🚨 Sofortmaßnahmen — Jetzt handeln
- 1. Sicherungskasten prüfen (FI-Schutzschalter ausgeklinkt?)
- 2. Nicht benötigte Geräte ausschalten (Netzteile ziehen)
- 3. Taschenlampe oder Kerzen holen
- 4. Batterie-Radio anschalten — lokale Sender hören
- 5. Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten
- 6. Badewanne und Eimer mit Wasser füllen (Vorsorge)
Kurzausfall vs. Blackout — Was ist der Unterschied?
Die meisten Stromausfälle dauern wenige Minuten bis wenige Stunden und sind lokal begrenzt. Eine Sicherung fliegt, ein Bagger durchtrennt ein Kabel, ein Transformator fällt aus. Das ist unangenehm, aber kein Notfall.
Anders beim Blackout: Ein überregionaler Stromausfall, der gleichzeitig Millionen von Menschen betrifft und Stunden oder Tage dauert. Dabei versagen schrittweise auch Mobilfunk, Bankautomaten, Tanksäulen, Wasserversorgung und Logistikketten.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich auf einen Ausfall von mindestens 72 Stunden vorzubereiten. Viele Experten und Szenarien gehen von bis zu 10–14 Tagen aus, insbesondere im Winter bei extremem Wetter oder nach einem Cyberangriff auf kritische Infrastruktur.
Schritt 1: Ursache prüfen und Lage einschätzen
Bevor du handeln, kläre: Wie groß ist der Ausfall? Das ändert alles.
- Nur deine Wohnung: Öffne den Sicherungskasten. Ist der FI-Schutzschalter oder eine Sicherung ausgelöst? Einfach wieder einschalten — ggf. vorher den Verursacher (defektes Gerät) trennen.
- Ganzes Gebäude: Schau beim Hausmeister oder im Keller nach dem Hausanschlusskasten. Benachrichtige deinen Netzbetreiber.
- Gesamter Straßenzug oder mehr: Blick aus dem Fenster — keine Straßenlaternen, keine beleuchteten Fenster beim Nachbarn? Dann ist es ein Netzausfall. Ruf den Netzbetreiber an (Notfallnummer auf der Stromrechnung) oder höre Radio.
Schritt 2: Notbeleuchtung und Geräte
Im Dunkeln tapsen kostet Zeit und birgt Verletzungsrisiko. Aktiviere zuerst die Beleuchtung:
- Taschenlampen mit neuen Batterien aus dem Notvorrat
- Kerzen — nur auf feuerfesten Unterlagen, nie unbeaufsichtigt!
- Batterie- oder Kurbellaternen für dauerhaftes Licht ohne Brandrisiko
- Handy-Taschenlampe: Nur als Sofortalternative — Akku ist wertvoller für Kommunikation
Schalte alle nicht benötigten Elektrogeräte aus. PC, Drucker, TV, Ladegeräte — alles vom Strom trennen. Grund: Bei der Rückkehr des Stroms kann ein Spannungsstoß empfindliche Elektronik zerstören. Lass nur einen einfachen Deckenlampen-Schalter eingeschaltet — so merkst du sofort, wenn der Strom zurückkommt.
LED Taschenlampe mit Handkurbel & Solarladung — Notfallset
Unabhängige Notbeleuchtung: Kurbeldynamo, Solar und Batterie. Auch als Powerbank für Handy nutzbar. Ideal für den Stromausfall-Ernstfall.
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Schritt 3: Lebensmittel und Kühlkette
Das Wichtigste: Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten. Jedes Öffnen verliert wertvolle Kälte.
| Gerät | Kältehaltung (geschlossen) | Maßnahme |
|---|---|---|
| Kühlschrank (leer) | ca. 2–4 Stunden | Verderbliches zuerst verbrauchen |
| Kühlschrank (voll) | ca. 4–6 Stunden | Nicht öffnen |
| Gefriertruhe (halb voll) | ca. 24 Stunden | Zusätzlich Decken drüber legen |
| Gefriertruhe (voll) | 48 Stunden und mehr | Nicht öffnen, ggf. Nachbarn informieren |
Wenn der Ausfall länger als 4–6 Stunden dauert: Verbrauche Fleisch, Milchprodukte und Eier zuerst, da diese am schnellsten verderben. Konserven, Trockenprodukte und Tiefkühlgut (solange gefroren) bleiben unproblematisch.
Im Winter: Nutze die Außentemperatur als natürliches Kühlaggregat — Lebensmittel sicher im Balkon- oder Terrassenbereich lagern (vor Tieren schützen).
Schritt 4: Wärme sichern
Heizungsanlagen mit elektrischer Pumpe oder elektronischer Steuerung fallen oft aus, auch wenn die Gasversorgung noch funktioniert. Elektrische Heizungen und Wärmepumpen sind naturgemäß offline.
Maßnahmen bei Kälte:
- Türen schließen — weniger Räume heizen ist effizienter
- Alle Personen in einem Zimmer zusammenziehen (Körperwärme nutzen)
- Warme Kleidung: Mehrere dünne Schichten schützen besser als eine dicke
- Schlafsäcke und Wolldecken bereithalten
- Campingkocher (mit Gaskartuschen) für kurze Zeit und mit Lüftung — kein Dauerbetrieb!
- Kerzen geben kaum Wärme, aber psychologisch positive Wirkung
Achtung: Holzkohlegrill und Benzin-Heizgeräte in Innenräumen sind lebensgefährlich (Kohlenmonoxid). Nur für Außenbereiche!
Schritt 5: Wasserversorgung
In vielen Regionen funktioniert die Wasserversorgung auch bei Stromausfall noch einige Stunden, da Wassertürme Druck liefern. In Mehrfamilienhäusern kann jedoch die Druckerhöhungspumpe ausfallen — dann fliesst kein Wasser in obere Stockwerke.
- Fülle sofort Badewanne, Eimer und alle verfügbaren Behälter
- Trinke zuerst Flaschenwasser aus dem Notvorrat
- Spüle Toiletten mit Eimerwasser (ca. 5–8 Liter pro Spülung)
- Für Trinkwasser aus unbekannten Quellen: Abkochen oder Reinigungstabletten verwenden
Mehr dazu: Wasser filtern und aufbereiten im Krisenfall
Schritt 6: Kommunikation ohne Strom
Das Handy-Netz ist bei längeren Ausfällen ebenfalls betroffen — Sendemasten laufen auf Notstrom, aber die Batterien halten nur wenige Stunden bis ca. 8 Stunden. Nutze deine Kommunikationsmittel effizient:
- Batterie-/Kurbelradio: Empfängt ohne Strom aktuelle Lageinformationen
- Handy auf Flugmodus: Verlängert die Akkulaufzeit erheblich
- Powerbank laden: Sollte immer voll geladen im Notfallset liegen
- Wichtige Nummern ausgedruckt: Netzbetreiber, Feuerwehr, Arzt, Familie
- Treffpunkte vereinbaren: Im Voraus mit Familie und Nachbarn absprechen
Detaillierte Infos: Kommunikation ohne Strom — Radio, Satellit, Mesh-Netz
Batterie- und Kurbelradio mit Taschenlampe und Powerbank-Funktion — das wichtigste Notfallgerät bei Blackout.
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Schritt 7: Medizin und Hilfsbedürftige
Menschen mit medizinischen Geräten (Beatmung, Dialyse, Insulinpumpe) brauchen bei einem Stromausfall besondere Aufmerksamkeit:
- Sprich vorab mit dem Arzt über Notfallplan bei Stromausfall
- Halte die Notfallnummer des Netzbetreibers parat — medizinisch Abhängige können Prioritätsstatus erhalten
- Insulin: Bei Raumtemperatur bis zu 28 Tage haltbar (Herstellerangaben prüfen)
- Bewahre alle Medikamente kühl aber nicht zwingend im Kühlschrank (Beipackzettel!)
Mehr dazu: Notfallmedikamente für den Krisenfall
Notstromversorgung einrichten
Wer häufige Stromausfälle erlebt oder für Blackout-Szenarien vorrüstet, sollte über eine eigene Notstromquelle nachdenken:
- Powerstation (200–2000 Wh): Lautlos, keine Abgase, ideal für Innenräume. Kann Handy, Radio, LED-Leuchten, CPAP-Gerät versorgen. Nachts per Solarpanel nachladen.
- Inverter-Generator (2–5 kW): Kann Kühlschrank, Heizungspumpe und kritische Geräte versorgen. Nur im Freien betreiben! Laut, braucht Benzin oder Gas.
- Balkonkraftwerk mit Speicher: Für Hausbesitzer eine sinnvolle Investition. Kombination aus PV-Anlage und Batteriespeicher deckt Grundlast ab.
Ausführlicher Guide: Notstrom-Generator kaufen — Welcher Generator für welchen Zweck?
Checkliste: Was gehört ins Notfallset?
🔦 Licht & Energie
- ✓ Taschenlampen (2 Stück) + Batterien
- ✓ Kerzen + Feuerzeug + Windlicht
- ✓ Batterielaternen oder Solarlampen
- ✓ Powerbank (min. 20.000 mAh)
- ✓ Kurbelradio/Batterie-Radio
🍲 Versorgung
- ✓ Wasservorrat (2 L/Person/Tag)
- ✓ Konserven, Trockenprodukte
- ✓ Campingkocher + Gaskartusche
- ✓ Dosenöffner (mechanisch!)
- ✓ Campinggeschirr
🏥 Gesundheit
- ✓ Erste-Hilfe-Kasten (aktuell)
- ✓ Notfallmedikamente (Vorrat)
- ✓ Schmerzmittel, Fieberthermometer
- ✓ Wärmedecken (Rettungsfolie)
📄 Dokumente & Bargeld
- ✓ Wichtige Dokumente (kopiert)
- ✓ Bargeld (kleinen Scheine!)
- ✓ Notfallnummern ausgedruckt
- ✓ Stadtplan / Straßenatlas
Die komplette Checkliste finde hier: Krisenvorsorge-Checkliste — alle Kategorien
Blackout im Winter — besondere Risiken
Ein Stromausfall im Winter ist deutlich gefährlicher als im Sommer. Die wichtigsten Zusatzrisiken:
- Auskühlung der Wohnung: Ohne Heizung kann die Temperatur in schlecht gedämmten Gebäuden innerhalb von Stunden unter 10°C fallen. Ältere Menschen und Säuglinge sind besonders gefährdet.
- Gefrierende Wasserleitungen: Bei Temperaturen unter −5°C können schlecht isolierte Rohre einfrieren und platzen. Lass einen dünnen Wasserstrahl laufen.
- CO-Vergiftung: Improvisierte Heizmethoden (Grill, Gasofen) in Innenräumen töten. Kein Grill, kein Benzinkocher in geschlossenen Räumen.
Gut vorbereitet: Was du jetzt tun können
Der beste Zeitpunkt, sich vorzubereiten, ist vor dem Stromausfall. Konkrete Schritte:
- Notvorrat anlegen: Mindestens 10 Tage Lebensmittel und Wasser. Zum Notvorrat-Guide
- Notfallset zusammenstellen: Taschenlampen, Radio, Powerbank, Campingkocher.
- Notstrom prüfen: Powerstation oder Generator anschaffen und testen. Powerstation-Guide
- Familie informieren: Treffpunkte und Notfallplan besprechen. Krisenvorsorge für Familien
- Dokumente sichern: Kopien wichtiger Dokumente wasserdicht verstauen.
Häufige Fragen
Was soll ich als Erstes tun, wenn der Strom ausfällt?
Wie lange hält Essen im Kühlschrank bei Stromausfall?
Kann ich bei Stromausfall noch Wasser nutzen?
Wie heize ich ohne Strom?
Welche Geräte brauche ich für einen Stromausfall?
Wann ist ein Stromausfall ein Blackout?
Was tun bei Stromausfall im Winter?
Blackout-Vorbereitung
Umfassende Vorbereitung auf mehrtägige Stromausfälle
Notstrom-Generator
Generator oder Powerstation — was passt für dich?
Kommunikation ohne Strom
Radio, Satellit, Mesh-Netz für den Notfall
📚 Quellen
- • BBK — Notfallvorsorge „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen": bbk.bund.de
- • Bundesnetzagentur — Versorgungssicherheit Strom: bundesnetzagentur.de
- • Verbraucherzentrale — Stromausfall: Was tun?: verbraucherzentrale.de
- • THW — Empfehlungen für die Bevölkerung: thw.de