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Vorsorge-Tipps24. März 2026·3 Min. Lesezeit

Kommunikation beim Blackout: Was noch funktioniert, wenn Internet und Mobilfunk ausfallen

Strom weg, Internet weg, Mobilfunk überlastet oder ausgefallen. Was kommuniziert noch? Kurbelradio, Satellitentelefon, CB-Funk und analoge Methoden im Überblick.

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Redaktion Krisenfall

Krisenfall.eu Redaktion

Kommunikation beim Blackout: Was noch funktioniert

Stellen Sie sich vor: Es ist 22 Uhr, der Strom fällt plötzlich aus. Kein Licht, kein Internet, der Handy-Akku zeigt 40%. Sie tippen eine Nachricht an die Familie — kein Empfang. Alle gleichzeitig versuchen zu telefonieren, das Mobilfunknetz bricht unter der Last zusammen. Was jetzt?

Das ist kein Horrorszenario — das ist das Muster jeder größeren regionalen Krise der letzten Jahre. Ahrtal 2021: Mobilfunk tagelang weg. Texas-Blackout 2021: Kommunikation zusammengebrochen. Ukraine-Städte nach Beschuss: Diesel-Generatoren retteten lokale Basisstationen, aber nur temporär.

Warum Mobilfunk im Krisenfall versagt

Das Mobilfunknetz ist nicht für Katastrophen ausgelegt. Es ist für normalen Alltags-Traffic dimensioniert. Im Krisenfall passieren gleichzeitig drei Dinge:

  1. Netzüberlastung: Wenn 1 Million Menschen gleichzeitig anrufen, bricht das Netz zusammen. Gespräche kommen nicht durch, SMS wird verzögert.

  2. Notstrom-Endlichkeit: Mobilfunkmasten haben Diesel-Notstromaggregate — aber nur für 4–8 Stunden. Danach: Stille.

  3. Physische Schäden: Bei Naturkatastrophen können Masten physisch zerstört werden, Glasfaser-Verbindungen durchtrennt werden.

Das Ergebnis: Genau in dem Moment, wo Kommunikation am wichtigsten ist, versagt sie.

Was tatsächlich noch funktioniert

UKW/DAB+ Radio — der zuverlässigste Kanal

Rundfunksender sind kritische Infrastruktur. Sie haben eigene Notstrom-Aggregate mit Treibstoff für 72 Stunden und mehr. ARD, ZDF und die Landesrundfunkanstalten sind verpflichtet, bei Katastrophen zu senden.

Das Radio ist damit der zuverlässigste Weg, offizielle Informationen zu bekommen: Ist die Krise lokal oder regional? Was empfehlen die Behörden? Wo gibt es Notversorgungspunkte?

Was Sie brauchen: Ein Kurbelradio oder Batterie-Radio. Normal-Radios brauchen Strom aus der Steckdose — nutzlos. Ein Kurbelradio mit Solarpanel (z.B. Eton FRX5-BT, Sangean MMR-99) funktioniert unbegrenzt.

Empfehlungen auf unserer Kurbelradio-Seite.

Analoger Funk (CB-Funk, PMR-Funk)

CB-Funk und PMR-Handsprechfunkgeräte (Walkie-Talkies) funktionieren vollständig ohne Infrastruktur — sie senden und empfangen direkt. Reichweite in der Stadt: 1–5 km. Auf freiem Gelände: bis 10 km.

PMR-Geräte (446 MHz) sind in Deutschland ohne Lizenz erlaubt, kosten 20–60 Euro pro Paar und halten mit AA-Batterien 20–40 Stunden. Für die Kommunikation mit Nachbarn oder über kurze Distanzen sehr praktisch.

SMS statt Anrufe

Wenn das Mobilfunknetz überlastet ist, kommen Anrufe oft nicht durch — aber SMS werden in die Warteschlange gestellt und dann zugestellt, wenn Kapazität frei ist. Im Krisenfall: SMS schreiben statt anrufen. Kurz, präzise, alle auf Stand.

Satellitenkommunikation

Für ernsthafte Krisenvorsorge oder ländliche Lagen: Garmin inReach Mini 2 (380 Euro + 15 Euro/Monat) sendet SMS über das Iridium-Satellitennetz — vollständig unabhängig von terrestrischer Infrastruktur.

Starlink als Breitbandlösung: funktioniert bei regionalem Blackout, wenn Starlinks Bodenstationen nicht betroffen sind. Details: Satellitentelefon-Seite.

Der analoge Notfallplan: Was Sie jetzt festlegen sollten

Alle technischen Geräte helfen nichts, wenn der Plan fehlt. Was jetzt, nicht im Krisenfall, festlegen:

Treffpunkt: Wo treffen wir uns, wenn Handys nicht funktionieren? Einen Ort nahe der Schule, einen nahe dem Wohnort.

Notfallkontakt außerhalb: Eine Person außerhalb der Krisenregion als zentralen Kontaktpunkt benennen. Familie A ruft Tante in München an, Familie B auch — so weiß die Tante, wo alle sind.

Telefonnummern auf Papier: Nicht nur im Handy. Wenn das Handy leer ist oder zerstört wird — was dann? Eine laminierte Karte mit 10 wichtigen Nummern im Portemonnaie kostet nichts und kann alles bedeuten.

Check-in-Zeit: Vereinbaren Sie eine tägliche Check-in-Zeit — z.B. 20 Uhr. Wer kann, meldet sich zu diesem Zeitpunkt.

Geräte-Checkliste für Kommunikation im Krisenfall

  • ✓ Kurbelradio (Kurbel + Solar + Batterie)
  • ✓ PMR-Walkie-Talkies für Familie/Nachbarschaft
  • ✓ Powerbank für Handy-Notladung
  • ✓ Telefonnummern auf Papier
  • ✓ Papier und Stift (für Nachrichten am Treffpunkt hinterlassen)

Optional:

  • Garmin inReach für SOS und Text-Kommunikation
  • Starlink Mini für ländliche Lagen

Die Kommunikations-Übersicht: Kommunikation ohne Strom

Kategorie:Vorsorge-Tipps

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