗️ IBC-Container

1.000 Liter, ab 80 Euro (gebraucht). Industriecontainer, einfach zu reinigen.

✓ Großvolumig, günstig

✗ Nicht optisch

🏠 Zisterne

3.000–10.000 Liter, ab 800 Euro. Unterirdisch, frostsicher, optimal.

✓ Große Kapazität, Frostsicher

✗ Installation nötig

Schritt 3: Erstspülung und Vorfilter

Das erste Wasser nach einem Trockenzeitraum spült Staub, Vogelkot und Schmutz vom Dach. Ein Firstflush-Ableiter (ca. 15–50 Euro) lenkt die ersten 10-20 Liter automatisch weg und leitet erst dann sauberes Wasser in den Behälter. Pflicht für jedes ernstzunehmende System.

Zusätzlich empfiehlt sich ein einfacher Siebfilter (Laubsieb, 0,5mm Maschenweite) direkt vor dem Einlauf, um Blätter und groben Schmutz abzuhalten.

Schritt 4: Regenwasser aufbereiten für verschiedene Nutzungen

VerwendungszweckAufbereitung nötig?Methode
GartenbewässerungNeinDirekt aus Tonne
Toilette spülenNeinSiebfilter genügt
Wäsche waschenTeilweiseSiebfilter + ggf. Desinfektion
KörperhygieneEmpfohlenMikrofaserfilter
KochenJa — PflichtAbkochen + Aktivkohlefilter
Direktes TrinkenJa — Berkey o. KochenBerkey-Filter oder Abkochen

Regenwasser trinkbar machen: die 3 sichersten Methoden

Methode 1: Abkochen

Die einfachste Methode: Wasser 1 Minute sprudelnd kochen. Tötet alle biologischen Erreger ab. Kein Gerät, keine Kosten, kein Strom nötig (Gaskocher oder Feuerstelle reichen). Entfernt aber keine Chemikalien.

Methode 2: Big Berkey oder ähnlicher Schwerkraftfilter

Ein Berkey-Filter mit Black-Berkey-Elementen filtert Bakterien, Viren, Protozoen und viele Chemikalien zuverlässig aus Regenwasser. Kein Strom nötig, Kapazität 22.700 Liter pro Filterelement. Für die Langzeit-Krisenversorgung ideal. Mehr dazu in unserem Wasserfilter-Vergleich.

Methode 3: Chlortabletten / Natriumhypochlorit

Mikropur-Tabletten (Chlordioxid) oder haushaltsübliches Natriumhypochlorit (2-4 Tropfen 8%-Lösung pro Liter, 30 Minuten einwirken lassen) desinfizieren Wasser zuverlässig. Günstig, leicht zu lagern, aber chemischer Geschmack bleibt.

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Rechtslage: Was ist erlaubt?

In Deutschland gelten für Regenwassernutzung folgende Regeln:

  • Gartenbewässerung: Immer erlaubt, keine Meldepflicht
  • Toilette und Waschmaschine: Erlaubt, aber in manchen Bundesländern ist die Installation einer Regenwasseranlage im Haus beim Gesundheitsamt zu melden
  • Als Trinkwasser: Nur für den Eigengebrauch — kein Weiterverkauf oder Nutzung in Gemeinschaftsgebäuden ohne TÜV-Abnahme
  • Abwasser: Regenwasser, das abfließt, unterliegt der Niederschlagswassergebühr — für gesammeltes Wasser entfällt diese anteilig
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