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Krisenvorsorge für Familien 2026: So schützen Sie Ihre Kinder

Vorrat, Notfallrucksack, Dokumentenmappe, Notstrom: Alles, was eine Familie braucht, wenn Supermarkt und Steckdose ausfallen.

Zuletzt aktualisiert: April 2026Autor: Redaktion krisenfall.euLesezeit: ca. 22 Minuten

Juli 2021, Ahrtal. 180 Tote. Ganze Ortschaften verschwanden unter Schlamm und Geröll. Familien standen innerhalb von Stunden ohne Strom, ohne Wasser, ohne Lebensmittel da. Manche warteten 14 Tage auf externe Hilfe. Wer vorgesorgt hatte, konnte seine Kinder versorgen. Wer nicht, stand mit leeren Händen im Chaos.

Laut einer Bitkom-Studie vom Februar 2026 halten sich nur 15 % der deutschen Haushalte für gut vorbereitet. Gleichzeitig rechnen 82 % mit einer ernsthaften Krise in den kommenden Jahren. Die Lücke zwischen Erkenntnis und Handlung ist riesig. Für Familien mit Kindern wiegt sie besonders schwer: Kinder brauchen mehr Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht, spezielle Nahrung, Medikamente in Kinderdosierung und emotionale Stabilität in einer Situation, die Erwachsene bereits an ihre Grenzen bringt.

Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) empfiehlt seit 2016 einen Vorrat für mindestens 10 Tage. Im Oktober 2025 erschien die aktualisierte Fassung des Ratgebers mit eigenen Kapiteln für Familien und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dieser Leitfaden macht aus den BBK-Empfehlungen konkrete Einkaufslisten, Produkttipps und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Sie in vier Monaten umsetzen können.

1. Kaufberatung: Welche Ausrüstung braucht Ihre Familie?

Vier Produkte decken 80 % der Familienvorsorge ab. Den Rest holen Sie im Supermarkt und der Apotheke. Starten Sie hier:

2. Wasservorrat: 2 Liter pro Person, pro Tag, 10 Tage

Wasser ist Priorität Nummer eins. Ohne Nahrung überlebt ein Erwachsener drei Wochen. Ohne Wasser drei Tage. Kinder dehydrieren schneller als Erwachsene, weil ihr Körperwasseranteil höher liegt: 75 % bei Säuglingen gegenüber 60 % bei Erwachsenen. Ein 10 Kilogramm schweres Kleinkind verliert bei Durchfall innerhalb weniger Stunden kritisch viel Flüssigkeit.

Die Rechnung für Ihre Familie

HaushaltsgrößePro Tag10 TageLösung
2 Erwachsene4 L40 L4 x 10-L-Kanister
2 Erw. + 1 Kind6 L60 L6 x 10-L-Kanister
2 Erw. + 2 Kinder8 L80 L8 x 10-L-Kanister
2 Erw. + 3 Kinder10 L100 L6er-Set HDPE + 4 Einzelne

Basis: BBK-Empfehlung 2 L/Person/Tag (Trinken + Kochen). Hygienewasser nicht eingerechnet.

Leitungswasser lagern: So funktioniert es

Deutsches Leitungswasser gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Europa. Sie brauchen keine teuren Spezialkanister. Saubere, lebensmittelechte HDPE-Kanister genügen. Befüllen Sie sie randvoll mit frischem Leitungswasser, verschließen Sie sie luftdicht und lagern Sie sie kühl und dunkel. Haltbarkeit: mindestens 6 Monate.

Alle 6 Monate tauschen. Wasser in den Garten gießen, frisch auffüllen. Datum auf dem Kanister mit Edding notieren. Fertig.

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Sofort-Maßnahme bei Krisenmeldung

Sobald eine Krise angekündigt wird (Unwetterwarnung, Trinkwasserverunreinigung): Badewanne volllaufen lassen. Das sind 150 bis 200 Liter Brauchwasser für Toilettenspülung und Hygiene. Ihr Trinkwasser aus den Kanistern bleibt dann ausschließlich zum Trinken und Kochen.

3. Lebensmittelvorrat: Was lagern, was rotieren?

Das BBK rechnet mit 2.200 kcal pro Tag für Erwachsene. Kinder brauchen weniger Kalorien, aber mehr Nährstoffdichte. Der offizielle Vorratsrechner auf ernaehrungsvorsorge.de berechnet die exakten Mengen für Ihre Familiengröße. Hier die Kurzversion:

Der 10-Tage-Vorrat für eine 4-köpfige Familie

KategorieMenge (10 Tage, 4 Pers.)Beispiele
Getreide, Brot, Kartoffeln14 kgNudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot
Gemüse, Hülsenfrüchte16 kgDosentomaten, Mais, Bohnen, Erbsen, Linsen
Obst, Nüsse10 kgApfelmus (Glas), Rosinen, Studentenfutter
Milch, Milchprodukte10,4 L/kgH-Milch, Hartkäse (vakuumiert), Kondensmilch
Fisch, Fleisch, Eier6 kgDosenfisch, Corned Beef, Wurst (Konserve)
Fette, Öle1,4 kgSpeiseöl, Butter (einfrieren), Nussmus

Das Prinzip lebender Vorrat

Kaufen Sie keine Spezial-Notfallnahrung für 300 €. Kaufen Sie stattdessen, was Sie ohnehin essen, in doppelter Menge. Nudeln, Reis, Konserven, H-Milch, Haferflocken. Verbrauchen Sie immer die älteste Packung zuerst (FIFO: First In, First Out). So rotiert Ihr Vorrat automatisch, nichts verdirbt, und Sie geben keinen Cent extra aus.

Honig verdirbt praktisch nie. Reis und Nudeln halten über 2 Jahre. Konserven 2 bis 5 Jahre. H-Milch 3 bis 6 Monate. Markieren Sie Ihr Vorratsregal: Links kommt das Neue rein, rechts nehmen Sie heraus.

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Kinder-Spezialnahrung separat bevorraten

Babys und Kleinkinder essen keine Dosenravioli. Für Säuglinge: Pre-Nahrung (Pulver hält 12+ Monate ungeöffnet) und abgekochtes Wasser. Für Kleinkinder: Breigläschen, Zwieback, Bananenchips, Fruchtriegel. Bei Unverträglichkeiten (Laktose, Gluten, Nüsse): Spezialprodukte gesondert einlagern. Alle 3 Monate die Haltbarkeitsdaten prüfen.

4. Kinder in der Krise: Spezialausrüstung nach Alter

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ein Säugling braucht völlig andere Vorsorge als ein Zehnjähriger. Hier die Aufschlüsselung nach Altersgruppen:

0 bis 2 Jahre (Baby)

  • Windeln: 6 bis 8 pro Tag = 60 bis 80 für 10 Tage
  • Pre-Nahrung oder Folgemilch (Pulver)
  • Fläschchen + Reinigungsbürste
  • Breigläschen (mind. 20 Stück)
  • Fiebersaft (Ibuprofen/Paracetamol)
  • Elektrolytlösung (Oralpädon)
  • Schnuller (Ersatz einpacken!)
  • Kuscheltier oder Schmusetuch

3 bis 6 Jahre (Kindergarten)

  • Kinderfreundliche Snacks (Fruchtriegel, Kekse)
  • Trinkflasche (bruchsicher)
  • Malbuch + Stifte (Beschäftigung!)
  • Taschenlampe (kindersicher, LED)
  • Regenkleidung + Gummistiefel
  • Fiebermittel + Pflaster
  • Lieblingskuscheltier
  • Wechselkleidung (2 Sets)

7 bis 14 Jahre (Schulkind)

  • Eigener kleiner Rucksack (3 bis 5 kg)
  • Trinkflasche + Müsliriegel
  • Taschenlampe + Signalpfeife
  • Kartenspiel oder Buch (analog!)
  • Regenjacke + feste Schuhe
  • Notfallkarte: Name, Adresse, Nummern
  • Kleingeld (10 € in Münzen)
  • Grundwissen: Notruf 112, Treffpunkt

Mein dringendster Rat: Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern einen Treffpunkt. Falls die Familie während einer Krise getrennt wird (Kind in der Schule, Eltern bei der Arbeit), muss jedes Familienmitglied wissen, wo man sich trifft. Die Grundschule? Der Spielplatz um die Ecke? Laminieren Sie eine Karte mit dem Treffpunkt und den Telefonnummern aller Familienmitglieder. Jedes Kind bekommt eine ins Mäppchen.

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5. Notfallrucksack: Packliste für die ganze Familie

Der Notfallrucksack ist für den Fall, dass Sie Ihre Wohnung verlassen müssen. Hochwasser, Gasleck, Evakuierung. Er muss innerhalb von 2 Minuten griffbereit sein. Das BBK empfiehlt Inhalt für 2 Tage Selbstversorgung.

Packliste pro Erwachsenem (ca. 6,3 kg)

KategorieInhaltGewicht
DokumenteKopien aller Ausweise, Versicherungen, 50 bis 100 € Bargeld in kleinen Scheinen~300 g
Wasser2 x 1-L-Flaschen + kompakter Wasserfilter~2,2 kg
NahrungMüsliriegel, Nüsse, Trockenobst, Zwieback (2 Tage)~800 g
Erste HilfeKompakt-Set, persönliche Medikamente, Fieberthermometer~500 g
Kleidung3x Unterwäsche, 3x Socken, 1x T-Shirt, Regenjacke~1,5 kg
WerkzeugTaschenlampe, Taschenmesser, Pfeife, Feuerzeug, Müllbeutel~600 g
KommunikationKurbelradio, Powerbank, Ladekabel~400 g

Für eine 4-köpfige Familie: zwei Erwachsenen-Rucksäcke plus je ein Kinder-Rucksack pro Kind ab 6 Jahren (3 bis 5 kg tragbar). Der Rucksack steht fertig gepackt im Flur oder Garderobenschrank. Nie im Keller, denn bei Hochwasser kommen Sie nicht mehr runter.

Detaillierte Zusammenstellung finden Sie in unserem Notfallrucksack-Guide mit 72h-Packliste.

6. Erste Hilfe: Was Sie wirklich brauchen

Das Pflaster-Set aus dem Drogeriemarkt reicht nicht. In einer Krise sind Rettungsdienste überlastet oder komplett unerreichbar. Sie müssen Schnittwunden versorgen, Verbrennungen kühlen und Knochenbrüche schienen können. Kein Medizinstudium nötig, aber ein vernünftiger Erste-Hilfe-Koffer und ein Auffrischungskurs.

Der Familien-Erste-Hilfe-Koffer

Ein DIN-13169-Koffer ist für Betriebe ab 50 Mitarbeitern konzipiert. Klingt überdimensioniert für eine Familie? Ist es nicht. Der Inhalt reicht für mehrere Verletzungen gleichzeitig und wird in einer echten Krise nicht in einer Stunde aufgebraucht. Sie versorgen im Ernstfall auch die Nachbarskinder mit.

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Was Sie ergänzen sollten

  • Fiebersaft (Ibuprofen + Paracetamol, je 1 Flasche) und digitales Fieberthermometer
  • Elektrolytlösung für Kinder (Oralpädon oder Elotrans)
  • Zeckenzange und Desinfektionsmittel (Octenisept)
  • Sonnencreme LSF 50 für Kinder und Insektenschutzmittel
  • Verschreibungspflichtige Medikamente aller Familienmitglieder: Vorrat für 14 Tage, mit dem Arzt besprechen
  • Medikamentenplan auf Papier: Wer nimmt was, wie oft, welche Dosis
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Erste-Hilfe-Kurs: Jetzt buchen, nicht nächsten Monat

Der letzte Erste-Hilfe-Kurs war beim Führerschein? Das liegt 10, 15, vielleicht 20 Jahre zurück. Die Reanimations-Leitlinien haben sich seitdem geändert. Ein Auffrischungskurs beim DRK, ASB oder Johanniter kostet 30 bis 40 €, dauert einen Tag und kann im Ernstfall das Leben Ihres Kindes retten.

7. Dokumentenmappe: Der Griff, der zählt

Ihre Wohnung brennt. Sie haben 3 Minuten. Was nehmen Sie mit? Kinder, Rucksack, Dokumentenmappe. In dieser Reihenfolge. Die Mappe muss griffbereit sein, wasserdicht verpackt, und alles enthalten, was Sie brauchen, um Identität, Ansprüche und Versicherungen nachzuweisen.

Inhalt der Dokumentenmappe

Personendokumente

  • Personalausweise / Reisepässe (Kopien)
  • Geburtsurkunden aller Kinder
  • Heiratsurkunde
  • Impfpässe
  • Aktuelle Passfotos aller Familienmitglieder

Finanzen und Verträge

  • Versicherungsunterlagen (Haftpflicht, Hausrat, Kranken)
  • Grundbuchauszug / Mietvertrag
  • Kontodaten, IBAN
  • Testament
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht

Digital doppeln: Scannen Sie alle Dokumente und speichern Sie sie auf einem verschlüsselten USB-Stick (VeraCrypt, kostenlos), der in der Mappe steckt. Eine weitere Kopie bei Verwandten in einer anderen Stadt oder in einer sicheren Cloud.

Familien-Extra: Für jedes Kind eine laminierte Notfallkarte: Name, Geburtsdatum, Blutgruppe, Allergien, Medikamente, Telefonnummern der Eltern und einer Kontaktperson außerhalb der Stadt. Jedes Kind trägt eine im Schulranzen.

8. Notstrom für Familien: Kühlschrank, Licht, Kommunikation

Der SAIDI-Index der Bundesnetzagentur meldet 12,2 Minuten durchschnittliche Ausfallzeit pro Jahr (2024). Die Statistik täuscht. In Berlin-Köpenick waren es im Dezember 2025 über 31 Stunden am Stück. Im Ahrtal wochenlang kein Strom. Für Familien heißt Stromausfall: Kühlschrank aus, Babynahrung kalt, kein Licht, kein Router, kein Handy laden.

Strombedarf einer Familie (2 Tage)

Kühlschrank (Intervall, 6h/Tag)360 Wh
LED-Beleuchtung (4 Lampen, 6h/Tag)240 Wh
WLAN-Router (24h)720 Wh
4x Smartphone laden120 Wh
Laptop (3h/Tag)360 Wh
Flaschenwärmer (4x/Tag)80 Wh
Gesamt (2 Tage)1.880 Wh
+ 15 % Wandlungsverlust~2.160 Wh

Ergebnis: Eine Familie braucht mindestens 2.000 Wh. Die EcoFlow DELTA 2 Max (2.048 Wh) passt exakt. Mit Zusatzbatterien erweiterbar auf 6.144 Wh.

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2.048 Wh on-board, erweiterbar auf 6.144 Wh — tagelange Autarkie für die Familie.
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2.400 W Dauerleistung an 15 Anschlüssen — der ganze Haushalt gleichzeitig.
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3.000+ Zyklen = über 10 Jahre. Die sicherste Akkutechnologie am Markt.
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Tipp: Mit der DELTA 2 Max Zusatzbatterie (+2.048 Wh) kommt ihr auf 4.096 Wh — das reicht einer vierköpfigen Familie für 3–4 Tage kompletten Stromausfall.
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Warum nicht das günstigere Modell? Familien verbrauchen deutlich mehr als Singles oder Paare. Vier Smartphones statt zwei. Babyfon. Flaschenwärmer. LED-Nachtlicht für ängstliche Kinder. Die DELTA 2 Max gibt Ihnen den Puffer, ohne nachts den Kühlschrank vom Netz zu trennen.

Alle Modelle im Detail finden Sie in unserem Powerstation-Test 2026.

9. Kommunikation ohne Netz

Mobilfunkmasten besitzen Notstrom-Akkus für 2 bis 4 Stunden. Danach: Funkstille. Kein Anruf, kein WhatsApp, keine Warn-App. Beim Ahrtal-Hochwasser brach das Mobilfunknetz nach wenigen Stunden komplett zusammen. Familien konnten ihre Angehörigen nicht mehr erreichen.

Drei Wege, die ohne Mobilfunk funktionieren

Kurbelradio

Empfängt UKW, MW und DAB+. Braucht keine Batterien, keinen Strom. Handkurbel, Solarpanel, USB-Laden. Ab 25 €. Damit empfangen Sie amtliche Warndurchsagen, wenn sonst nichts mehr geht.

PMR-Funkgeräte

Kurzstreckenfunk (1 bis 5 km), lizenzfrei. Ideal für die Kommunikation innerhalb der Familie oder mit der Nachbarschaft. Paar-Sets ab 30 €. Kein Mobilfunknetz nötig.

Treffpunkt-System

Technik kann versagen. Vereinbaren Sie einen festen Ort (Schule, Kirche, Feuerwehrhaus) und ein Zeitfenster (z.B. immer zur vollen Stunde). Analog, simpel, funktioniert immer.

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10. Kinder vorbereiten ohne Angst zu schüren

Krisenvorsorge kann Kindern Angst machen. Richtig verpackt gibt es ihnen Sicherheit. Der Unterschied liegt im Framing.

Fünf Regeln für das Gespräch mit Kindern

1. Vergleiche nutzen, die Kinder kennen

Ein Notfallrucksack ist wie der Erste-Hilfe-Kasten im Auto. Vorräte sind wie Proviant beim Wandern. Krisenvorsorge ist wie ein Regenschirm: Man hat ihn dabei, hofft aber, ihn nicht zu brauchen.

2. Aktiv einbeziehen statt belehren

Lassen Sie Ihre Kinder den eigenen Rucksack packen. Sie dürfen das Kuscheltier aussuchen, die Taschenlampe testen, die Müsliriegel wählen. Wer mitentscheidet, fühlt sich kompetent statt hilflos.

3. Übungen als Abenteuer verpacken

Ein Abend ohne Strom wird zum Indoor-Camping-Abenteuer. Kochen auf dem Campingkocher (auf dem Balkon) zum Familien-Event. Kinder lernen nebenbei, was im Ernstfall passiert.

4. Drei Dinge reichen für den Anfang

Jedes Kind lernt: Die Notrufnummer 112. Den Familientreffpunkt. Wo der Notfallrucksack steht. Mehr braucht es nicht. Wissen schlägt Angst.

5. Emotionen ernst nehmen

Wenn ein Kind fragt "Kommt ein Krieg?" oder "Geht das Essen aus?": Ehrlich antworten, aber einordnen. "Wir bereiten uns vor, damit wir sicher sind. So wie wir einen Fahrradhelm tragen. Nicht weil wir stürzen werden, sondern für den Fall."

11. Komplett-Checkliste: 4-Monats-Plan

Bauen Sie Ihre Vorsorge in vier Monaten auf. Kein Stress, keine Panikkäufe, kein leeres Konto am Monatsende.

Monat 1: Wasser und Nahrung

  • Wasserkanister kaufen und befüllen
  • Lebensmittelvorrat aufbauen (FIFO-System)
  • Kinder-Spezialnahrung bevorraten
  • Medikamentenvorrat anlegen (Arzt fragen)

Budget: ca. 80 bis 120 €

Monat 2: Sicherheit und Erste Hilfe

  • Erste-Hilfe-Koffer kaufen und ergänzen
  • Dokumentenmappe zusammenstellen
  • Notfallrucksäcke packen
  • Familientreffpunkt vereinbaren

Budget: ca. 60 bis 100 €

Monat 3: Kommunikation und Licht

  • Kurbelradio kaufen
  • Taschenlampen + Batterien für jedes Zimmer
  • PMR-Funkgeräte (optional)
  • Erste-Hilfe-Kurs buchen

Budget: ca. 50 bis 100 €

Monat 4: Strom und Feinschliff

  • Powerstation kaufen (oder Powerbank als Budget-Start)
  • Campingkocher + Gaskartusche besorgen
  • Probelauf: ein Abend ohne Strom als Familie testen
  • Checkliste abhaken, Kalender-Reminder für Rotation setzen

Budget: ca. 100 bis 1.100 € (je nach Powerstation)

Gesamtkosten Basisvorsorge (4-köpfige Familie): 290 bis 420 € ohne Powerstation. Mit Powerstation: 740 bis 1.520 €. Das ist der Preis eines Familienausflugs in den Freizeitpark. Nur dass diese Investition Ihre Familie im Ernstfall tatsächlich schützt.

12. Häufig gestellte Fragen

Wie viel Wasser braucht eine 4-köpfige Familie für den Notvorrat?
Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag für 10 Tage. Eine 4-köpfige Familie braucht also mindestens 80 Liter Trinkwasser. Rechnen Sie 0,5 Liter pro Person für Kochen dazu, sind es 100 Liter. Praktisch: Zehn 10-Liter-Kanister im Keller oder unter den Betten verstauen.
Was gehört in den Notfallrucksack für Kinder?
Altersabhängig: Für Babys Windeln (60-80 Stück für 10 Tage), Pre-Nahrung, Fläschchen. Für Kleinkinder Breigläschen, Lieblingssnacks, Kuscheltier, Malbuch. Für Schulkinder ein eigener kleiner Rucksack mit Taschenlampe, Snacks und Trinkflasche. Wichtig: Fiebersaft, Elektrolytlösung und eventuell nötige Dauermedikamente nicht vergessen.
Welche Dokumente sollte eine Familie für den Notfall bereithalten?
In eine wasserdichte Dokumentenmappe gehören: Personalausweise und Reisepässe aller Familienmitglieder, Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, Impfpässe, Versicherungsunterlagen, Grundbuchauszüge, Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Kopien anlegen und digitale Versionen auf einem verschlüsselten USB-Stick speichern. Aktuelle Fotos aller Familienmitglieder für den Fall einer Trennung nicht vergessen.
Wie erkläre ich meinen Kindern Krisenvorsorge ohne Angst zu machen?
Vergleichen Sie es mit einem Abenteuer: Camping zu Hause. Üben Sie spielerisch, zum Beispiel einen Abend ohne Strom mit Taschenlampen und Kerzen. Erklären Sie kindgerecht, dass Vorsorge wie ein Regenschirm ist: Man hat ihn dabei, hofft aber, ihn nicht zu brauchen. Das DRK empfiehlt, Kinder aktiv einzubeziehen, etwa beim Packen des Notfallrucksacks. Das gibt Kindern ein Gefühl von Kontrolle statt Hilflosigkeit.
Wie viel kostet eine Grundausstattung für die Familienvorsorge?
Die Basisvorsorge (Wasserkanister, Konserven für 10 Tage, Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe, Batterien, Kurbelradio) kostet für eine 4-köpfige Familie ca. 150 bis 250 Euro. Der Notfallrucksack für Kinder liegt bei 30 bis 60 Euro. Eine Powerstation als Notstrom ab 449 Euro. Tipp: Schrittweise aufbauen. Monat 1 Wasser und Nahrung, Monat 2 Erste Hilfe und Licht, Monat 3 Kommunikation und Strom.
Reicht der BBK-Vorrat für 10 Tage wirklich aus?
Das BBK empfiehlt seit 2016 einen 10-Tage-Vorrat als Minimum. Für die meisten Szenarien in Deutschland (Stromausfälle, Hochwasser, Schneechaos) reichen 10 Tage. Im Ahrtal 2021 waren manche Gebiete allerdings 14 Tage abgeschnitten. Unsere Empfehlung: 10 Tage sind ein guter Start, 14 Tage geben einen Sicherheitspuffer. Das lebende Vorratsprinzip (Essen was man normal kauft, in größerer Menge) macht es alltagstauglich.
Wie lange hält der Notvorrat bevor er verdirbt?
Konserven halten 2 bis 5 Jahre, getrocknete Nudeln und Reis 2+ Jahre, Honig praktisch unbegrenzt, H-Milch 3 bis 6 Monate, Wasserkanister mit Leitungswasser 6 Monate (kühl und dunkel). Das BBK empfiehlt das Prinzip lebender Vorrat: Sie kaufen Produkte die Sie ohnehin essen in doppelter Menge und verbrauchen die ältesten zuerst. So rotiert der Vorrat automatisch und nichts verdirbt.

Quellen & weiterführende Links

Weiterlesen: Krisenvorsorge für jeden Bereich

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