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Notfallmedikamente Liste 2026 — Hausapotheke für die Krisenvorsorge

Welche Medikamente, Verbandsmaterial und Hilfsmittel in jede Krisenvorsorge-Hausapotheke gehören — mit Checkliste, Lagertipps und Hinweisen für chronische Erkrankungen.

Zuletzt aktualisiert: April 2026Autor: Redaktion krisenfall.euLesezeit: ca. 14 Minuten
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Medizinischer Hinweis

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei akuten medizinischen Notfällen rufe sofort den Notruf 112 an. Die hier genannten Informationen dienen ausschließlich der Vorbereitung und allgemeinen Information.

Im Krisenfall kann die nächste Apotheke stundenlang unerreichbar sein. Überflutung, Schneekatastrophe, Stromausfall mit ausgefallenen Kassensystemen — die Szenarien sind vielfältig. Wer eine gut ausgestattete Hausapotheke hat, ist vorbereitet.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt ausdrücklich eine gut ausgestattete Hausapotheke als Teil der persönlichen Krisenvorsorge. Laut einer Umfrage des BBK aus 2023 sind nur 34 % der deutschen Haushalte mit den empfohlenen Medikamenten ausreichend ausgestattet.

Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Medikamente du wirklich brauchst, wie du sie richtig lagerst und was bei chronischen Erkrankungen besonders zu beachten ist.

1. Basisausstattung — ohne Rezept, sofort verfügbar

Der Kern jeder Notfall-Hausapotheke besteht aus Medikamenten, die ohne Rezept erhältlich sind. Diese decken die häufigsten Krisenfall-Szenarien ab: Schmerzen und Fieber, Magen-Darm-Probleme, Wunden und Allergien.

Schmerz & Fieber

  • Ibuprofen 400 mg (Tabletten, mind. 50 Stk.)
  • Paracetamol 500 mg (Tabletten, mind. 50 Stk.)
  • Aspirin 500 mg (optional, bei Herzrisiko Pflicht)
  • Paracetamol-Zäpfchen für Kinder

Magen & Darm

  • Loperamid 2 mg (Durchfall-Stopper, 20 Stk.)
  • Aktivkohle 500 mg (Vergiftungen, 20 Stk.)
  • Elektrolytpulver (10 Portionen)
  • Pantoprazol oder Omeprazol (Magenschmerzen)
  • Buscopan (Krämpfe)

Allergie & Atemwege

  • Cetirizin 10 mg (Antihistaminikum, 30 Stk.)
  • Nasenspray (Salzlösung und abschwellend)
  • Inhalationslösung (bei Asthma: Reserveinhaler)
  • Dexpanthenol-Nasenspray (für trockene Schleimhaut)

Augen & Haut

  • Augentropfen (künstliche Tränen)
  • Hydrokortison-Creme 0,5 % (Juckreiz, Ekzem)
  • Zinksalbe (Wundschutz, trockene Haut)
  • Sonnenschutz LSF 50
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Iodtabletten — in Deutschland Pflicht seit 2024

Seit dem Angriff auf die ukrainischen Atomkraftwerke hat Deutschland 2024 die Verteilung von Kaliumiodid-Tabletten an alle Haushalte innerhalb von 100 km um Atomkraftwerke angeordnet. Außerhalb dieser Zone: Tabletten selbst kaufen (apothekenpflichtig). Im Falle einer nuklearen Freisetzung schützen sie die Schilddrüse vor radioaktivem Jod. BBK: Jodtabletten-Information

2. Schmerzmittel und Fiebermittel im Vergleich

Die wichtigsten Schmerzmittel für die Krisenvorsorge sind Ibuprofen und Paracetamol — beide frei verkäuflich, gut erforscht und ergänzen sich. Du solltest immer beide vorhalten, da sie unterschiedliche Wirkmechanismen haben.

WirkstoffSchmerzFieberEntzündungBesonderheitenKontraindikationen
Ibuprofen 400 mgSehr gutSehr gutJa (NSAID)Mit Mahlzeit einnehmen, wirkt 6–8 hMagengeschwür, Nierenschwäche, Herzinsuffizienz
Paracetamol 500 mgGutSehr gutNeinMagenverträglich, auch für KinderLeberschäden bei Überdosierung, Leberkrankheit
Aspirin 500 mgGutGutJa (NSAID)Blutverdünnend — bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort nehmenKinder (Reye-Syndrom!), Magengeschwür, Blutungsneigung

Kombination ist erlaubt

Ibuprofen und Paracetamol können kombiniert werden — sie wirken über unterschiedliche Mechanismen und haben unterschiedliche Abbauorgane (Niere vs. Leber). Bei starken Schmerzen oder hohem Fieber kann abwechselnde Gabe alle 4 Stunden sinnvoll sein. Immer die empfohlene Tageshöchstdosis beachten: Ibuprofen max. 1.200 mg/Tag (ohne ärztliche Kontrolle), Paracetamol max. 4.000 mg/Tag.

3. Wundversorgung — Verbandmaterial und Desinfektion

Im Krisenfall steigt die Verletzungsgefahr erheblich: Aufräumarbeiten nach Unwettern, eingeschränkte Sicht bei Stromausfall, gestresste und erschöpfte Menschen. Eine gut ausgestattete Wundversorgung ist unverzichtbar.

Verbandmaterial — Basisausstattung

Pflicht-Verbrauchsmaterial

  • Pflaster verschiedener Größen (1 Packung)
  • Sterile Kompressen 5×5 cm (20 Stk.)
  • Sterile Kompressen 10×10 cm (10 Stk.)
  • Mullbinden 6 cm × 4 m (5 Stk.)
  • Mullbinden 10 cm × 4 m (3 Stk.)
  • Elastische Binden (2 Stk.)
  • Dreieckstuch (2 Stk.)
  • Druckverband (2 Stk.)
  • Wundnahtstreifen Steri-Strip (1 Packung)

Hilfsmittel und Instrumente

  • Schere (Verbandschere, stumpf)
  • Pinzette (sterilisierbar)
  • Einmalhandschuhe Nitril (20 Paar)
  • Rettungsdecke (2 Stk.)
  • Tourniquet (CAT oder RATCHet) bei Extremitätenverletzungen
  • SAM-Schiene (für Frakturversorgung)
  • Kühlelemente (Sofortkühlung, 5 Stk.)
  • Medizinische Mundschutzmasken (10 Stk.)

Desinfektion — was funktioniert wirklich?

MittelWirkungGeeignet fürNicht geeignet
Octenisept (Octenidin)Sehr breit, sehr gut verträglichWunden, Schleimhäute, HautAugen
Betaisodona (Povidon-Iod)Sehr breit, wirkt auch bei PilzenFrische Wunden, AbschürfungenSchilddrüsenerkrankungen, Schwangere
ChlorhexidinGut, Nachwirkung (Residualwirkung)Händedesinfektion, HautreinigungAugen, Innenohr
Isopropanol 70 %Gut für Bakterien und VirenHautdesinfektion, FlächenOffene Wunden, Schleimhäute
Wasserstoffperoxid 3 %Mittel, bei Wunden veraltetMundspülung, FlächendesinfektionWunden (hemmt Heilung!), Augen

Empfehlung: Octenisept als Universalmittel

Octenisept (Octenidin + Phenoxyethanol) ist die modernste und verträglichste Desinfektionslösung für Wunden. Es schmerzt nicht, hat kein Resorptionsrisiko und wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. 1 Flasche (250 ml) reicht für viele Einsätze. Einziger Nachteil: teurer als Isopropanol. Für die Krisenvorsorge empfehlen wir Octenisept für Wunden + Isopropanol für Flächen und Händedesinfektion.

4. Magen-Darm-Erkrankungen im Krisenfall

Durchfall und Erbrechen sind im Krisenfall gefährlicher als im Alltag: Wenn sauberes Wasser knapp ist und medizinische Versorgung nicht verfügbar, kann Dehydration schnell lebensbedrohlich werden — besonders bei Kindern, Älteren und geschwächten Personen.

Muss-Medikamente

  • Loperamid (Imodium) 2 mg: Hemmt die Darmbewegung. Wichtig: Nicht bei blutigem Durchfall oder Fieber über 38 °C. Packung mit 20 Tabletten vorhalten.
  • Elektrolytpulver: Gleicht den Verlust von Salzen und Zucker aus. Essentiell bei starkem Durchfall oder Erbrechen — besonders für Kinder. Mindestens 10 Portionen bevorraten.
  • Aktivkohle: Bindet Giftstoffe im Darm. Bei Vergiftungen oder Lebensmittelvergiftung innerhalb der ersten Stunde geben. 20–50 g Dosis. Nicht mit anderen Medikamenten gleichzeitig nehmen.

Notfall-Rehydrationslösung selbst herstellen

Wenn kein Elektrolytpulver mehr vorhanden ist — nach WHO-Rezept:

  • Abgekochtes Wasser1 Liter
  • Haushaltszucker6 Teelöffel
  • Salz1 Teelöffel

Lösung gut rühren, in kleinen Schlucken trinken. Hält 24 Stunden. Quelle: WHO Oral Rehydration Salts

5. Chronische Erkrankungen — Sonderplanung notwendig

Menschen mit chronischen Erkrankungen sind im Krisenfall besonders gefährdet — sie brauchen regelmäßig Medikamente, die ohne Rezept nicht erhältlich sind. Eine frühzeitige Planung mit dem behandelnden Arzt ist hier entscheidend.

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Arztgespräch jetzt einplanen

Bitte deinen Hausarzt oder Facharzt um eine Krisenvorsorge-Besprechung: Welche Medikamente in welcher Menge kannst du auf Vorrat bekommen? Manche Kassen ermöglichen bei dokumentiertem Bedarf Verordnungen für größere Mengen. Das Gespräch dauert 10 Minuten — und kann im Krisenfall Leben retten.

Diabetes

  • Insulin (mindestens 4 Wochen Vorrat)
  • Kühlbox für Insulin bei Stromausfall
  • Blutzucker-Messgerät + Teststreifen
  • Glukose-Gel oder Traubenzucker (Hypo-Notfall)
  • Wenn möglich: Pen-Nadeln auf Vorrat

Insulin hält ungekühlt bei 15–25 °C bis zu 4–6 Wochen (je nach Hersteller). Nach Anbruch: 28 Tage.

Herz-Kreislauf

  • Blutdruckmedikamente (4+ Wochen)
  • Blutverdünner, Herzrhythmusmittel
  • Aspirin 100 mg (bei Herzrisiko)
  • Blutdruckmessgerät (manuell für Stromausfall)
  • Nitroglycerin-Spray (bei bekannter Angina)

Nitroglycerin-Spray: Haltbarkeit nach Anbruch genau beachten — stark verkürzt!

Asthma / COPD

  • Mindestens 2 Reserve-Inhalatoren (Notfallinhaler)
  • Cortison-Inhalatoren auf Vorrat
  • Prednisolon-Tabletten (für Notfall-Asthmaanfall)
  • Peak-Flow-Meter zur Selbstmessung

Psychische Erkrankungen

  • Psychopharmaka nie abrupt absetzen
  • Mindestens 4 Wochen Reservevorrat
  • Beruhigungsmittel (wenn verordnet)
  • Krisenplan schriftlich dokumentieren
  • Notfallkontakte liste hinterlegen

6. Antibiotika und natürliche Alternativen

Antibiotika sind verschreibungspflichtig und sollten nicht ohne ärztliche Diagnose eingenommen werden — auch nicht im Krisenfall. Falscher Einsatz fördert Resistenzen. Was du tun kannst: Mit deinem Arzt im Vorfeld sprechen und für bekannte Infektionsneigungen Notfallrezepte ausstellen lassen.

Natürliche antimikrobielle Wirkstoffe — als Ergänzung

Diese Mittel sind wissenschaftlich untersucht und können bei leichten Infektionen unterstützend helfen — sie ersetzen aber keine Antibiotika bei schweren Infektionen:

MittelWirkung (belegt)AnwendungEinschränkungen
Manuka-Honig (UMF 10+)Stark antibakteriell, auch gegen MRSAWundversorgung, HalsentzündungTeuer, nicht für Diabetiker auf Wunden
Knoblauchextrakt (Allicin)Antibakteriell, antiviralInnerlich bei beginnenden InfektionenMagenbeschwerden, Geruch
Thymian (Thymianol)Schleimlösend, antimikrobiellHusten, Bronchitis (als Tee/Sirup)Nicht bei Schwangerschaft in großen Mengen
EchinaceaImmunstimulation (frühe Erkältung)Bei ersten ErkältungssymptomenNicht bei Autoimmunerkrankungen
TeebaumölAntibakteriell, antifungalÄußerlich: Pilze, leichte HautentzündungenNie unverdünnt, nie innerlich!
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Wann ist ein Arzt oder Krankenhaus unverzichtbar?

Sofort Notruf 112 anrufen bei: Bewusstlosigkeit, starke Brustschmerzen, Atemnot, schwere Blutungen, Verdacht auf Schlaganfall (FAST: Face, Arms, Speech, Time), hohes Fieber über 40 °C, die nicht auf Antipyretika ansprechen, Zeichen einer schweren Infektion (Fieber + Schüttelfrost + Verwirrtheit = mögliche Sepsis), tiefe Wunden die genäht werden müssen.

7. Kinder und Senioren — besondere Anforderungen

Für Kinder (0–12 Jahre)

  • Paracetamol-Zäpfchen (125 mg für Kleinkinder, 250 mg für Schulkinder)
  • Ibuprofen-Saft ab 6 Monate (2 % / 40 mg/ml)
  • Kein Aspirin unter 16 Jahren (Reye-Syndrom-Risiko!)
  • Elektrolytlösung für Kinder (z.B. Oralpädon)
  • Nasensalbe für Säuglinge (kein abschwellendes Spray)
  • Wundsalbe (Bepanthen) und kindgerechte Pflaster
  • Fieberthermometer (rektal für Kleinkinder)

Für Senioren (65+ Jahre)

  • Vollständige Liste aller Dauermedikamente schriftlich führen
  • Kontrollierter Medikamenten-Vorrat (4+ Wochen)
  • Blutdruckmessgerät (einfach bedienbar, automatisch)
  • Blutzuckermessgerät wenn benötigt
  • Sturz-Vorbeugung: Kühlelemente für Prellungen
  • Griffige Schuhe und Gehhilfen prüfen
  • Notfallkontakte und Patientenverfügung griffbereit

8. Richtige Lagerung und Haltbarkeit

Standort-Regeln

  • Trocken (unter 60 % Luftfeuchtigkeit)
  • Kühl (15–25 °C ideal)
  • Dunkel (UV baut Wirkstoffe ab)
  • Für Kinder unzugänglich (abschließbar)
  • NICHT im Badezimmer (zu feucht)
  • NICHT im Handschuhfach (zu heiß)

Haltbarkeit und Rotation

  • Alle 6 Monate: Ablaufdaten prüfen
  • Ablaufende Medikamente verwenden, frische kaufen
  • Tabletten in original Blisterpackung haltbarer
  • Flüssigkeiten (Säfte, Tropfen) laufen schneller ab
  • Augentropfen nach Anbruch: 4 Wochen Maximum
  • Notizzettel: Datum der letzten Prüfung
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Haltbarkeit von Tabletten — länger als gedacht

Studien der US-Army zeigten, dass viele Tabletten und Kapseln noch 10–20 Jahre nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum voll wirksam sind. Das MHD ist ein Qualitätsversprechen des Herstellers, keine absolute Grenze. Ausnahmen mit echter Instabilität: Nitroglycerin-Spray, flüssige Antibiotika (angemischt), insulinhaltige Zubereitungen, Tetracycline (können toxisch werden!). Grundregel: Tabletten und Kapseln trocken und dunkel gelagert halten deutlich länger als angegeben.

9. Komplette Checkliste — Notfall-Hausapotheke

Diese Checkliste deckt einen 2-Personen-Haushalt für ca. 4 Wochen ab. Mengen anpassen je nach Haushaltsgröße.

Medikamente (OTC)

  • ☐ Ibuprofen 400 mg (100 Tabletten)
  • ☐ Paracetamol 500 mg (100 Tabletten)
  • ☐ Aspirin 500 mg (50 Tabletten)
  • ☐ Loperamid 2 mg (20 Tabletten)
  • ☐ Aktivkohle 500 mg (20 Tabletten)
  • ☐ Cetirizin 10 mg (30 Tabletten)
  • ☐ Pantoprazol 20 mg (30 Tabletten)
  • ☐ Elektrolytpulver (20 Portionen)
  • ☐ Nasenspray (2 Stück)
  • ☐ Augentropfen künstl. Tränen (2 Fläschchen)
  • ☐ Hydrokortison-Creme 0,5 % (1 Tube)
  • ☐ Iodtabletten Kaliumiodid (nach BBK)

Verbandmaterial

  • ☐ Pflasterset (groß, 100+ Stück)
  • ☐ Sterile Kompressen 5×5 cm (20 Stk.)
  • ☐ Sterile Kompressen 10×10 cm (10 Stk.)
  • ☐ Mullbinden 6 cm (5 Stk.)
  • ☐ Elastische Binde (2 Stk.)
  • ☐ Dreieckstuch (2 Stk.)
  • ☐ Octenisept 250 ml
  • ☐ Isopropanol 70 % (500 ml)
  • ☐ Einmalhandschuhe Nitril (20 Paar)
  • ☐ Rettungsdecke (2 Stk.)
  • ☐ Tourniquet (1 Stk.)
  • ☐ Schere, Pinzette

Messinstrumente

  • ☐ Fieberthermometer (digital)
  • ☐ Blutdruckmessgerät (auch manuell möglich)
  • ☐ Erste-Hilfe-Koffer DIN 13169

Dokumente

  • ☐ Medikamentenliste aller Familienmitglieder
  • ☐ Allergieliste
  • ☐ Patientenverfügung (kopiert)
  • ☐ Krankenkassenkarte (Kopie)
  • ☐ Notrufnummern (ausgedruckt)

10. Häufig gestellte Fragen

Welche Medikamente sollten in jede Krisenvorsorge-Hausapotheke?
Die Basis-Hausapotheke für die Krisenvorsorge umfasst: Schmerzmittel und Fiebermittel (Ibuprofen, Paracetamol), Wundversorgung (Pflaster, Mullbinden, Desinfektionsmittel, sterile Kompressen), Magen-Darm-Mittel (Kohletabletten, Elektrolyte bei Durchfall, Rehydrationslösung), Allergien (Antihistaminikum der 2. Generation), Augen-/Nasenmittel (Nasenspray, Augentropfen), und chronische Medikamente für mindestens 4 Wochen. Zusätzlich: Blutdruckmessgerät, Thermometer, Verbandkasten nach DIN 13169.
Wie lange sind Medikamente wirklich haltbar — stimmt das Mindesthaltbarkeitsdatum?
Studien der US Army haben gezeigt, dass viele Medikamente weit über das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum hinaus wirksam sind — teils 10–20 Jahre. Das MHD ist ein Qualitätsversprechen des Herstellers, keine Verfallsgrenze. Ausnahmen: Augentropfen nach Anbruch (kein MHD, aber 4 Wochen), flüssige Antibiotika (echte Instabilität), Nitroglycerin-Spray. Grundregel: Tabletten und Kapseln in ungeöffneter Originalverpackung halten deutlich länger als das MHD. Feste Formen (Tabletten) sind stabiler als flüssige (Tropfen, Säfte).
Wie lagere ich Medikamente richtig für die Krisenvorsorge?
Medikamente richtig lagern: Trocken, kühl (15–25 °C), dunkel und für Kinder unzugänglich. NICHT im Bad (zu feucht), nicht im Handschuhfach (zu heiß). Eine abschließbare Metallbox ist ideal. Gekühlt aufzubewahrende Medikamente (Insulin, manche Augentropfen) brauchen eine Kühlbox bei Stromausfall — Insulin hält ungekühlt 4–6 Wochen wenn es zwischen 15 und 25 °C gelagert wird (nach Hersteller). Chronische Medikamente: mindestens 4 Wochen vorhalten, alle 6 Monate rotieren.
Kann ich Antibiotika für den Krisenfall bevorraten?
In Deutschland benötigen Antibiotika eine ärztliche Verschreibung — eine Bevorratung 'auf Vorrat' ohne konkreten Bedarf ist medizinisch nicht sinnvoll und rechtlich problematisch. Was du tun kannst: Mit deinem Arzt über eine Notfallbevorratung sprechen (manche Ärzte stellen für bekannte Infektionsneigungen Reserverezepte aus). Für Reiseapotheken sind Reserve-Antibiotika bei bestimmten Indikationen möglich. Alternativ: Natürliche antimikrobielle Wirkstoffe als ergänzende Maßnahme bei leichten Infektionen (Manuka-Honig, Knoblauchextrakt, Thymian) — kein Ersatz für Antibiotika bei schweren Infektionen.
Was ist bei chronischen Erkrankungen in der Krisenvorsorge zu beachten?
Menschen mit chronischen Erkrankungen haben den größten Bedarf an Krisenvorsorge-Planung. Konkrete Schritte: 1. Mit dem behandelnden Arzt sprechen und einen Vorrat von mindestens 4–8 Wochen verschreiben lassen. 2. Diabetiker: Insulin, Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Glukose-Notfalltabletten bevorraten. 3. Herzpatienten: Blutdruckmessung, Medikamente, und einen Notfallplan mit Symptomen für Krankenhausnotwendigkeit erstellen. 4. Asthmapatienten: Mindestens 2 Reserveinhalatoren. 5. Wichtig: Die Krankenversicherung informieren — manche Kassen ermöglichen erweiterte Verordnungen bei nachgewiesenem Krisenvorsorgebedarf.
Welche nicht-verschreibungspflichtigen Medikamente sind am wichtigsten?
Die wichtigsten OTC-Medikamente (ohne Rezept) für die Krisenvorsorge: Ibuprofen 400 mg (Schmerz, Fieber, Entzündung), Paracetamol 500 mg (Schmerz, Fieber — auch für Kinder), Loperamid (Durchfall-Stopper), Aktivkohle (Vergiftungen, starker Durchfall), Cetirizin (Allergien), Pantoprazol oder Omeprazol (Magenbeschwerden), Iodtabletten (bei Freisetzung radioaktiver Stoffe — Pflicht in Deutschland ab 2024), Elektrolytpulver (Rehydration), Jodlösung oder Octenidin (Desinfektion), Nasenspray, Augentropfen.
Was sollte im Verbandkasten für die Krisenvorsorge enthalten sein?
Ein professioneller Verbandkasten für die Krisenvorsorge geht über den Standard-Kfz-Kasten hinaus: Sterile Kompresse (5×5 cm und 10×10 cm), Mullbinden verschiedener Größen, elastische Binden, Pflaster in verschiedenen Größen, Dreieckstuch, Kühlelemente, SAM-Schiene für Frakturen, Druckverband, Tourniquet (bei schweren Blutungen), Pinzette und Schere, Einmalhandschuhe (Nitril), Rettungsdecke, Blutdruck-Schnelltest, Thermometer und Wundnahtstreifen (Steri-Strip). Mindestens DIN 13169 für den Hausgebrauch.
Gibt es natürliche Alternativen zu Medikamenten für die Krisenvorsorge?
Einige pflanzliche Präparate können ergänzend sinnvoll sein: Manuka-Honig (antibakteriell für Wunden, Studien belegen Wirksamkeit), Kamille und Calendula (Wundspülung, Entzündungshemmung), Ingwer und Pfefferminze (Übelkeit, Verdauungsbeschwerden), Baldrian (Schlafstörungen, Stress), Echinacea (Immunstärkung bei beginnenden Erkältungen), Aktivkohle (Vergiftungen, Durchfall). Wichtig: Pflanzliche Präparate sind Ergänzung, kein Ersatz für medizinische Behandlung bei ernsthaften Erkrankungen. Bei Verdacht auf schwere Infektion, Herzinfarkt, Schlaganfall oder starke Blutungen: immer medizinische Notfallversorgung suchen.

Quellen & weiterführende Links

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Medizinischer Hinweis: Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei medizinischen Notfällen sofort 112 anrufen.

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